3.L | Dienstag, 26. Mai 2015 (BKZ)
Saisonabschluss mit vielen emotionalen Momenten

38. und letzter Spieltag  |  3.Liga  |  Saison 2014/15

SG Sonnenhof Großaspach - DSC Arminia Bielefeld   0:1 (0:1)
Samstag, 23. Mai  |  13:30 Uhr  |  mechatronik Arena

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Ein 0:1, das zu verkraften ist

Selten tat eine Niederlage weniger weh. So gerne Großaspachs Drittliga-Kicker den Gästen aus Bielefeld in die Meistersuppe gespuckt hätten, so leicht war das 0:1 gegen den Zweitliga-Rückkehrer zu verschmerzen. Die Arminia feierte im Fautenhau den Titelgewinn, die SG Sonnenhof freut sich derweil bereits auf ihre zweite Saison im Konzert der Großen.

Von Steffen Grün - Die einen bereits aufgestiegen und mit einem kräftezehrenden Mallorca-Trip in den Knochen, bei dem die Zweitliga-Rückkehr sicher nicht nur mit Selters begossen wurde. Die anderen schon gerettet und bereit, am Tag darauf genau dorthin zu reisen, wo die Arminen unter der Woche waren. Diese Konstellation machte es unwahrscheinlich, dass sich Großaspach und Bielefeld noch einmal einen Kampf auf Biegen und Brechen liefern würden. Das taten die beiden Mannschaften dann auch nicht, ein Langweiler war das Duell aber ebenso wenig.

In der ersten Halbzeit waren die Hausherren, bei denen Robin Binder über neun Monate nach seinem Kreuzbandriss zum ersten Mal wieder zur Startelf zählte, das aktivere Team mit einem Plus an Torchancen. Das begann schon nach vier Minuten, als Innenverteidiger Julian Leist nach einem Freistoß von Michele Rizzi völlig freistehend ein wenig in Rücklage geriet und drüber köpfte. In der 20. Minute haderten die SG-Kicker mit dem Referee, der ihnen fälschlicherweise einen Foulelfmeter verwehrte. Nach einem Pass von Tobias Rühle wurde Simon Skarlatidis von Julian Börner rüde umgerätscht, doch der Pfiff blieb aus. Glück für die Bielefelder, zumal auch eine Rote Karte möglich gewesen wäre.

Die Gäste, deren Trainer Norbert Meier munter durchgetauscht und zum Beispiel auch auf den nach dem Spiel mit 23 Treffern zum Torschützenkönig gekürten Fabian Klos verzichtet hatte, waren über weite Strecken harmlos. Einzige Ausnahme: In der 28. Minute musste der Aspacher Keeper Christopher Gäng Kopf und Kragen riskieren, um nach einem Freistoß von Florian Dick den Winkel für den heranrauschenden Bielefelder Börner noch entscheidend zu verkürzen.

Auch mit 33 noch voller Sprungkraft: SG-Urgestein Martin Cimander
(hier im Duell mit Bielefelds Torschütze Christian Müller)
kam zu seinem ersten und letzten Kurzeinsatz in der Dritten Liga.

Es blieb bis zur Pause beim 0:0. Weil der Zweite aus Duisburg in Wiesbaden mit 0:1 hinten lag, sah es für Bielefeld im Rennen um den Titelgewinn als i-Tüpfelchen auf eine starke Saison gut aus. Die Gäste wurden im zweiten Abschnitt gefährlicher und hatten durch einen Heber von Pascal Testroet die erste Torchance (55.), doch feldüberlegen blieben die Einheimischen. Deren beste Möglichkeit hatte Kai Gehring, der nach einem Angriff über die rechte Seite im letzten Moment am Einschuss gehindert wurde (71.). Das einzige Tor fiel 180 Sekunden später auf der anderen Seite. Testroet legte mit der Brust herrlich auf, der eingewechselte Christian Müller zog ab – 1:0 für Bielefeld, auch wenn Gäng mit den Fingerspitzen noch dran war.

Nun war die Luft raus. Die einen feierten, zumal Duisburg bis zum Ende auf der Verliererstraße blieb, die anderen arrangierten sich mit der Niederlage und nutzten die Gelegenheit, um verdiente Spieler zu ehren. Fabian Aupperle, für den Schluss ist mit höherklassigem Fußball, durfte unter dem Applaus der Zuschauer raus. Dasselbe galt für Skarlatidis – der Wirbelwind, für die SG-Fans der „Fußballgott“, sucht eine neue Herausforderung. Für ihn kam Vereinsurgestein Martin Cimander zum ersten und letzten Drittliga-Kurzeinsatz.

Aspach beendet diese Runde auf Rang 15, die Sommerpause ist kurz. Bereits am 15. Juni ist wieder Trainingsstart, in nicht einmal drei Wochen.

Stimmen zum Spiel

SG-Cheftrainer Rüdiger Rehm: „Bielefeld ist ein absolut verdienter Meister und hat auch heute wieder eiskalt zugeschlagen. Wir waren zwar präsent, uns hat aber oftmals die letzte Konsequenz gefehlt. Wir können trotzdem sehr stolz auf das sein, was wir in dieser Saison erreicht haben. Die Jungs haben sich jetzt einige freie Tage verdient.“

Aspachs Sportchef Joannis Koukoutrigas: „Wir haben unser Ziel, den Klassenverbleib, früher als gedacht erreicht. Der ganze Verein ist stolz auf die Mannschaft. Wir wollen das bestätigen, auch nächste Saison kann wieder nur der Ligaverbleib das Ziel sein.“

SG-Spieler Michele Rizzi: „Das war eine harte, aber auch schöne Saison mit vielen Emotionen. Wir haben eine super Truppe und den Klassenverbleib absolut verdient.“

Abschiedsschmerz vor der Partie, Gewinnspielglück in der Halbzeitpause

(stg). Von unterschiedlicher Dauer waren die Gastspiele der Kicker im Fautenhau, die vor dem Bielefeld-Spiel von SG-Präsidiumsmitglied Michael Ferber und Sportdirektor Joannis Koukoutrigas verabschiedet wurden: Dennis Grab, Njazi Kuqi, Fabian Aupperle, Sebastian Gleißner, Kevin Kunz und Simon Skarlatidis (linkes Foto, von links). Nur gut vier Monate stürmte Kuqi für Aspach, nun zieht der Weltenbummler weiter. Zwei Jahre war Gleißner da, den Durchbruch schaffte er nicht. Nach drei Spielzeiten wechselt Keeper Kevin Kunz zum Ligarivalen nach Chemnitz, weil ihm bei der SG die dauerhafte Beförderung zur Nummer eins verwehrt blieb. Nach fünfeinhalb Jahren bricht Skarlatidis seine Zelte ab, für ihn war’s nach dem Spiel ein „sehr emotionaler Moment, ich habe hier alle ins Herz geschlossen“. Grab kam 2004, war einst Kapitän der Ersten und zuletzt spielender Co-Trainer der Zweiten. Nun geht’s für ihn nach Bissingen. Dem Beruf gibt künftig Aupperle den Vorrang, der von 2005 bis 2010 und noch einmal seit dem vergangenen Winter für Aspach spielte. Er betont: „Ich werde die SG immer im Herzen tragen.“ Und vielleicht ab und zu auf der Tribüne der Mechatronik-Arena sitzen – so wie die Glückspilze, die beim Gewinnspiel der Backnanger Kreiszeitung und der Murrhardter Zeitung von SG-Kapitän Daniel Hägele gezogen und von Stadionsprecher Tankred Volkmer (rechtes Foto) verkündet wurden. Zwei Sitzplatz-Dauerkarten für die neue Saison gehen an Jennifer Mayer (Schorndorf). Zwei Vip-Tickets für ein SG-Heimspiel bekommt Susanne John (Murrhardt), jeweils zwei Sitzplatzkarten für ein Heimspiel erhalten Michael Andiel, Alex Specht (beide Aspach), Thomas Kaufmann (Backnang), Joachim Dietrich und Harry Swoboda (beide Murrhardt).

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Fotos: Alexander Becher

Kienast kickt weiter für Aspach

Vertrag bis 2016 verlängert

(stg). Zwölf Minuten vor dem Anpfiff zum Saisonfinale gegen Bielefeld überbrachte SG-Stadionsprecher Tankred Volkmer den Aspacher Fans die erfreuliche Nachricht: David Kienast verlängert den auslaufenden Vertrag um eine weitere Spielzeit. Seit der quirlige Linksverteidiger vor vier Jahren von der TSG Hoffenheim II kam, bestritt er 122 Partien für den Klub aus dem Fautenhau, mit dem der 26-Jährige 2014 den Sprung in die Dritte Liga schaffte.

„David ist ein absoluter Teamplayer, der sich nicht nur auf dem Platz, sondern auch daneben immer einbringt. Gerade in den vergangenen Spielen hat er sehr gute Leistungen gezeigt und daher seinen Teil zum Erfolg in dieser Saison beigetragen“, lobt SG-Sportdirektor Joannis Koukoutrigas: „Wir freuen uns sehr über diese Verlängerung.“ Der 1,75 Meter große Kicker sieht in seiner Vertragsunterschrift den optimalen Abschluss einer erfolgreichen Saison: „Ich habe hier nicht nur fußballerisch die Chance erhalten, mich weiterzuentwickeln, sondern konnte während der vergangenen Jahre auch mein Sportmanagement-Studium absolvieren. Auch hierfür bin ich der SG sehr dankbar. Hinter uns liegt eine tolle Saison, für mich war deshalb auch früh klar, weiter hier bleiben zu wollen. Wir haben ein tolles Team und ich freue mich nach den freien Tagen schon jetzt riesig auf die neue Spielzeit.“

SG auf bkz-online

Auch vom Saisonfinale im Fautenhau gibt es im Internet bewegte Bilder. Die Höhepunkte des Videos unter www.bkz-online.de sind das Tor sowie weitere spannende Szenen.

Spieler, Tore, Fakten

SG Sonnenhof Großaspach: Gäng – Schiek, Leist, Aupperle (75. Senesie), Kienast – Binder (63. Sohm), Rizzi, Gehring, Skarlatidis (83. Cimander ) – Morys, Rühle.
DSC Arminia Bielefeld: Schwolow – Dick, Hornig (51. Burmeister), Börner, Salger – Brinkmann, Schütz – Hille (59. Müller), Ulm, Junglas – van der Biezen (46. Testroet).
Tor: 0:1 (74.) Müller.
Gelbe Karten: - / Brinkmann, Müller.
Schiedsrichter: Sather (Grimma).
Zuschauer: 3500.

Quelle: Backnanger Kreiszeitung am 26. Mai 2015