3.L | Freitag, 10. April 2015 (tai)
Mit Respekt und breiten Schultern zum SVWW

32.SpT  |  3.Liga  |  Saison 2014/15

SV Wehen Wiesbaden - SG Sonnenhof Großaspach
Samstag, 11. April  |  14:00 Uhr  |  Brita-Arena

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Zu Gast beim SV Wehen Wiesbaden

(PM) Die SG Sonnenhof Großaspach tritt am kommenden Samstag beim SV Wehen Wiesbaden an. Anpfiff in der Brita-Arena ist um 14 Uhr.

Der Punkteteilung gegen Holstein Kiel am Osterwochenende folgt eine weitere Partie gegen einen Aufstiegsaspiranten. Allerdings gegen einen, der mittlerweile wohl nur noch theoretische Chancen auf einen der drei begehrten Plätze besitzt. War der SV Wehen Wiesbaden nach dem 17. Spieltag noch Tabellenführer der 3. Liga, so belegen die Hessen mittlerweile nach der Niederlage gegen Regensburg am vergangenen Spieltag mit 45 Punkten Tabellenrang 9 und liegen somit derzeit zehn Punkte hinter den drittplatzierten Stuttgarter Kickers. Die SG ist ihrerseits seit sechs Partien ungeschlagen und liegt mit 34 Punkten auf dem 16. Tabellenplatz.

Rüdiger Rehm interessieren allerdings aktuelle Platzierungen und Rechenspiele gänzlich wenig, seine volle Konzentration gilt allein den 90 Minuten am kommenden Samstag: „Wiesbaden war vor der Saison sicherlich einer der heißesten Aufstiegskandidaten. Nun ist man in der Tabelle zwar etwas ins Mittelfeld gerutscht, dennoch verfügt die Mannschaft über große individuelle Klasse und über viele Spieler mit höherklassiger Erfahrung“, so der Cheftrainer und fügt hinzu: „Insbesondere Stürmer Vunguidica strahlt stets Gefahr aus und wir müssen in jeder Spielsituation hellwach sein. Klar ist aber auch, dass wir unbedingt punkten möchten. Jeder zieht voll mit, wir sind gut drauf und werden alles einbringen, um gegen Wehen erfolgreich zu sein.“

Personell muss Rehm auf Denis Berger (Schulterverletzung), Jeremias Lorch (Kreuzbandriss) und Tobias Rühle (Muskelfaserriss) verzichten, Kai Gehring fehlt nach seiner Gelb-Roten Karte aus der Partie gegen Kiel. Felice Vecchione muss leider nach seinem Sehnenriss nochmals drei bis vier Wochen pausieren. Dies ergab eine MRT-Untersuchung am gestrigen Nachmittag. Ansonsten sind alle Spieler einsatzbereit und kämpfen in den verbleibenden Trainingseinheiten um die begehrten Plätze im SG-Kader.

Rund 150 SG-Anhänger begleiten die Aspacher in die Landeshauptstadt Hessens und werden das Team beim Kampf um Punkte für das gemeinsame Saisonziel unterstützen. Gästeinformationen des SV Wehen Wiesbaden findet ihr in unter "SG-Fans on Tour".


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Der nächste Schritt fürs Meisterstück

Rüdiger Rehm muss mit Großaspachs Drittligaelf morgen beim einstigen Titelfavoriten SV Wehen Wiesbaden ran

Die Fußballlehrer-Lizenz hat er in der Tasche. Das richtige Meisterstück für Rüdiger Rehm wäre aber der Nichtabstieg mit der SG Sonnenhof in der Dritten Liga. Morgen will der 36-Jährige mit Aspach beim SV Wehen Wiesbaden ab 14 Uhr (Brita-Arena) die nächsten Punkte holen, um dem großen Saisonziel einen weiteren Schritt näher zu kommen.

Von Uwe Flegel - Rüdiger Rehm hat im Fußball schon viel erlebt. Immerhin war der Mann aus dem Unterland in insgesamt 188 Spielen in der Zweiten Bundesliga für Mannheim, Reutlingen, Aue und Offenbach am Ball. Das, was der Vater zweier Kinder in den vergangenen zehn Monaten in Sachen Fußball erlebte, ist selbst für einen erfahrenen Ex-Profi außergewöhnlich. Vom Meistermacher und Aufstiegstrainer zum Großaspacher Coach mit der Doppelbelastung des Fußballlehrer-Lehrgangs in Hennef zum Nur-noch-Schüler nach der Beurlaubung Ende Oktober und zurück zum Nur-noch-Trainer im Fautenhau Ende Februar. War der Weg des Mannes aus dem Unterland in seinen ersten sechs Jahren beim Sonnenhof eine gerade Linie vom Spieler über den Co- zum Cheftrainer, gleichen die letzten zehn Monate einer Achterbahnfahrt. Folge einer Fehleinschätzung zu Saisonbeginn? „Unterschätzt haben wir es nicht“, blickt Rehm zurück und erklärt: „Ich glaube, dass die Negativserie im Herbst zu viel war. Wenn du zu Beginn der Woche als Trainer nicht da bist, dann kannst du nicht mehr eingreifen, wenn’s nötig gewesen wäre.“

„Wer weiß, für was es gut ist“, hakt Rehm den Stress und die Freistellung von damals ab. Er weiß selbst, dass ihm im Herbst 2014 die schwere Zeit ins Gesicht geschrieben stand. Vielleicht berichtet er deshalb heute davon, dass „die Enttäuschung bei meiner Frau nach der Beurlaubung größer war als bei mir“. Schließlich hatte sie zu Hause „einen super Job gemacht“, bekennt Rehm und weiß für die Leistung daheim nur ein Wort: „Sensationell.“ Doch obwohl ihm seine Gattin den Rücken freihielt und akzeptierte, dass ihr Mann kaum noch Zeit für die Kinder fand und in einem Monat „höchstens drei, vier Nächte daheim war“, hatte es nicht gereicht. Rückblickend bekennt Rehm: „Ich glaube nicht, dass ich bis März durchgehalten hätte.“ Ohnehin konnten seine Mitschüler „nicht verstehen, wie das gehen soll“.

Nun hat er die Lizenz in der Tasche und leitet nach dem vorzeitigen Abschied seines Nachfolgers Uwe Rapolder wieder die Geschicke im Training. Und das mit starker Bilanz: Seit Rehms Rückkehr ist Aspach ungeschlagen, sammelte in sechs Spielen stolze zwölf Punkte und ist auf einem guten Weg, die Liga zu halten. „Ich hatte nie Bedenken, dass ich die Lizenz nicht schaffe. Aber den Nichtabstieg zu schaffen, das ist enorm schwer“, bewertet der SG-Coach beide Aufgaben. Wobei er klar sagt, dass ihn Hennef eindeutig weitergebracht hat. „Ich habe Dinge gelernt, die ich sofort umgesetzt habe.“ Zum Beispiel bei der Trainingssteuerung. Es sei mehr Struktur in Sachen Erholungs- und Belastungsphasen.

Ob dies das Geheimnis für Großaspachs zurückgekehrte Stärke ist? Eher nicht. Vielmehr ist es so, dass seit Rehms Rückkehr wieder eine echte Einheit auf dem Feld steht. Eine Mannschaft, die sich mittlerweile fünf Punkte Vorsprung auf die Abstiegsplätze erarbeitet hat. Morgen beim Tabellenneunten Wehen soll der nächste Schritt dafür gemacht werden, dass auf den Erwerb der Lizenz nun noch Rüdiger Rehms richtiges Meisterstück folgt.

^^^ Auf bestem Wege, Aspach die Richtung zum Ligaverbleib weisen zu können:
Trainer Rüdiger Rehm. Foto: A. Becher

SG auf bkz-online

Dank des Livetickers unserer Zeitung können morgen auch die Leser aktuell am Ball sein, die in Wiesbaden nicht dabei sind. Unter www.bkz-online.de gibt es während des Spiels alle Informationen zu den 90 Minuten der SG beim SV Wehen. Zudem gibt es tags drauf ein kommentiertes Video mit den wichtigsten Szenen der Partie.

Quelle: Backnanger Kreiszeitung am 10. April 2015