3.L | Freitag, 27. Februar 2015 (tai)
Rehm: "90 Tage, 13 Spiele, ein Ziel!"

27.SpT  |  3.Liga  |  Saison 2014/15

SG Sonnenhof Großaspach - Energie Cottbus
Samstag, 28. Februar  |  14:00 Uhr  |  mechatronik Arena

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SG auf bkz-online und im Livestream

Zum Heimspiel der SG Sonnenhof bietet unsere Zeitung wie üblich den Liveticker an. Alle Infos zum Duell mit Ex-Erstligist Cottbus gibt es unter www.bkz-online.de. Unter dieser Adresse ist später auch ein Video zu finden.

Wer die SG nicht live vor Ort unterstützen kann, der steht nicht im Regen. RBB überträgt die Partie ab 13:55 Uhr im [Livestream].


Gegen Cottbus die Wende einleiten

(PM) Die SG Sonnenhof Großaspach empfängt am Samstag Energie Cottbus in der mechatronik Arena. Anpfiff gegen den Ex-Bundesligisten ist um 14 Uhr.

Der Aufstiegstrainer Rüdiger Rehm ist wieder zurück, nachdem Uwe Rapolder einen Tag nach der 1:4-Heimniederlage gegen die SpVgg Unterhaching sein Amt zur Verfügung gestellt hatte. Nun soll im Heimspiel gegen Energie Cottbus unbedingt gepunktet werden, denn bislang holte der Aufsteiger im neuen Jahr aus drei Partien lediglich einen Zähler. Während die SG zwei empfindliche Niederlagen in Folge kassierte, konnten die Gäste aus der Lausitz mit zwei Siegen in Serie viel Selbstvertrauen tanken. Dabei präsentierte sich vor allem Tim Kleindienst gut in Schuss, schließlich traf der 19-jährige Stürmer zuletzt gegen Regensburg dreifach. Der FCE wird jedenfalls gewillt sein, seinen positiven Lauf in Aspach fortzusetzen.

Das weiß Rüdiger Rehm natürlich genau und strahlt dennoch eine große Zuversicht aus: „90 Tage, 13 Spiele, ein Ziel. Das muss nun das Motto sein, das ist jetzt das was zählt und dieses Ziel möchten wir unbedingt erreichen. Wir haben zwei Punkte Rückstand und die werden wir in den kommenden Spielen aufholen. Ich bin zu 100 Prozent überzeugt, dass wir den Klassenerhalt schaffen werden und am Samstag machen wir gegen Cottbus hierfür den ersten Schritt. Gegen diesen ambitionierten Gegner wird ganz klar eine starke Leistung benötigt, aber auch die Unterstützung der Region und unserer Fans“, so der alte und neue Cheftrainer auf der heutigen Pressekonferenz.

Der 36-Jährige kann für die Aufgabe gegen die Lausitzer zumindest wieder zwei Rückkehrer im Kader begrüßen. Fabian Aupperle hat seine Rotsperre abgesessen und Robin Schuster seine Grippe überstanden. Auf die langzeitverletzten Spieler muss Rehm aber weiterhin verzichten. Namentlich sind das Jeremias Lorch, Robin Binder, Felice Vecchione, Julian Leist, Denis Berger und Sebastian Gleißner. Hinter dem Einsatz von Daniel Hägele steht nach wie vor ein Fragezeichen, denn der Kapitän hat mit Knieproblemen zu kämpfen. Der Cheftrainer wird sich in den verbleibenden Trainingseinheiten noch einen genauen Eindruck verschaffen, ehe am morgigen Freitag der endgültige Kader bekannt gegeben wird.


Bremen dient Rehm als Mutmacher

Lange ein heißer Abstiegskandidat, nun in Schlagdistanz zum Europapokal: Aspachs Trainer-Rückkehrer führt Werder als Vorbild an

„90 Tage, 13 Spiele, 1 Ziel.“ Unter dieses plakative Motto stellt Rüdiger Rehm seine Mission, Großaspachs Drittliga-Kicker zum Klassenverbleib zu führen. Der alte und neue Trainer wirkt nach seiner viermonatigen Auszeit motiviert bis in die Haarspitzen, morgen (14 Uhr, Mechatronik-Arena) will er mit der SG Sonnenhof zu Hause gegen Cottbus durchstarten.

Von Steffen Grün - Für Rehm war es schon ein etwas anderes Gefühl als nach einer Sommer- oder Winterpause, als er am Mittwoch zu Hause im Unterland zur ersten Trainingseinheit an seiner alten und neuen Wirkungsstätte im Fautenhau aufbrach. „Als ich losgefahren bin, war es komisch“, erzählt der 36-Jährige, „als ich angekommen bin, war es wie immer.“ Wie in seiner ersten Amtszeit als SG-Chefcoach also, die als Nachfolger von Alexander Zorniger im Juni 2012 begann und im Oktober 2014 nach der sportlichen Talfahrt des Drittliga-Neulings endete.

Damals war geplant, dass sich der ehemalige Profi auf den DFB-Fußballlehrer-Lehrgang konzentriert und sein bis 30. Juni 2016 laufender Vertrag in Aspach ruht, Uwe Rapolder den Verein derweil vor dem Abstieg rettet und Rehm zur neuen Saison wieder übernimmt. Nun war es vier Monate früher so weit, für die SG-Verantwortlichen um Sportdirektor Joannis Koukoutrigas war nach Rapolders Rücktritt „nach knapp 30 Minuten klar, dass wir mit Rüdiger Rehm in Kontakt treten. Er hat sofort signalisiert, dass er wieder parat steht“.

Wer sieht, wie der Trainer unter Strom steht, den überrascht das nicht. „Ich bringe viel Power und Emotionen mit“, betont Rehm, „ich bin zu 100 Prozent überzeugt, dass wir den Klassenverbleib packen können. Ich weiß, an welchen Hebeln ich drehen muss.“ Er will zum Beispiel die trüben Gedanken verscheuchen, die sich nach den beiden 1:4-Niederlagen gegen den VfB II und Unterhaching zuletzt eingeschlichen haben, und wieder Begeisterung wecken. „Wir müssen wieder Leben in die Bude bringen“, verkündet Rehm, wohl wissend, dass das alleine längst nicht reicht.

Viel wichtiger wird sein, dass die Spieler auf dem Platz ganz genau wissen, was zu tun ist, was der alte und neue Trainer von ihnen erwartet. „Ich kenne das Team in- und auswendig“, sagt Rehm, der auch die Mehrzahl aller Partien während seiner Auszeit live in den Stadion gesehen hat, den Rest zumindest auf Video: „Ich will meine Spielidee schnell wieder vermitteln, jeder Trainer hat eine andere.“ Die Grundordnung sei nicht das Wichtigste, es komme vielmehr darauf an, wie sie interpretiert wird. Klar ist für ihn nur, hinten auf eine Viererkette zu setzen, ansonsten gilt: „Wir werden einen kompakten Defensivblock auf den Platz stellen, meine Mannschaft wird aber auch wissen, was sie nach Ballgewinnen zu tun hat.“ Schnelles Umschaltspiel ist wichtig.

Welche Startelf er gegen Energie Cottbus ins Rennen schickt, lässt Rehm offen: „Keiner hat eine Garantie, auf dem Platz zu stehen, jeder kann sich im Training aufdrängen.“ Er schaue auch auf die Körpersprache, denn „die Jungs müssen mental stabil sein“, um im Abstiegskampf bestehen zu können. Trotz der zuletzt schwachen Leistungen glaubt der Coach an den Klassenverbleib und findet ein Beispiel, um seinen Spielern Mut zu machen: „Werder Bremen hatte jeder abgeschrieben, jetzt klopfen sie an die Tür zum Europacup. Das ist Fußball.“

^^^ Strahlt enorme Zuversicht aus:
Großaspachs alter und neuer Trainer Rüdiger Rehm.
Foto: A. Becher

Quelle: Backnanger Kreiszeitung am 27. Februar 2015