3.L | Freitag, 24. April 2015 (BKZ)
Aspach will heute den Sack zumachen

34.SpT  |  3.Liga  |  Saison 2014/15

SG Sonnenhof Großaspach - VfL Osnabrück
Freitag, 24. April  |  19:00 Uhr  |  mechatronik Arena

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Ein Trumpf, der erst mit Verspätung sticht

Christopher Gäng hat nach seiner Rückkehr ins Aspacher Gehäuse zu alter Stärke und auch sein Lachen zurückgefunden

Wäre vor der Saison nach einem Trumpf der SG Sonnenhof in der Dritten Liga gefragt worden, hätten viele Kenner des Aufsteigers Christopher Gäng genannt. Dann kam eine Verletzung dazwischen und es blieb nur noch eine Nebenrolle. Vorbei. Gäng ist in alter Stärke zurück und heute ab 19 Uhr im Heimspiel gegen Osnabrück zwischen den Pfosten.

Von Uwe Flegel - „Das kann man schon so sagen“, antwortet der 26-Jährige schmunzelnd, als er gefragt wird, ob seine Rückkehr ins SG-Tor eine sportliche Wiederauferstehung ist. Es ist sicht- und spürbar: Bei Christopher Gäng ist alles im Lot. Lief er lange Zeit mit eher düsterer Miene durch die Prärie, kann Aspachs Nummer eins nun wieder richtig Lachen. Und: Er ist auf dem Platz wieder die Stütze, die er zuvor die komplette Aufstiegssaison war. „Mit Rüdiger Rehm kam auch bei mir die Sicherheit zurück“, lautet eine Erklärung.

Es war ein Riss des Syndesmosebands zu Beginn der Vorbereitung, die den Schlussmann aus der Bahn warf. Nicht weil die Heilungsgeschichte zäh war. Auch nicht weil Vertreter Kevin Kunz seine Sache richtig gut machte. „In der gesamten Vorrunde war ich nicht richtig fit“, sagt Gäng. Als er dann zum Angriff auf den Stammplatz im SG-Tor blasen wollte, durfte er nicht mehr. Es sei wie ein Genickschlag gewesen, berichtet der 1,88 Meter große Athlet, als ihn Trainer Uwe Rapolder im ersten Spiel nach der Winterpause im zweiten Glied sitzen ließ: „Dabei hatte ich Extraschichten geschoben.“ Der Torhüter lässt durchblicken, dass er und der Ex-Trainer sich nicht viel zu sagen hatten. „Ich war verunsichert. Aber ich bin einer, der Vertrauen braucht. Wenn ich das nicht spüre, spiegelt sich das in den Leistungen wider.“

So wie bei der 1:4-Heimpleite Ende Februar gegen Unterhaching. Da gab ihm der Coach eine Chance, die Gäng aber nicht unbedingt nutzte. Was folgte, war Rapolders Ausstieg, Rehms Comeback, Gängs Wiedererstarken und acht Spiele ohne Niederlage. In den vier Auswärtspartien seither blieb die SG gar ohne einen Gegentreffer. „Zurzeit passt das komplette Paket“, freut sich der gebürtige Mannheimer und schließt seine Ausbildung im Backnanger WM-Sportzentrum mit ein, die er aufgrund guter Noten ein halbes Jahr früher als geplant beenden kann. Und: Mit Inhaber Manfred Giess weiß der Kicker eine echte Stütze hinter sich. „Man kann ruhig schreiben, dass ich den besten Chef der Welt habe“, sagt Gäng – und lacht zufrieden.

^^^ Bei der SG Sonnenhof mittlerweile wieder regelmäßig am Ball:
Christopher Gäng. Foto: A. Becher

 

Mit dem Shuttle-Bus ins Stadion

Zum Heimspiel heute gibt es wieder einen Shuttleservice. Abfahrt am Backnanger Bahnhof ist um 18.20 Uhr. Nach dem Spiel fährt der Bus von der Mechatronik-Arena ab 21.10 Uhr zurück nach Backnang.

Quelle: Backnanger Kreiszeitung am 24. April 2015

Noch ein Schubs bis zum großen Ziel

Aspachs Drittligafußballer erwarten morgen Abend Osnabrück – Personelle Probleme vor wichtigem Duell im Abstiegskampf

Den Fuß hat die SG Sonnenhof bereits in der Tür. „Jetzt heißt es, sie aufzustoßen und dann durchzugehen“, weiß Trainer Rüdiger Rehm, dass er und seine Fußballer vom Saisonziel Nichtabstieg nicht mehr weit entfernt sind. Morgen ab 19 Uhr kann Großaspach im Heimspiel gegen den VfL Osnabrück den nächsten großen Schritt machen.

Von Uwe Flegel - Es gibt Mitmenschen, die haben Aufsteiger Großaspach schon zum Verbleib in der Dritten Liga gratuliert. Meist begann der zweite Teil des Glückwunsches dann mit dem Zusatz „aber“. Und für solche Personen hat Rüdiger Rehm eine Weisheit parat: „Ich habe mal gelernt: Alles was vor dem aber kommt, ist eine Lüge.“ Selbstverständlich weiß jedoch auch der 36-Jährige, dass er und seine Elf dank acht Spielen in Folge ohne Niederlage und dabei 18 geholten Punkten allerbeste Aussichten haben, die Liga zu halten. Immerhin haben die Kicker aus der mit weitem Abstand kleinsten Drittligagemeinde acht Punkte Vorsprung auf den Drittletzten Spvgg Unterhaching. Und das fünf Spiele vor Saisonschluss. So etwas nennt sich dann dickes Polster.

Rehm lässt sich von solchen Rechenspielen trotzdem nicht locken. Denn für ihn steht fest, dass es mit dem erhofften Heimsieg nur was wird, „wenn wir die Sache richtig angehen.“ Soll heißen: Den in der Tabelle jenseits von Gut und Böse liegenden VfL Osnabrück, der seit sieben Monaten auf einen Auswärtssieg wartet, nicht unterschätzen und stattdessen, „dem Gegner die Lust nehmen, in ein Spiel reinzufinden, in dem es für ihn um nichts mehr geht“. Aggressivität und Konsequenz in der Zweikämpfen nennt Rehm als Beispiel für die Tugenden, die er seiner Mannschaft morgen empfiehlt. Zumal er den VfL Osnabrück für ein Topteam der Liga hält, das mit Stanislav Iljutcenko und Addy-Waku Menga (beide 12 Saisontore) über brandgefährliche Angreifer verfügt. Und: Aspach hat mit den Niedersachsen noch eine Rechnung offen haben. Denn in der Vorrunde verlor der Dorfverein beim Traditionsklub und Ex-Zeitligisten aus dem Norden mit 0:2. Nach neun Spielen ohne Sieg kam für Rehm damals der vorläufige Abpfiff. Uwe Rapolder kam – und ging wieder.

Eine Fußballlehrer-Lizenz und acht Spiele in Folge ohne Niederlage später kann sich Rückkehrer Rehm deshalb durchaus mit dem Gedanken anfreunden, dass die Serie der SG im zweiten Vergleich mit den Kickern von der Bremer Brücke erst recht nicht reißt. Steuern die Aspacher nun doch auf Erfolgskurs. Auch weil „wir unsere Jungs überzeugt haben, dass die Defensive der Schlüssel zum Klassenverbleib ist“, so Rehm.

Personell sieht es beim Aufsteiger vor der morgigen Partie nicht gut aus. Neben Innenverteidiger Kai Gehring, der nach seiner zehnten Gelben Karte für das Spiel gesperrt ist, fällt mit Nico Jüllich (Innenbandriss) eine zweite Stütze aus. Zudem ist mit Michele Rizzi (muskuläre Problem) auch der zweite zentrale Mittelfeldspieler noch angeschlagen. „Wenn alle drei ausfallen, dann wäre das schon ein Schlag“, urteilt der Trainer und gibt sich dann so kämpferisch, wie er seine Mannschaft sehen will: „Wir haben die Möglichkeiten, diese Positionen adäquat zu ersetzen.“ Erst recht, wenn das ganz große Ziel zum Greifen nahe ist.

SG auf bkz-online

Wer morgen keine Zeit hat, Aspachs vielleicht entscheidenden Schritt im Abstiegskampf vor Ort mitzuerleben, kann dank des Livetickers unserer Zeitung trotzdem am Ball sein. Unter www.bkz-online.de gibt es während der 90 Minuten aktuelle Infos. Zudem gibt es tags drauf Im Internet ein kommentiertes Video mit den wichtigsten Szenen.

Quelle: Backnanger Kreiszeitung am 23. April 2015