3.L | Montag, 13. April 2015 (BKZ)
Das ganze Dorf strahlt um die Wette

32.SpT  |  3.Liga  |  Saison 2014/15

SV Wehen Wiesbaden - SG Sonnenhof Großaspach   0:1 (0:0)
Samstag, 11. April  |  14:00 Uhr  |  Brita-Arena

[zur BKZ, unserem Medienpartner, mit Videobericht]
[zum Online-Videobericht des SWR "Sport am Samstag"]

Das große Ziel rückt ein großes Stück näher

Aspachs Drittligafußballer sind auf dem besten Weg, ihr Saisonziel zu erreichen. Beim SV Wehen Wiesbaden gelang der SG Sonnenhof der vierte Auswärtssieg in Folge. Zum vierten Mal war es ein 1:0. Und wie schon in Erfurt war Sahr Senesie der Schütze des goldenen Tores. Diesmal aber nicht in der Nachspielzeit, sondern schon nach einer guten Stunde.

Von Uwe Flegel - Am Ende waren sich alle einig. Es war ein enges Spiel, doch der Dreier für den Aufsteiger beim einstigen Titelfavoriten war verdient. Trainer Rüdiger Rehm ärgerte einzig, „dass wir versäumt haben, das zweite Tor nachzulegen“. Allein Matthias Morys, der nach der Pause zu großer Form aufgelaufen war, hatte drei dicke Dinger. Doch so klasse sich der Stürmer die Chancen teilweise selbst erarbeitet hatte, die Kugel brachte er weder in der 73., noch in der 80. und auch nicht in der 88. Minute an Wehens bestem Spieler Torwart Markus Kolke vorbei.

Besser geklappt hatte es für Morys als Vorbereiter des entscheidenden Treffers. Nach gut einer Stunde nutzte der im Winter von Zweitligist Leipzig in den Fautenhau zurückgekehrte Stürmer einen Patzer seines Gegenspielers Michael Wiemann, schnappte sich das Leder und bewies im Strafraum Übersicht. Statt selbst zu schießen, passte Morys quer zum mitgelaufenen Senesie. Der fand noch Zeit, den Ball zu stoppen und schob ihn erst dann aus fünf Metern zum 1:0 ins Tor.

Damit war eine Partie entschieden, in der der schwäbische Aufsteiger mit einer kompakten und kampfstarken Teamleistung die besseren Einzelspieler aus der hessischen Landeshauptstadt bezwungen hatte. Eine Begegnung, in der die SG mehr und die besseren Möglichkeiten hatte. Ein Vergleich, in dem die Gastgeber mit ihren Angriffen über die Außenbahn den Außenseiter vor der Pause zwar vor Probleme stellten, sich beim Torabschluss aber nicht entscheidend durchsetzten. Und ein Spiel, in dem Aspach schon vor der Pause die beste Chance hatte, als Sebastian Schiek nach Doppelpass mit Senesie in der 43. Minute frei vor Kolke stand. Aspachs aufgerückter Rechtsverteidiger zog aber nicht gleich ab und Kolke rettete seiner Elf das 0:0.

In der zweiten Halbzeit mühten sich die Hausherren Druck aufzubauen. Doch die SG arbeitete in der Defensive weiterhin konzentriert. Und wenn mal ein Wiesbadener in guter Position stand, dann war der Christopher Gäng zur Stelle. Wie in der 47. Minute, als der aufmerksame Torwart nach einem Stockfehler von David Kienast herausstürzte und dem einschussbereiten Tobias Jänicke die Kugel vom Fuß stibitzte.

Richtig Glück hatten die bissigen Schwaben nur in der 77. Minute. Da aber gleich zweimal. Denn erst traf Jonas Acquistapace nur den Pfosten, dann verhinderten die eingewechselten Julian Leist und Pascal Sohm gemeinsam, dass Wehens bulliger Klassestürmer Joe Vunguidica die durch den Strafraum hüpfende Kugel aus vier Metern über die Linie drückte. Wiesbadens beste Ausgleichschance war dahin. „Wäre da ein Tor gefallen, hätte die Partie noch kippen können“, urteilte Rehm, der sich dann sicher deutlich mehr über die verschenkten Konterchancen geärgert hätte. Doch so blieben die Nachlässigkeiten nebensächlich. Viel lieber feierten die Aspacher ihren vierten 1:0-Auswärtssieg in Folge.

Jubel, Trubel, Heiterkeit im Fautenhau

SG Sonnenhof baut Vorsprung auf die Abstiegsplätze weiter aus

(uwe). „Junge, Junge. Das waren ganz wichtige Punkte“, sagte SG-Präsident Werner Benignus und strahlte mit Siegtorschütze Sahr Senesie um die Wette. Der jubilierte kurz, trocken und lautstark: „Ja Mann.“ Wer nach dem Abpfiff in Wiesbaden in Großaspacher Gesichter blickte, der erkannte: Der vierte Auswärtssieg brachte neben drei Zählern für das Habenkonto auch ganz viel Moral und Selbstvertrauen für den Abstiegskampf. Acht Punkte beträgt der Vorsprung auf einen Abstiegsplatz.

„Wir sind hergefahren, um unsere Serie auszubauen“, erklärte Trainer Rüdiger Rehm. Nach sechs Spielen ohne Niederlage sei es nicht einfach, Konzentration und absolute Leistungsbereitschaft hoch zu halten. Es sei auf jeden Fall schwieriger als eine kleine Serie zu starten. Nun denn: Die Kicker aus dem Fautenhau punkteten das siebte Mal in Folge und schafften den vierten 1:0-Auswärtssieg nacheinander. Das ist auf jeden Fall ein Kunststück. Eines, das auch Rehm anerkannte: „Kompliment an meine Elf.“ Die hatte sich das Quäntchen Glück, das nötig war, regelrecht erarbeitet.

Seinen Anteil daran hatte auch einer, der in Aspach bislang eher eine Nebenrolle spielte: Julian Leist. Der von den Stuttgarter Kickers vor der Saison mit großen Erwartungen gekommene Innenverteidiger musste nach einer halben Stunde für den gelb-rot-gefährdeten Fabian Aupperle ran. Und – auch das passt derzeit zur Geschlossenheit der SG – Leist fügte sich nahtlos ein. Dabei hatten er und Nebenmann Daniel Hägele eine Schwerstaufgabe, galt es doch, das 1,86 Meter große Kraftpaket Joe Vunguidica. zu stoppen. Das gelang, wenn auch in der 83. Minute fast auf Kosten eines Elfmeters. Am Ende anerkannte aber selbst Wehens Trainer Marc Kienle: „Wir haben verdient verloren.“ Und das hatte Folgen für ihn. Gestern wurde der Ex-Stuttgarter entlassen. Ein zehnter Rang ist für einen Titelfavoriten halt doch zu wenig.

Spieler, Tore, Fakten

SV Wehen Wiesbaden: Kolke – Acquistapace, Wiemann, Geyer, Mintzel – Funk (62. Müller), Mrowca – Jänicke (74. Riemann), Book (66. Schnellbacher), Blacha – Vunguidica.
SG Sonnenhof Großaspach: Gäng – Schiek, Hägele, Aupperle (33. Leist), Kienast – Skarlatidis (80. Kuqi), Jüllich, Rizzi, Binakaj – Senesie (69. Sohm), Morys.
Tore: 0:1 (63.) Senesie.
Gelbe Karten: Funk – Aupperle.
Schiedsrichter: Siewer (Drolshagen).
Zuschauer: 2077.

SG auf bkz-online

Die besten Szenen vom vierten 1:0-Auswärtscoup der SG Sonnenhof in Folge sowie Sahr Senesies entscheidendes Tor zum Großaspacher Erfolg in Wiesbaden gibt es im Internet unter www.bkz-online.de.

Quelle: Backnanger Kreiszeitung am 13. April 2015