3.L | Dienstag, 24. Februar 2015 (BKZ)
Blick nach Vorne, auch heute gegen Haching

Nachholspiel 23.SpT  |  3.Liga  |  Saison 2014/15

SG Sonnenhof Großaspach - SpVgg Unterhaching
Dienstag, 24. Februar  |  19:00 Uhr  |  mechatronik Arena

Benignus: Abhaken und nach vorne blicken

Aspachs Präsident will keine hängenden Köpfe sehen, sondern Spieler und Trainer die mit Zuversicht ins letzte Saisondrittel gehen

Werner Benignus macht kein Geheimnis draus: Auch er war nach dem 1:4 gegen den VfB Stuttgart II enttäuscht. Der Präsident der SG Sonnenhof hat die Niederlage im Nachbarschaftsduell aber rasch abgehakt. Vor dem heutigen Nachholspiel gegen das ebenfalls abstiegsbedrohte Unterhaching fordert Benignus: „Abhaken und nach vorne schauen.


Von Uwe Flegel


Wer am Samstagnachmittag und am Sonntagmorgen durch den Fautenhau lief, der musste denken, dass beim Fußball-Drittligisten die sogenannte Elefantenkrankheit ausgebrochen ist. Die Köpfe waren nach der verdienten Niederlage gegen die Bundesligareserve arg tief gesunken. Und: Sie waren auch tags drauf noch nicht wieder viel weiter oben.

Für Benignus war’s einerseits verständlich. Andererseits war der Präsident des Drittligisten mit dem niedrigsten Etat (2,3 Millionen Euro) der Liga neben dem heutigen Gegner Spvgg Unterhaching aber ein wenig erstaunt. Denn: „Es darf sich doch niemand etwas vormachen. Wir werden bis zum letzten Spieltag um den Klassenverbleib kämpfen müssen.“ Deshalb war das 1:4 gegen Stuttgart für ihn fraglos enttäuschend. Grund dafür, alles infrage zu stellen, war die Parte allerdings noch lange nicht. Warum auch. Gelingt dem Aufsteiger im Nachholspiel gegen den Tabellenfünfzehnten aus Bayern heute Abend ein Heimsieg, dann ist die SG nicht mehr Vorletzter, sondern nimmt als 17. einen Nichtabstiegsplatz ein. „Dann sind wir über dem Strich“, sagt Großaspachs Präsident dazu und fügt an. „Und nur das zählt für uns am Ende der Saison.“

Dass seine Mannschaft nach der Winterpause noch nicht richtig auf Touren ist, weiß der langjährige Boss der SG-Fußballer. Die Bilanz mit einem Punkt aus den zwei Partien in diesem Jahr, stellt ihn nicht zufrieden. Doch Werner Benignus will auf solche Dinge gar nicht groß eingehen. Er nimmt den Bericht der Backnanger Kreiszeitung und sagt: „Was ich da übers VfB-Spiel gelesen habe, stimmt alles.“ Zu lange aufhalten will er sich damit dennoch nicht. Das wäre Ballast. „Abhaken und nach vorne schauen“, empfiehlt der alte Fahrensmann sich, seinen Mitstreitern und den Kickern. Entsprechend zuversichtlich will der SG-Oberste voranmarschieren: „Ich bin nach wie vor der festen Überzeugung, dass wir nach dem 38. Spieltag am 24. Mai draußen im Fautenhau ein schönes Fest feiern werden. Arminia Bielefeld den Aufstieg und wir den Nichtabstieg.“

Werner Benignus baut dabei unter anderem darauf, dass die SG in den noch ausstehenden 14 Saisonspielen achtmal noch zu Hause ran darf. Ein Pfund mit dem er wuchern will. Am besten bereits in den kommenden fünf Tagen: Aus den Heimspielen heute und am Samstag gegen die Ex-Bundesligisten Unterhaching und Cottbus wünscht sich der Präsident vier Punkte, um schmunzelnd noch draufzusatteln „gegen sechs hätte ich selbstverständlich auch nichts“.

Der Präsident weiß, dass der Ligaverbleib auch bei einem optimalen Verlauf dieser Woche kein Selbstläufer wird. Extrem helfen würde ein Erfolgserlebnis aber schon. Damit sein Team wieder an Sicherheit und Selbstvertrauen gewinnt: „Der Knoten muss sich lösen.“ Benignus hofft, dass die Fans der Mannschaft weiterhin die Treue halten und bei all den Rückschlägen nicht vergessen, dass es für einen kleinen Verein aus einem 8000-Seelen-Dorf eigentlich schon ein Riesenerfolg ist, im Konzert der Großen eine Rolle als ernsthafter Konkurrent spielen zu können. Und selbst wenn’s nicht reicht, „dann ist unser Verein weiterhin sehr gut aufgestellt“. Aber: Mit dem Thema Abstieg will sich Benignus gar nicht beschäftigen. Er tut lieber alles, um das Klassenziel zu erreichen. Denn: „Zurück schauen hilft nicht. Wir müssen nach vorne blicken.“ Und das heißt? „Heute Abend haben wir eine neue Chance.“

Wegweisendes Spiel

Aspach empfängt Unterhaching heute (19 Uhr) zum Kellerduell

Das 1:4 gegen den VfB II abhaken, nach vorne schauen – etwas anderes bleibt Großaspachs Drittliga-Kickern nicht übrig. Denn schon heute um 19 Uhr kreuzt Unterhaching zum wegweisenden Kellerduell in der Mechatronik-Arena auf.

(pm/stg). Zwei Spiele im eigenen Stadion, ein Punkt: Die SG Sonnenhof kam nach der Winterpause noch nicht in Tritt. Der Neuling verharrt mit 22 Punkten auf dem vorletzten Platz, im Fautenhau macht es sich das Abstiegsgespenst so langsam bequem. Nicht hoch genug einzuschätzen ist daher die Bedeutung des heutigen Nachholspiels gegen die Spvgg Unterhaching, die als 14. mit 27 Punkten noch zu den direkten Rivalen im Tabellenkeller zählt, im Falle einer Großaspacher Niederlage aber zumindest fürs Erste enteilt wäre. Auch die Oberbayern holten 2015 aus zwei Duellen erst einen Punkt, zudem gingen in der Winterpause mehrere Spieler, darunter Leistungsträger wie Torwart Michael Zetterer (Werder Bremen) und Stürmer Andreas Voglsammer (1. FC Heidenheim).

SG-Trainer Uwe Rapolder weiß selbstverständlich um die Bedeutung der Partie. Er fordert mit Nachdruck: „Wir müssen kompakter und aggressiver auftreten als zuletzt. Wir werden gegen Unterhaching alles geben und investieren, um zu punkten.“ Der 56-Jährige kann personell heute nicht aus dem Vollen schöpfen. Neben den langzeitverletzten Julian Leist, Jeremias Lorch, Felice Vecchione, Denis Berger und Sebastian Gleißner fehlen der noch einmal rotgesperrte Fabian Aupperle sowie der weiterhin grippekranke Robin Schuster. Hinter dem Einsatz von Daniel Hägele steht ein Fragezeichen: Den Kapitän plagen mit Knieprobleme.

Liveticker und Video

Unsere Zeitung bietet als speziellen Service für die Leser auch zum heutigen Nachholspiel der SG Sonnenhof einen Liveticker an. Alle Infos zum Kellerduell der Großaspacher Drittligafußballer gegen die Spvgg Unterhaching gibt es unter www.bkz-online.de. Unter dieser Internetadresse ist dann auch noch ein Video vom Kellerduell zu finden.

Quelle: Backnanger Kreiszeitung am 24. Februar 2015