3.L | Montag, 16. Februar 2015 (BKZ)
Einen Punkt in der zweiten Halbzeit erkämpft

25.SpT  |  3.Liga  |  Saison 2014/15

SG Sonnenhof Großaspach - Hansa Rostock   1:1 (0:1)
Samstag, 14. Februar  |  14:00 Uhr  |  mechatronik Arena

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[Online Videobericht des SWR "Sport am Samstag"]

Nur mit Mühe einen Fehlstart verhindert

Aspachs Elf nimmt im Kellerduell der Dritten Liga gegen Rostock erst nach der Pause den Kampf an– Joker Rühle trifft zum 1:1

Zur Pause lange Gesichter, am Ende doch noch erleichterte Mienen: Nur knapp entging Fußball-Drittligist SG Sonnenhof Großaspach einem Fehlstart in die zweite Saisonhälfte. 1:1 trennte sich der Vorletzte im Kellerduell vom Drittletzten Hansa Rostock. Joker Tobias Rühle glich Mitte der zweiten Halbzeit die verdiente Gästeführung aus.


Von Uwe Flegel


„Wir wollten einen guten Start, aber Fußball ist kein Wunschkonzert“, gestand SG-Coach Uwe Rapolder, dass er mit dem Teilerfolg nur teilweise einverstanden war. Allerdings: Mehr als ein Zähler wäre nicht verdient gewesen. Wenn sich jemand ärgern durfte, dass es keinen Dreier gab, dann Rostock. Der Ex-Bundesligist war im ersten Durchgang klar besser, führte nach dem Kopfballtor des aufgerückten Verteidigers Steven Ruprecht (21.) hoch verdient mit 1:0. Bei fast jedem Eckball oder Freistoß, den Standardspezialist Christian Bickel hoch in den Strafraum schlug, stockte den SG-Fans der Atem. Mit Glück und etwas Geschick zog die Elf um Kapitän Daniel Hägele, der tags zuvor das erste Mal seit langem wieder mit dem Team trainiert hatte und dann prompt überraschend von Anfang an auflief, den Kopf aus der Schlinge.

Dagegen lief beim Sonnenhof in der Offensive zunächst gar nichts. Probleme im Spielaufbau und Stillstand an vorderster Front. Torchancen für die Gastgeber: Null. „Wir müssen über die erste Halbzeit reden“, gab sich Rapolder keine Mühe, seine Unzufriedenheit zu verbergen. Etwas Verständnis für den Auftritt seiner Elf hatte er dann aber doch, als er auf die schwierigen und schlechten Trainingsbedingungen in und rund um Aspach in der Vorbereitung hinwies.

Nach der Pause zeigten die SG-Fußballer, dass es dennoch möglich ist, mit Kampf und Einsatzbereitschaft etwas auszurichten. Bestes Beispiel war der Ausgleichstreffer des zur Halbzeit eingewechselten Tobias Rühle. Denn nachdem Kai Gehring in guter Position ausgerutscht war und den Ball nur noch nach innen stochern konnte, setzten die Hausherren richtig nach. Aus einem Getümmel gelangte der Ball zu Rühle, der sich die Kugel vorlegte und sie aus der Drehung aus sieben Metern in den oberen Winkel des kurzen Ecks drosch – 1:1 (74.). Und: „Ein Punkt der Moral“, wie Rapolder lobte, während sich Hansa-Trainer Karsten Baumann ärgerte: „Über die zweite Halbzeit müssen wir reden.“

Zwei Aufreger gab’s noch. Für den ersten sorgte der zur Pause eingewechselte Fabian Aupperle, der kurz vor Schluss an der Seitenlinie den Rostocker Halil Savran foulte und sich Rot einhandelte. Für den zweiten Ärger waren einige unter rund 1000 Hansa-Fans zuständig, die sich mit SG-Anhängern eine Auseinandersetzung lieferten. Doch die rasch eingreifende Polizei hatte alles schnell wieder im Griff, wie es gestern auf Nachfrage unserer Zeitung von Polizeiseite hieß.

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Feierte sich und seinen Treffer zum 1:1: Tobias Rühle, der nach seiner Einwechslung zur Pause Schwung ins Aspacher Spiel brachte. Fotos: A. Becher

Rapolder setzt früh ein Zeichen

Schon zur Pause zweimal gewechselt

(uwe). Viermal in Folge darf Großaspach im Februar im heimischen Stadion ran. Rückenwind für den Abstiegskampf. Auch wenn der Auftakt fast daneben ging. Das 1:1 im Kellerduell gegen Hansa Rostock zählte zur Sorte glücklich und bedurfte einer großen Leistungssteigerung in der zweiten Halbzeit. Mit Njazi Kuqi und Sahr Senesie waren es zwei Offensivkräfte, die bereits zur Pause Opfer der Magerleistung zuvor wurden. Das Ausgleichstor des eingewechselten Tobias Rühle bestätigte Trainer Uwe Rapolder in der Maßnahme, früh Zeichen gesetzt zu haben: „Das war eine klare Botschaft: Wir brauchen Spieler, die marschieren.“ Vor allem an Bewegung hatte es bei der SG im ersten Durchgang gemangelt. Ein fataler Fehler auf einem Platz, der schmierig, holprig und nur schwer zu bespielen war. Dabei hatte Aspach alles dafür getan, dass überhaupt gekickt werden konnte. Nach der Schneeräumaktion vor eineinhalb Wochen waren in den 24 Stunden vor der Rostock-Partie mit Stangen kleine Löcher in den teilweise gefrorenen Rasen geschlagen worden, damit Wasser versickern konnte. Zudem wurden Teile eines Strafraums mit einer Art Heizzelt getrocknet. Viel Aufwand, der beinahe keinen Ertrag gebracht hätte und der in naher Zukunft nicht viel geringer wird. Nächsten Samstag steht im Fautenhau das Duell mit dem VfB II an, dann gastieren am Dienstag, 24. Februar, und am Samstag, 28. Februar, Unterhaching und Cottbus.

Spieler, Tore, Fakten

SG Sonnenhof Großaspach: Kunz – Binakaj, Gehring, Hägele, Landeka – Morys, Mirko Schuster, Rizzi, Skarlatidis – Senesie (46. Aupperle), Kuqi (46. Rühle).
Hansa Rostock: Schuhen – Ahlschwede, Hüsing, Ruprecht, Sumusalo – Weidlich, Kofler, Schünemann, Bickel (79. Krauße) – Sburlea (54. Savran), Ziemer.
Tore: 0:1 (21.) Ruprecht, 1:1 (74.) Rühle.
Gelbe Karten: Mirko Schuster, Rühle / Kofler.
Rote Karte: Aupperle (90.).
Schiedsrichter: Schult (Osterbeck).
Zuschauer: 2259.

SG auf bkz-online

Das 1:1 der SG Sonnenhof Großaspach im Kellerduell gegen Hansa Rostock nahm ein Filmteam unserer Zeitung ins Visier. Die Tore und Stimmen zum Spiel gibt es als Video im Internet unter www.bkz-online.de.

Quelle: Backnanger Kreiszeitung am 16. Februar 2015