3.L | Freitag, 13. Februar 2015 (BKZ)
Heimkehrer Morys ist heiß auf Samstag - SG live bereits online

Leihgabe Morys gilt als Hoffnungsträger

Aus Leipzig nach Großaspach zurückgekehrter Stürmer fiebert dem Drittliga-Heimspiel gegen Rostock am Samstag entgegen

Aus der Großstadt Leipzig zurück ins beschauliche Aspach, vom ambitionierten Zweit- zum abstiegsbedrohten Drittligisten – kein Problem für Matthias Morys. Der Kicker sieht es pragmatisch: „Wichtig ist, regelmäßig zu spielen. Das wäre in Leipzig schwer geworden.“ Bei der SG ist er vor dem Heimspiel gegen Rostock (Samstag, 14 Uhr) der Hoffnungsträger.


Von Steffen Grün


Im Januar 2013 hatte sich Morys aus dem Fautenhau verabschiedet, war vom damaligen Süd- zum damaligen Nordost-Regionalligisten nach Leipzig gewechselt. Mit dem finanzstarken Verein aus der Messe-Metropole trat der gebürtige Stuttgarter den Durchmarsch in die Zweite Bundesliga an, steuerte dazu den einen oder anderen wichtigen Treffer bei. Vor der Winterpause offenbarten ihm Sportdirektor Ralf Rangnick und der mittlerweile abgetretene Trainer Alexander Zorniger allerdings, dass sie die Abteilung Attacke weiter aufrüsten wollten. Morys zog die Konsequenzen und stimmte der leihweisen Rückkehr nach Großaspach zu. Zunächst bis zum Sommer kickt der 27-Jährige wieder dort, wo er sich von Juli 2011 bis Januar 2013 in die Herzen der Fans geschossen hatte.

„Ich wusste, auf was ich mich einlasse“, sagt der schnelle Offensivspieler, der von einem Kulturschock nach diesem Wechsel nichts wissen will: „Ich brauche im Stadion keine 40000, um Fußball zu spielen.“ Der größte Unterschied zwischen RB und SG seien die Trainingsbedingungen, doch „es ist auch nicht so, dass wir in Leipzig nur goldene Wasserhähne hatten“. Ob aus ihm in den vergangenen zwei Jahren ein besserer Fußballer geworden ist, will Morys nicht beurteilen, er habe aber auf alle Fälle „jeden Tag auf hohem Niveau trainiert und viel im Spiel gegen den Ball gelernt“. Mit seiner Frau und dem kleinen Töchterchen einmal weg von zu Hause und von den Eltern gewesen zu sein, habe seiner persönlichen Entwicklung geholfen, „ich bin reifer, ruhiger und erfahrener geworden“.

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Perfekte Schusshaltung: Matthias Morys soll die SG Sonnenhof Großaspach mit seinen Toren zum Klassenverbleib schießen. Foto: A. Becher

Das alles sowie die Meriten, die er sich in der Vergangenheit erworben hat, machen ihn im Fautenhau zum großen Hoffnungsträger. Morys soll einige Tore dazu beisteuern, damit es für den momentanen Vorletzten der Dritten Liga am Ende zum angestrebten Klassenverbleib reicht. „Ich bin ein Teil des Teams“, betont der Neue, der ein alter Bekannter ist: „Ich mache mir keinen persönlichen Druck. Wir haben ein gemeinsames Ziel – das Dorf, der Vorstand, die Spieler.“ Den Nichtabstieg zu schaffen, traut Morys der SG Sonnenhof allemal zu. „Wir haben die Qualität, müssen sie aber auch auf den Platz bringen.“

Er habe sich in der bekannten Umgebung schnell wieder eingelebt, „ich habe einige Neue kennengelernt, aber auch alte Bekannte wiedergesehen“. Das Trainingslager bezeichnet die Leihgabe als idealen Einstieg, weil die Truppe eine Woche rund um die Uhr zusammen war und den Neuen die Integration damit umso leichter fiel. „Die Testspiele in der Türkei waren gut, auch wenn wir verloren haben“, sagt Morys, der aber auch einräumt, dass die vergangenen Wochen mit den abgesagten Kellerduellen gegen Unterhaching sowie in Dortmund „zäh“ gewesen seien. „Die anderen spielen und holen Punkte, wir wollen nun auch loslegen und Vollgas geben“. Müssten weitere Partien abgesagt werden, wären viele Englische Wochen die Folge, die „würden uns nicht guttun“. Bereits in der Vorrunde begann im Samstag-Dienstag-Samstag-Mittwoch-Rhythmus die Krise, die zur Trennung von Rüdiger Rehm und in den Keller führte.

Morys, der auch über Außen angreifen kann, denkt momentan, „dass ich mich im Zentrum wohler fühle, dort besser aufgehoben bin und der Mannschaft am besten helfen kann“. Mal sehen, ob Trainer Uwe Rapolder das genauso sieht und ihn am Samstag gegen den Drittletzten FC Hansa Rostock dort aufbietet. Diesem Duell gilt Morys’ volle Konzentration, was im Sommer wird, interessiert ihn derzeit kaum. Sein Vertrag bei RB läuft noch bis 2016, „wir werden sehen, wie die Gespräche mit Leipzig laufen“. In der Dritten Liga wäre die SG Sonnenhof wohl sein erster Ansprechpartner, er macht aber auch keinen Hehl daraus, dass es „schon noch einmal schön wäre, Zweite Liga zu spielen“. Die Betonung liegt aber auf spielen, denn das ist für den Offensivspieler das Wichtigste.

Liveticker und Video

Vom ersten Auftritt der SG Sonnenhof Großaspach nach der Winterpause gegen den FC Hansa Rostock bietet unsere Zeitung den Liveticker als speziellen Service für die Leser an. Abrufbar ist er unter www.bkz-online.de. Am Tag darauf gibt’s unter dieser Adresse zudem ein Video von dem Vergleich.

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