3.L | Mittwoch, 25. Februar 2015 (BKZ)
Wieder 1:4 - SG taumelt schwer in Halbzeit Zwei

Nachholspiel 23.SpT  |  3.Liga  |  Saison 2014/15

SG Sonnenhof Großaspach - SpVgg Unterhaching   1:4 (1:1)
Dienstag, 24. Februar  |  19:00 Uhr  |  mechatronik Arena

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Nach der Pause eingebrochen: SG verliert wieder 1:4

Aspachs Drittliga-Kicker gehen gegen Unterhaching leer aus

Zur Pause sah es beim 1:1 noch nach einem Kellerduell auf des Messers Schneide aus, eine gute Viertelstunde später herrschte Tristesse im Fautenhau. Nun lagen Aspachs Drittliga-Fußballer gegen die Spvgg Unterhaching mit 1:4 hinten. Dabei blieb es, die Luft war erkennbar raus. Die Lage der SG Sonnenhof im Abstiegskampf wird immer bedrohlicher.


Von Steffen Grün


55 Minuten waren gespielt, als die SG-Fans auf den Stehplätzen die Geduld mit ihrem Team verloren und direkt nach dem 1:3 Gesänge anstimmten, die in Krisenzeiten in jedem Stadion zu hören sind: „Aufwachen, aufwachen“ und „Wir wollen Euch kämpfen sehen“. Nachdem die zweite 1:4-Pleite in Folge perfekt war, trat das Team trotzdem den Weg zum Fanblock an, wo es zur offenen Diskussion und zur Versöhnung kam. Das ändert aber nichts daran, dass es in Großaspach immer unruhiger wird. Zu unbefriedigend ist die Bilanz im neuen Jahr: Nur ein Punkt und 3:9 Tore aus drei Partien im eigenen Stadion gegen drei direkte Rivalen im Abstiegskampf.

Dabei sah es gegen Unterhaching trotz des verletzungsbedingten Fehlens von Kapitän Daniel Hägele in den ersten Minuten so aus, als hätte die SG das 1:4 gegen den VfB II aus den Klamotten geschüttelt und sei bereit, das ersehnte Erfolgserlebnis einzufahren. Die Gäste gaben durch Alon Abelski zwar den ersten Warnschuss ab (5.), doch viel gefährlicher war der Versuch von Aspachs Tobias Rühle 120 Sekunden später. Er kurvte nach einem Pass von Matthias Morys von der rechten Seite in die Mitte, um mit links abzuziehen. Knapp sauste die Kugel über die Latte. Die Hausherren, bei denen Christopher Gäng statt Kevin Kunz das Tor hütete, machten einen engagierten, konzentrierten Eindruck. Den Lohn ernteten sie nach elf Minuten. Nico Jüllich setzte Rühle in Szene, der aus halbrechter Position und zehn Metern mit einem Schuss ins lange Eck zum 1:0 traf.

Es passt zur Situation, in der die Aspacher stecken, dass die Führung nur sechs Minuten hielt. Die SG brachte das Leder nicht aus der Gefahrenzone. Es landete bei Damian Gaska, dem alle Gegenspieler tatenlos dabei zuschauten, wie er aus zehn Metern abzog. Der Ball schlug im rechten unteren Eck ein, 1:1. Dabei blieb es bis zur Pause – auch, weil der Referee zumindest kein Heimschiedsrichter war. Nach einem Kopfball von Njazi Kuqi nach einer Ecke von Michele Rizzi reklamierte der Vorletzte vergeblich einen Handelfmeter (25.). Die Pfeife blieb ebenfalls stumm, als Simon Skarlatidis nach einem Rizzi-Zuspiel auf dem Weg zum Tor von Markus Schwabl unsanft gestoppt wurde (34.). Keine Notbremse, keine Rote Karte – eine zumindest umstrittene Entscheidung, die allerdings keine Entschuldigung für das ist, was die SG in der zweiten Halbzeit ablieferte.

Erst vier Minuten war die Pause vorbei, als Unterhachings Danilo Dittrich unbedrängt aus 17 Metern schießen durfte. Die Latte verhinderte die Führung der Gäste, die am Drücker blieben. 180 Sekunden später lupfte Dominik Widemann die Kugel herrlich in den SG-Strafraum, wo Pascal Köpke, der Sohn des DFB-Torwarttrainers, aus acht Metern ins rechte Eck traf. 1:2 – Aspach drohte der nächste Nackenschlag. Im Gegenzug schoss Rühle deutlich vorbei, weitere zwei Minuten später klingelte es auf der anderen Seite schon wieder. Die SG war zu offen dafür, dass noch so lange Zeit für die Wende blieb, und lief in einen Konter. Abelski auf Widemann, der Keeper der Hausherren, verließ seinen Kasten, doch Gäng lief nicht durch. Der Bayer schob die Kugel ins Netz.

1:3 – vielleicht hätte es die SG noch einmal spannend machen können, wenn es in der 62. Minute einen Elfmeter für das reklamierte Handspiel von Schwabl gegeben hätte. Gab es nicht, stattdessen fing sich Aspach im Gegenzug das vierte Tor. Die Situation schien geklärt, als sich Shqiprim Binakaj und Gäng uneinig waren. Der Ball fiel vor die Füße von Fabian Götze, der Bruder des Weltmeisters sagte danke.

Keine Punkte also für die Aspacher, die sich heute vielleicht auch auf Trainersuche begeben müssen. Uwe Rapolder trug sich nach dem Spiel ganz offen mit Rücktrittsgedanken. Unruhige Zeiten im Fautenhau.

Rapolder denkt laut über Rücktritt nach

Von Uwe Flegel - Was als Beginn eines Großangriffs im Kampf um den Klassenverbleib geplant war, droht für die SG Sonnenhof zum derben Schlag ins Kontor zu werden. Wenn sich über Nacht nicht noch das Blatt wendet, dann steht beim Drittligisten aus dem Fautenhau der zweite Trainerwechsel an. „Ich muss erst einmal eine Nacht drüber schlafen“, gab sich SG-Trainer Uwe Rapolder nach der 1:4-Pleite im Kellerduell gegen Unterhaching gestern Abend resigniert, um dann nachzulegen: „Ich muss sehen, ob das, was ich hier machen wollte, nämlich helfen, noch geht.“ Der erfahrene Coach war damit aber noch nicht fertig: „Ich muss mit Uli Ferber und dem Präsidenten Werner Benignus reden.“ Was er mit dem Aufsichtsratsmitglied und dem Klubboss besprechen will, ist klar: Macht Rapolders Arbeit in Großaspach noch Sinn? Für den 56-Jährigen eher nicht. Nach der bitteren Niederlage des Vorletzten sagte er: „Da steht der Trainer in der Pflicht.“ Damit sprach Rapolder, der erst im Herbst das Ruder vom in Hennef bis Mitte März die Fußballlehrerlizenz ablegenden Rüdiger Rehm übernommen hat, von den 90 Minuten auf dem Platz. „Katastrophe. Die zweite 1:4-Niederlage innerhalb von vier Tagen. Die erste Halbzeit war okay, die zweite stimmt mich nachdenklich“, kommentierte Rapolder die Leistung. So nachdenklich, dass er nun erst einmal eine Nacht drüber schlafen muss, ob er für sich noch eine Zukunft in Aspach sieht.

Ob Verein und Coach heute wirklich den Schritt gehen, ist wahrscheinlich aber noch nicht sicher. SG-Pressechef Benjamin Ippoliti bat um Verständnis für Rapolders Reaktion: „Es ist verständlich, wenn der Cheftrainer nach so einem Spiel angefasst ist.“ Deshalb sei es für alle Beteiligten gut, das Ganze nun erst einmal sacken zu lassen. Die Frage, wie der Verein sich zu den lauten Rücktrittsgedanken stellt, beantwortete Ippoliti so: „Es ist klar, dass man nicht unmittelbar nach dem Spiel eine Entscheidung trifft.“

Spieler, Tore, Fakten

SG Sonnenhof Großaspach: Gäng – Binakaj, Gehring, Mirko Schuster, Landeka – Skarlatidis, Jüllich (80. Heinrich), Rizzi, Morys (70. Sohm) – Rühle, Kuqi (70. Senesie).
Spvgg Unterhaching: Marinovic – Welzmüller, Schwabl, Erb, Götze – Thiel, Abelski (86. Kranitz), Gaska (57. Haas), Dittrich – Köpke, Widemann (80. Hufnagel).
Tore: 1:0 (11.) Rühle, 1:1 (17.) Gaska, 1:2 (52.) Köpke, 1:3 (55.) Widemann, 1:4 (62.) Götze.
Gelbe Karten: Schuster / Götze.
Schiedsrichter: Bandurski (Oberhausen).
Zuschauer: 600.

SG auf bkz-online

Von der bitteren 1:4-Niederlage der SG Sonnenhof Großaspach im Kellerduell gegen die Spvgg Unterhaching gestern Abend findet sich ein Video mit den Toren und Stimmen zum Spiel unter www.bkz-online.de.

Quelle: Backnanger Kreiszeitung am 25. Februar 2015