3.L | Montag, 22. Dezember 2014 (BKZ)
Vermeidbare Tore und vergebene Chancen

Fußball-Drittligist SG Sonnenhof Großaspach musste im letzten Spiel vor der Winterpause eine Niederlage hinnehmen. Der Neuling verlor gegen die Stuttgarter Kickers mit 0:2. Im Stadion Kreuzeiche in Reutlingen, dem momentanen Exil der Degerlocher, besaß der Sonnenhof gute Chancen. Ein Punktgewinn war für die Gäste durchaus möglich gewesen.

SG-Trainer Uwe Rapolder nahm gegenüber dem 1:1 gegen den MSV Duisburg in der Vorwoche drei Veränderungen in der Startelf vor. Torhüter Kevin Kunz hatte aufgrund einer Schleimbeutelentzündung im rechten Ellenbogen nicht trainiert und nahm auf der Bank Platz. Für ihn stand Christopher Gäng zwischen den Pfosten. Kapitän Daniel Hägele (Knochenstauchung und Sehnenentzündung) musste passen. Ihn ersetzte Kai Gehring, der zuletzt wegen seiner fünften Gelben Karte gesperrt war. Pascal Sohm erhielt im Sturm den Vorzug vor Manuel Fischer. Rapolder setzte wieder aufs Spielsystem 4-4-2. Mit diesem kassierten die Gäste zwei ärgerliche Gegentreffer.

Das erste Tor: In der 30. Minute schoss Stuttgarts Besar Halimi einen Freistoß von der rechten Seite in die Mitte. SG-Keeper Gäng war zwar am Ball, faustete diesen aber in die Mitte. Dort stand Sandrino Braun völlig frei und hatte keine Mühe, flach ins leere Tor abzuziehen.

Das zweite Tor: In der 79. Minute verlängerte Lhadji Badiane einen Freistoß von Royal-Dominique Fennell per Kopf zum eingewechselten Daniel Engelbrecht, der mit der Fußspitze den Ball an den Innenpfosten lenkte. Von dort aus landete die Kugel im Netz.

Das waren zwei vermeidbare Treffer. Beim 1:0 machte Gäng keine gute Figur, beim 2:0 gab es einen umstrittenen Freistoß. In der ersten Halbzeit waren zwar die Kickers die feldüberlegene Mannschaft, doch die Großaspacher besaßen die klareren Chancen. Nach elf Minuten schoss Shqiprim Binakaj von der rechten Seite nach einer Sohm-Vorlage aus spitzem Winkel drüber. Sohm stand in der 16. Minute nach einem Pass von Simon Skarlatidis völlig frei, verfehlte aber das angepeilte Ziel. Die Strafe folgte mit dem ersten Gegentreffer. Drei Minuten vor der Pause wäre dem Sonnenhof fast der Ausgleich geglückt, doch Tobias Rühle fand in Kickers-Schlussmann Korbinian Müller seinen Meister. Aber auch die Stuttgarter besaßen die eine oder andere Möglichkeit. Marc Stein (14./Kopfball), Randy Edwini-Bonsu (33./freistehend) und Fennell (34./Flachschuss) vergaben.

Nach dem Seitenwechsel stand Großaspach zunächst sehr tief in der eigenen Hälfte. Stuttgarts Edwini-Bonsu (57.) verstolperte. Zehn Minuten später sah SG-Mittelfeldmann Nicolas Jüllich wegen wiederholten Foulspiels die Gelb-rote Karte. Nach dieser Entscheidung ging ein Ruck durch die Großaspacher Mannschaft. Das Rapolder-Team war nun klar überlegen und die Kickers völlig von der Rolle. In der 70. Minute landete ein Rückpass von Stein bei Rühle, der alleine vor Müller scheiterte. Fischer verfehlte in der 74. Minute aus 25 Metern den Stuttgarter Kasten. Eine Minute später zog der Aspacher Stürmer von der linken Seite ab, doch wiederum war Müller auf dem Posten. Die Drangphase der Gäste wurde durch das 2:0 der Stuttgarter beendet. In der Folgezeit lief in einer hektischen Begegnung – es gab einige Nicklichkeiten, die Schiedsrichter Florian Badstübner übersah – nicht mehr viel zusammen. Die Moral der Großaspacher war nach dem zweiten Gegentreffer gebrochen. Die Stuttgarter hingegen hatten kein großes Interesse mehr daran, noch das dritte Tor zu erzielen. Somit blieb es beim 2:0-Sieg für die Kickers.