RL | Montag, 11. November 2013 (tai|BKZ)
Ein Punkt und eine Rote Karte für Schuster

RL Südwest, 16. SpT:
Wormatia Worms - SG Sonnenhof Großaspach   1:1 (0:0)

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Großaspachs Regionalligaelf bleibt auswärts ungeschlagen. Dennoch gab’s nach dem 1:1 in Worms keinen riesengroßen Jubel. Ein tiefer und holpriger Rasen sowie kampfstarke Wormatia-Kicker erwiesen sich für die SG Sonnenhof als hartnäckige Gegner auf dem Weg zu drei Punkten. Zudem sah Abwehrorganisator Robin Schuster kurz vor Schluss Rot.

Von Tankred Volkmer - Zumindest kurzfristig hat die Wormser Regenwürmer-Klauberei (wir berichteten) für die Qualität des Spielfelds nichts gebracht. Den Namen Rasen hatte das holprige Geläuf in der Nibelungenstadt nicht unbedingt verdient. Für die Fußballer war es dann auch nicht leicht. Und so feierten die 750 Zuschauer im ersten Durchgang kein Fußball-, sondern ein Fehlpass-Festival.

Der spielstärkere Titelaspirant versuchte es viel über die Flügel. Der letzte Pass blieb aber oft in der vielbeinigen Wormatia-Abwehr hängen. Der öffnende Diagonalpass der Gastgeber in der 20. Minute brachte mehr Gefahr. Björn Weisenborn hatte Marcel Abele in Schussposition gebracht, aber SG-Schlussmann Christopher Gäng war auf dem Posten. Dann war Moritz Kuhn auf Aspachs rechter Seite durch, an der scharfen Hereingabe rutschte Manuel Fischer zwar vorbei, doch Shqiprim Binakaj legte für Michele Rizzi auf, der aus 18 Metern drüber schoss (24.). Wesentlich knapper war Fischers Versuch nur wenig später. Er zog aus 24 Metern ab. Viel fehlte nicht und der Versuch hätte geklappt.

In der zweiten Halbzeit gab es zunächst weiterhin vor allem viel Kampf im Mittelfeld. Erst nach und nach entwickelte sich doch noch eine gutklassige Partie. Auch weil die Hausherren nun mehr in die Offensive investierten. Die Gästen sorgten nach einem Solo von Kuhn für Gefahr. Dessen Abschluss aus 14 Metern flog aber rechts am Gehäuse vorbei (55.). Auf der anderen Seite zog Eugen Gopko nach einem zu kurz abgewehrten Freistoß direkt ab, Gäng holte den Ball noch irgendwie aus dem linken unteren Eck (57.). Dann war wieder der flinke Kuhn dran. Der Wormser Torhüter Lucas Menz benötigte beide Fäuste, um den 20-Meter-Knaller zu parieren (59.). Tief durchatmen durften die SG-Fans nach einem Befreiungsschlag der Gastgeber, der zum Konter wurde. Robin Schuster klärte in höchster Not (66.).

Fünf Minuten später jubelten die Gäste: Kuhn passte im Strafraum zum eingewechselten Tobias Rühle, der Sahr Senesie bediente. Der SG-Stürmer hatte im Fünfmeterraum sogar noch Zeit, den Ball vor dem Torschuss zu stoppen – 1:0.

Die Freude über die Führung hielt nicht lange an. Nach einem Freistoß der Wormatia prallte das Leder von der Mauer auf die rechte Seite, wo Gopko bis zur Grundlinie durchstartete. Seine Hereingabe verpasste Alper Akcam zwar, der Ball landete aber dennoch im Tor. Sehr unglücklich war er von Kuhns Knie am verdutzten Keeper Gäng vorbei zum 1:1 (75.) über die Linie gekullert.

Rühle auf Senesie: Dieses Rezept hatte bei der Führung gepasst, nicht aber in der 78. und 81. Minute. Zuerst schoss Senesie aus elf Metern drüber. Dann passte Rühle in Senesies Rücken. Doch Worms hatte ebenfalls Chancen. Akcam stand allein vor Gäng, scheiterte aber (82.).

Die letzten fünf Minuten spielte der Sonnenhof in Unterzahl. Schuster hatte einen langen Ball unterschätzt, kam danach ins Straucheln und brachte den enteilten Akcam kurz vor der Strafraumgrenze zu Fall. Schiedsrichter Stefan Faller zückte Rot – Notbremse. Eine harte Entscheidung, war der zweite SG-Innenverteidiger Kai Gehring doch gleichauf mit Schuster gewesen.

Stimmen zum Spiel:

Zwei Trainer sind zufrieden, eine Gattin ist glücklich
Kleinaspacherin Katrin Ferber-Boysen lebt mit dem Unentschieden sehr gut

(tai). Die Aspacher Trainer konnten mit dem Endergebnis gut leben. Das galt sowohl für SG-Coach Rüdiger Rehm, als auch für den in Aspach lebenden Wormatia-Trainer Hans-Jürgen Boysen. Am glücklichsten war aber vermutlich Katrin Ferber-Boysen, die Ehefrau des bei Worms auf der Bank sitzenden Fußballlehrers : „1:1, für mich gibt es heute keinen Verlierer“, sagte sie lachend.

Ganz so gut wie die Kleinaspacher Hotelierstochter war Rüdiger Rehm nicht drauf. Aber immerhin „zufrieden mit dem Auftritt“ seines Teams war er. Dass das spielerische Element zu kurz kam, war für Rehm erklärbar: „Auf dem Platz war kein fußballerischer Leckerbissen zu erwarten. Vielmehr ein Kampfspiel, das die Jungs angenommen haben, obwohl man ihnen das oft abspricht.“ Auch mit dem Teilerfolg konnte Rehm leben, obwohl er bedauerte: „Schade, dass wir die Führung nicht über die Zeit gebracht haben, doch wegen des Kampfgeistes der Wormser und dem unglücklichen Eigentor wurde nur ein Punkt daraus.“

Hans-Jürgen Boysen bat die Aspacher zunächst um Verständnis: „Ich bin SG-Fan, aber heute gab es keine Geschenke zu verteilen.“ Für den 56-Jährigen taugt der Verein aus dem Fautenhau zum Vorbild: „Wir gehen immer mit Respekt vor dem Gegner ins Spiel. Gegen die SG war der Respekt aber riesengroß, weil sie das verkörpert, was ich nach Worms bringen will.“ Der Wormatia-Trainer erkannte gute Ansätze bei seiner Elf und hofft, dass sich diese weiterentwickeln. Die Reaktion nach dem Rückstand sei jedenfalls schon mal klasse gewesen.

Spielstatistik:

Wormatia Worms: Menz - El Hammouchi, Steil, Rösner, Himmel – Stark (69. Oppermann), Abele – Gopko, Wölk, Weisenborn (86. Jabiri) – Akcam.
SG Sonnenhof Großaspach: Gäng – Kuhn, Gehring, Schuster, Kienast – Binakaj (89. Fiand), Hägele, Rizzi, Berger – Fischer (69. Rühle), Senesie.
Tore: 0:1 Senesie (70.), 1:1 Kuhn (ET 75.).
Zuschauer: 750.
Schiedsrichter: Faller (Karlsdorf-Neuthard).

Quelle: Backnanger Kreiszeitung am 11. November 2013


Aspacher fordert Großaspach

SG Sonnenhof muss bei Wormatia Worms ran, das seit vier Wochen von Hans-Jürgen Boysen trainiert wird

Von der Papierform her zählt die Partie zu den einfacheren Aufgaben in der Regionalliga. Dennoch werden die Kicker der SG Sonnenhof morgen ab 14 Uhr höchst wachsam sein müssen, will der Tabellendritte bei Wormatia Worms was ernten. Auch weil beim Viertletzten neuerdings der in Aspach wohnende Hans-Jürgen Boysen auf der Bank sitzt.

Von Uwe Flegel - „Er ist der erste Coach unter dem ich Spieler war und gegen den ich nun als Trainer mit einer Mannschaft selbst spiele.“ Auch für Rüdiger Rehm ist die morgige Partie nicht gewöhnlich. Acht Jahre ist es her, dass der mittlerweile 34-Jährige beim damaligen Zweitligisten Kickers Offenbach auf die Kommandos von Hans-Jürgen Boysen hörte. Große Lehren will Rehm aus dieser Zusammenarbeit allerdings nicht ziehen. „Er hat zwischenzeitlich vermutlich eine andere Fußballphilosophie. Schließlich hat sich unser Sport rasant weiterentwickelt.“ Eher sind es schon die Erfahrungen aus mehreren Aspacher Spielen gegen den Zweitligisten FSV Frankfurt sowie „aus den vielen Gesprächen, die wir miteinander geführt haben“, an denen Rehm seinen morgigen Widerpart misst.

Klar ist aber auch: Nicht nur der SG-Coach kennt den gegnerischen Trainer. Auch Boysen kennt die Elf des Sonnenhof. Weniger aus der Zeit, als er dem damaligen Oberligisten Aspach nach dem Abschied von Markus Gisdol im Spätherbst 2007 für vier Spiele aus der Patsche half. Vor allem aus jüngerer Vergangenheit. Lässt es die Zeit zu, weilt der 56-Jährige, der mit der zu der Kleinaspacher Hoteliersfamilie gehörenden Katrin Ferber-Boysen verheiratet ist, bei Regionalligaspielen im Fautenhau vor Ort. Ein Vorteil also für das Kellerkind? „Wenn wir so spielen wie sonst, dann vielleicht“, sagt Rehm und fügt schmunzelnd an: „Eventuell verändern wir ja aber auch taktisch und personell etwas.“

Großaspachs Kader lässt es jedenfalls problemlos zu. Alle Mann sind an Bord. Auch die zuletzt angeschlagenen Sahr Senesie und Felice Vecchione. „Es wird bereits Härtefälle geben, wenn es darum geht, wer überhaupt nach Worms mitfährt“, macht Rehm klar, dass er aus dem Vollen schöpfen kann.

Für den SG-Trainer steht allerdings auch fest, dass seine Mannschaft auch ihre beste Form abrufen muss, will sie ihre beeindruckende Bilanz von sechs Siegen und einem Unentschieden beim Kellerkind weiter ausbauen. Rehm jedenfalls lässt sich vom 15. Rang der Wormatia nicht blenden. „Sie liegt bislang sicher völlig hinter den Erwartungen und auch hinter der Qualität, die sie hat“, urteilt Aspachs Coach und warnt: „Wir dürfen uns davon nicht ablenken lassen.“ Vielmehr fordert er, dass seine Elf konsequent ihre Linie durchzieht.

Zumal in der rheinhessischen Nibelungenstadt sehr viel Kampfgeist gefragt sein wird. Erstens wegen dem tiefen Rasen im altehrwürdigen Wormatia-Stadion. Zweitens wegen den Gastgebern, die nach fünf Niederlagen in Folge in Zugzwang sind. Das weiß Rehm. Das weiß Boysen, der seit Mitte Oktober versucht, das einstige Gründungsmitglied der Zweiten Bundesliga aus dem Tabellenkeller der Regionalliga zu holen. Rüdiger Rehm ist sicher, dass sein Ex-Coach der richtige Mann dafür ist: „Das ist ein sehr guter und sehr erfahrener Trainer.“ Wobei Titelaspirant Großaspach bestimmt nichts dagegen hätte, wenn der Landsmann und Ex-Bundesligakicker die Wende in der Kaiserdom-Stadt erst nach der samstäglichen Begegnung einläutet.

Quelle: Backnanger Kreiszeitung am 8. November 2013


Auswärtsserie soll auch in Worms halten

Offizielle Pressemitteilung (B.Ippoliti)

Aspach, 07. November 2013 – Die SG Sonnenhof Großaspach reist am kommenden Samstag zum Auswärtsspiel nach Worms. Mit einem möglichen Sieg würde sich das Team von Trainer Rüdiger Rehm weiter in der Spitzengruppe der Regionalliga Südwest festsetzen.

Mit acht Punkten aus den vergangenen vier Partien hat die SG Sonnenhof Großaspach die richtige Antwort auf die bittere und letzte Heimniederlage gegen die SpVgg Neckarelz gegeben. „Die Mannschaft ist sehr gut drauf und sie hat in den letzten Spielen vor allem konstante Leistungen gezeigt. Das ist wichtig für unsere Entwicklung“, so Coach Rüdiger Rehm. Mit dem 1:0-Sieg über TuS Koblenz wurde zudem nach zuletzt fünf sieglosen Spielen in der heimischen comtech Arena der lang ersehnte „Dreier“ eingefahren. „Natürlich sind wir froh, dass wir endlich daheim gewonnen haben, aber uns hat die negative Serie nicht zusätzlich unter Druck gesetzt. Wir haben danach immer die richtige Antwort gegeben und unsere Punkte auswärts geholt. Das ist schon eine besondere Qualität. Wenn wir jetzt noch zu unserer alten Heimstärke zurückfinden, dann bin ich recht optimistisch“, so der ehemalige Profi.

Am Samstag geht es für die beste Auswärtsmannschaft der Liga nun nach Worms. Die Wormatia hinkt derzeit den eigenen Ansprüchen hinterher und belegt nur den 15. Tabellenplatz. Vor knapp vier Wochen hat der in Aspach lebende Hans-Jürgen Boysen das Traineramt in der Nibelungenstadt übernommen. Seit seinem Amtsantritt gingen die drei letzten Ligaspiele jedoch verloren und auch im Verbandspokal gegen den Oberligisten Alemannia Waldalgesheim musste eine überraschende Niederlage hingenommen werden. „Trotz der Negativerlebnisse ist Worms ein richtig unangenehmer und schwerer Gegner. Sie haben viel Potential in der Mannschaft und daher auch natürlich andere Ansprüche.

Wormatia wird alles versuchen, um wieder in die Erfolgsspur zurückzukehren“, ist sich Rehm sicher. Den Umstand, dass mit Hans-Jürgen Boysen ein absoluter Kenner der SG an der Seitenlinie des Traditionsvereins steht, gewichtet Rehm nicht zu hoch: „Natürlich kennt er uns und unsere Spielweise. Aber wir werden ebenso top vorbereitet auf Worms sein“, so der 34-Jährige abschließend.

Personell kann Rüdiger Rehm nahezu aus dem Vollen schöpfen. SG-Angreifer Sahr Senesie und Defensivallrounder Felice Vecchione konnten diese Woche wieder mit der Mannschaft trainieren und sind einsatzbereit. Das letztendliche Aufgebot wird aber erst nach dem Abschlusstraining bekannt gegeben.

Anstoß am Samstag in der Wormser EWR-Arena ist um 14:00.