3.L | Donnerstag, 7. Mai 2015 (BKZ/tai)
Der Aspacher sagt leise "Servus"

Aupperle gibt dem Beruf den Vorrang

Fabian Aupperle bekennt freimütig: „Ein weinendes Auge ist schon dabei.“ Doch letztlich steht der Entschluss fest: Am Ende der Saison macht der 29-Jährige Verteidiger der SG Sonnenhof Schluss mit höherklassigem Fußball. „Meine Zukunft ist das Berufsleben.“ Und das spielt sich ab dem Sommer bei einem Beratungsunternehmen in München ab.

Von Uwe Flegel - Benjamin Ippoliti, Pressesprecher des Drittligisten, lässt keinen Zweifel: „Wir hätten Fabi gerne gehalten.“ Und auch der Umworbene hätte durchaus Lust gehabt, zu bleiben. Doch am Ende entschied sich Fabian Aupperle dafür, „mit dem Fußball kürzerzutreten“. In München wartet der Einstieg ins Berufsleben als Projektmanager in einem Beratungsunternehmen und die dort lebende Freundin auf den Schwaben. Ein Schritt, den sich der Schwabe gut überlegt hat. „Ich habe mich auch mit Dennis Grab unterhalten.“ Sein einstiger Nebenmann in der SG-Defensive hatte vor eineinhalb Jahren ebenfalls diesen Weg gewählt. Als Kapitän hatte Grab in der Rückrunde den Stammplatz in Aspachs Abwehr mit einem Posten bei ein großen Stuttgarter Automobilhersteller getauscht.

Wie Grab kommt nun auch Aupperle zugute, dass sie sich neben dem Fußball auch immer um das Leben danach gekümmert haben. Der gebürtige Backnanger hatte in jungen Jahren erst eine Ausbildung zum Bankkaufmann abgeschlossen, dann Sportmanagement studiert. Und dabei nicht nur Stress, sondern durchaus auch schwierige Zeiten erlebt, galt’s zum Beispiel doch auch zwei Kreuzbandrisse zu überstehen: „Da wurde mir noch klarer, auf was es im Leben ankommt.“ Mittlerweile sieht er sich mit seiner Einschätzung, schon während der Sportkarriere den Grundstein für die Karriere danach zu legen, bestätigt: „Wer bis Mitte Zwanzig nicht den Sprung in die erste oder zweite Liga geschafft hat, der muss schauen, dass er sich um seine berufliche Zukunft kümmert.“

Fabian Aupperle hat das beherzigt und beginnt nun im Sommer ein neues Kapitel in seinem Leben. Zuvor will er sich aber noch mit dem Nichtabstieg von der SG und der Dritten Liga verabschieden. Am liebsten wäre es ihm, wenn er und seine Mitstreiter das bereits am Sonntag im Heimspiel gegen den Halleschen FC (14 Uhr) regeln. Dann könnte er überglücklich Abschied nehmen und es wäre für ihn eine richtig runde Fußballgeschichte. Denn als 19-Jähriger machte Aupperle beim damaligen Oberligisten aus dem Fautenhau seine ersten Schritte im Herrenfußball. Und nun „höre ich hier auch mit dem höherklassigen Fußball auf“. Eine Bestätigung, dass seine Rückkehr im Winter richtig war: „Es war schon noch einmal ein positiver Abschluss, ein halbes Jahr in einer so toll funktionierenden Mannschaft zu spielen.“ Zumal die sechs Monate zuvor im Regionalligateam der TSG Hoffenheim eher nicht vergnügungssteuerpflichtig für ihn waren. Da sei innerhalb des Teams schon viel Neid gewesen.

In der Heimat erlebte der kopfballstarke Linksfuß, der zuvor für Heidenheim und Burghausen bereits 79 Drittligaspiele bestritten hatte, noch einmal die schöne Seite der Kickerei. Fast schon entschuldigend sagt er: „Ich hatte zu Beginn des Jahres Bewerbungen geschrieben, als es in Hoffenheim nicht so lief.“ Dann fragte Aspachs Sportdirektor Ioannis Koukoutrigas an, ob der erfahrene Defensivmann der abstiegsbedrohten SG nicht helfen wolle. Konnte er. Den 106 Spielen in der Ober- und Regionalliga folgten nun noch neun Partien für den Sonnenhof in der Dritten Liga. Und mit seinen 1:0 gegen Osnabrück bescherte der Verteidiger der Fautenhau-Elf vor kurzem gar einen ganz wichtigen Dreier.

Drei Spiele noch, dann ist für Fabian Aupperle Fußball nur noch Hobby. „Vielleicht hätte ich in zwei Jahren ja zwangsweise aufhören müssen“, gibt der 29-Jährige zu Bedenken und erklärt: „So höre ich mit einem Höhepunkt auf.“ Den hat er sogar selbst wählen dürfen. Und dafür nimmt ein vorausschauender Sportler ein weinendes Auge schon einmal in Kauf.

^^^ Kehrt Aspach und der Dritten Liga am Ende der Saison den Rücken:
Fabian Aupperle. Foto: A. Becher

Fabian Aupperle

  • 1986 wird Fabian Aupperle am 16. Februar in Backnang geboren und fängt als Steppke beim SV Unterweissach mit dem Fußball an. Als Jugendlicher wechselt er erst zum FC Viktoria und später dann zum Lokalrivalen TSG Backnang.
  • 2004 kommt der 1,93 Meter große Abwehrspieler nach der Winterpause noch als A-Jugendlicher zu 13 Einsätzen in der Verbandsligamannschaft der TSG. Nach der Saison geht Aupperle dann zum VfB Stuttgart und wird dort zwölf Monate später mit der A-Jugend deutscher Meister.
  • 2005 wechselt Fabian Aupperle im Sommer vom Cannstatter Wasen zum damaligen Oberligisten SG Sonnenhof Großaspach in den Fautenhau.
  • 2009 steigt der Innenverteidiger mit der SG unter Trainer Thomas Letsch in die Regionalliga auf und wird WFV-Pokalsieger.
  • 2010 schließt er sich im Sommer dem Drittligisten Heidenheim an. Stationen bei Wacker Burghausen (Dritte Liga) und Hoffenheim II (Regionalliga) folgen.
  • 2015 kehrt der Abwehrspieler zur mittlerweile in der Dritten Liga spielenden SG Sonnenhof Großaspach zurück.

Quelle: Backnanger Kreiszeitung am 7. Mai 2015


Aupperle verlässt die SG

(PM) Fabian Aupperle wird die SG Sonnenhof Großaspach nach dieser Saison verlassen. Der 29-jährige Innenverteidiger wird sich ab Sommer einer beruflichen Herausforderung stellen und nicht mehr höherklassig Fußball spielen.

Zu Beginn des Jahres kehrte Fabian Aupperle nach Stationen beim 1. FC Heidenheim, Wacker Burghausen und 1899 Hoffenheim II wieder zur SG Sonnenhof Großaspach zurück. Der Defensivspezialist, der im Jahr 2009 mit den Rot-Schwarzen den Aufstieg in die Regionalliga sowie den Gewinn des wfv-Pokals feierte, entwickelte sich von Beginn an wieder zu einer wichtigen Kraft beim Drittligisten. Dank einer beeindruckenden Serie von neun ungeschlagenen Spielen in Folge und damit verbundenen 21 Punkten ist der Klassenerhalt für den Aufsteiger in greifbare Nähe gerückt. „Wir werden unser großes Ziel definitiv erreichen“, ist sich Aupperle sicher und ergänzt: „Für mich schließt sich damit ein Kreis.“ Im Sportpark Fautenhau verdiente sich der Abwehrspieler im Seniorenbereich seine ersten Sporen. Und genau hier wird er sich jetzt auch vom höherklassigen Fußball verabschieden und stattdessen in München bei einem Beratungsunternehmen als Projektmanager in die Berufswelt starten. „Ich gehe natürlich schon mit einem weinenden Auge, doch ich habe mich ganz bewusst für diese berufliche Option entschieden. Ich wollte diese Chance unbedingt nutzen“, so der 29-Jährige. „Selbstverständlich hätten wir Fabian gerne noch über die Saison hinaus bei uns behalten, aber das berufliche Standbein ist ein wichtiger Teil unserer Philosophie. Wir respektieren selbstverständlich seine Entscheidung, sich nun voll auf das Berufsleben konzentrieren zu wollen und wünschen ihm für diesen neuen Abschnitt viel Erfolg“, sagt SG-Sportdirektor Joannis Koukoutrigas.

 

Lieber Fabian: Vielen Dank für Deinen großartigen Einsatz über Jahre hinweg bei de SG94!
Wir wünschen Dir für Deinen privaten Weg vom Guten nur das Beste!!!

Deine SG Sonnenhof Großaspach