3.L | Montag, 23. Februar 2015 (BKZ)
Gegen den VfB nur kurze Zeit Hoffnung

26.SpT  |  3.Liga  |  Saison 2014/15

VfB Stuttgart II - SG Sonnenhof Großaspach   4:1 (1:0)
Samstag, 21. Februar  |  14:00 Uhr  |  mechatronik Arena

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Im Fautenhau schrillen die Alarmglocken

Beim 1:4 gegen den VfB II lassen Großaspachs Drittliga-Fußballer fast alles vermissen, was im Abstiegskampf gebraucht wird

Es war von allem zu wenig, um gegen den mit drei Profis des Erstliga-Kaders angereicherten VfB Stuttgart II etwas zu holen. Zu wenig Spielfreude, Aggressivität, Kompaktheit – am 1:4 der Drittliga-Kicker der SG Sonnenhof Großaspach war nichts zu deuteln. Umso wichtiger ist morgen ein Heimsieg gegen Unterhaching (19 Uhr).

Von Steffen Grün - Seit dem 2. November 2014 und dem 2:1 gegen Dortmund II hatte Stuttgart II achtmal vergeblich versucht, ein Punktspiel zu gewinnen. Drei Unentschieden, mehr war nicht drin. Spätestens nach dem 1:4 beim Letzten in Regensburg schrillten auf dem Wasen nicht mehr nur in Sachen Bundesliga alle Alarmglocken. Verstummt sind sie nach dem klaren Sieg im Fautenhau nicht, leiser geworden allemal. Umso lauter läuten sie bei den Aspachern, die offiziell zu Gast im eigenen Stadion waren und sich auch nicht wie selbstbewusste Hausherren präsentierten. Nach dem auch in der Höhe nicht zu beanstandenden 1:4 bleibt die SG mit 22 Punkten 19. und Vorletzter. Als 14. hat der VfB II bereits acht Zähler mehr.

Im ungleichen Duell gab es aber eine Phase, in der die Partie hätte kippen können – zwischen der 62. und 68. Minute. Es begann damit, dass Stuttgarts Flügelspieler Jerome Kiesewetter in den Strafraum eindrang und von Mirko Schuster umgesenst wurde. Elfer fürs Team von Jürgen Kramny, das es bis dahin versäumt hatte, mehr als ein 1:0 vorzulegen. Marvin Wanitzek zielte zu genau, die Kugel prallte an den rechten Pfosten. SG-Trainer Uwe Rapolder wechselte drei Spieler auf einen Streich, brachte Njazi Kuqi, Sahr Senesie und Nico Jüllich für Matthias Morys, Michele Rizzi und Mirko Schuster. Kaum war das Trio getauscht, stand es 1:1. Sebastian Schiek zirkelte eine Flanke von der rechten Seite auf den langen Pfosten, wo Tobias Rühle lauerte und volley einschoss.

Das Momentum sprach für den Vorletzten, der die unverhoffte Chance hatte, das Ruder rumzureißen. 180 Sekunden später war die Hoffnung aber wieder passé. Daniel Ginczek scheiterte nach Kiesewetters Hereingabe zunächst noch an SG-Torwart Kevin Kunz, doch im zweiten Anlauf traf der VfB-Stürmer. Für die Aspacher wirkte dieses 1:2 wie ein K.o.-Schlag. Ginczek erhöhte mit seinem fünften Tor im fünften Drittligaspiel (71.) und dürfte sich nur geärgert haben, dass Huub Stevens die Arena zu der Zeit schon verlassen hatte. Den Schlusspunkt zum 4:1 (81.) setzte der Ex-Aspacher Pascal Breier nach einem Konter über Kiesewetter und Francesco Lovric.

Verdient war dieser Dreier für den VfB auch wegen der ersten Halbzeit, nach der Rapolders Team von Glück sagen konnte, nur 0:1 hinten zu liegen. Die betont defensive SG, deren Dreierabwehrkette in der Rückwärtsbewegung zu einem trotzdem löchrigen Fünfer-Riegel wurde, hatte keine echte Torchance. Von schnellem Umschalten war nichts zu sehen, während Stuttgart auf dem holprigen Rasen nett kombinierte und durch Sercan Sararer (28.) und Ginczek (29.) dicke Möglichkeiten hatte. Es war daher verdient, als der starke Innenverteidiger Karim Haggui nach einem Wanitzek-Freistoß zum 1:0 (42.) einköpfte. Sararer, Ginczek, Haggui – es waren nicht nur diese drei Stevens-Abgesandten, die im Fautenhau für die qualitativen Unterschiede zwischen beiden Teams sorgten.

Stenogramm

VfB Stuttgart II: Vlachodimos – Lang, Haggui, Sama, Leibold – Kiesewetter, Wanitzek, Lovric, Sararer (89. Weiss) – Tashchy (73. Breier), Ginczek (84. Eisele).
SG Sonnenhof Großaspach: Kunz – Gehring, Hägele, Mirko Schuster (64. Jüllich) – Binakaj, Schiek, Rizzi (64. Senesie), Landeka – Skarlatidis, Rühle, Morys (64. Kuqi).
Tore: 1:0 (42.) Haggui, 1:1 (65.) Rühle, 2:1, 3:1 (68./71.) Ginczek, 4:1 (81.) Breier.
Gelbe Karten: Haggui, Leibold, Wanitzek, Ginczek / Morys, Schiek.
Besonderes Vorkommnis: Wanitzek (62.) verschießt Elfmeter.
Schiedsrichter: Cortus (Röthenbach).
Zuschauer: 950.

Quelle: Backnanger Kreiszeitung am 23. Februar 2015