3.L | Montag, 8. Dezember 2014 (BKZ)
Rückblick: Aspachs Gastspiel in Köln

20.SpT  |  3.Liga  |  Saison 2014/15

Fortuna Köln - SG Sonnenhof Großaspach   4:0 (1:0)
Samstag, 6. Dezember  |  14:00 Uhr

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Am Nikolaustag gibt’s für SG nur die Rute

Nordrhein-Westfalen ist für die SG Sonnenhof Großaspach kein gutes Pflaster. Nach der 0:2-Niederlage bei Spitzenreiter Bielefeld in Ostwestfalen, verpatzten die schwäbischen Kicker nun im Rheinland den Rückrundenauftakt. 0:4 ging der Drittligist aus dem Fautenhau im Aufsteigerduell bei Fortuna Köln unter.


Von Uwe Flegel


Der Rheinländer, insbesondere der Kölner, gilt als außergewöhnlich fröhlicher Mensch. Entsprechend laut und umfangreich feierten Fans und Kicker aus der Karnevalshochburg den am Ende klaren Erfolg. Dabei waren nicht mal 1000 Zuschauer ins Südstadion gekommen. Die machten jedoch Lärm für drei. Von Haupt- und Gegentribüne hallte es unüberhorbar „Uwe, Uwe“. Gemeint war nicht Aspachs Coach Uwe Rapolder, sondern dessen einstiger Co-Trainer beim damaligen Zweitligisten TuS Koblenz Uwe Koschinat. Der genoss den deutlichen Sieg über seinen Lehrmeister sichtlich, bewahrte aber trotz allen Jubels den Blick für die Realität: „Der Sieg war nicht so klar, wie’s jetzt aussieht.“

In der Tat stand die Partie bis zur Pause spitz auf Knopf. Allerdings halt nur bis zur Halbzeit. Der 0:1-Rückstand, den der frei stehende Fortunen-Angreifer Johannes Rahn in der 33. Minute besorgt hatte, war unnötig. Erstens weil ein böser Fehlpass des Aspacher Mittelfeldspielers Nico Granatowski vorangegangen war. Zweitens weil zuvor Robin Schuster (10.) und Manuel Fischer (25.) zwei sehr gute Kopfballchancen nicht genutzt hatten. Der spätere Torschütze Rahn hatte sich in der 22. Minute auf der anderen Seite bei einer guten Kölner Möglichkeit frei vor SG-Keeper Kevin Kunz jedoch auch nicht gerade geschickt angestellt.

Die Führung der Hausherren insgesamt war „glücklich“, wie Fortunen-Trainer Koschinat im kurzen Pausen-Interview selbst eingestand. Klar war aber auch geworden: Die Gäste hatten im Spielaufbau immer wieder Probleme mit der aggressiven Spielweise der Hausherren, die nach einer Balleroberung blitzschnell in die Spitze spielten.

Im zweiten Durchgang wurde vollends jedem klar, dass die Nettigkeiten der Gastgeber spätestens mit der Begrüßung von Sonnenhof-Coach Uwe Rapolder vor dem Spiel durch den selbst ins Nikolauskostüm geschlüpften Fortunen-Präsidenten Klaus Ulonska ihr Ende gefunden hatten. Nun war die Spielweise des Ex-Bundesligisten „richtig eklig“, so Koschinat später. Und: „Wir haben’s geschafft, das Spiel zu einem dreckigen Spiel zu machen.“ Hoch aggressiv und hoch diszipliniert verwickelten die Einheimischen die Gäste im Mittelfeld permanent in Zweikämpfe. Aspach geriet völlig aus dem Konzept. Kölns Thomas Kraus hätte bereits in der 56. Minute für eine Vorentscheidung sorgen können, schoss aber frei stehend vorbei. So dauerte es bis zur 67. Minute, ehe das 2:0 fiel. Nach einem Einwurf an der Mittelllinie pennte die SG-Defensive, Michael Kessel lief ungestört aufs Tor zu und jagte den Ball von der Strafraumgrenze aus flach ins Netz.

Von dem Schlag erholten sich die Schwaben nicht mehr. Im Gegenteil: Sie verteilten am Nikolaustag weiteren Geschenke an Köln. Noch zweimal holten die Gastgeber die Rute aus dem Sack: Erst traf Thiemo Jerome Kialka (84.), dann sorgte Cauly Oliveira-Souza fürs 4:0. Uwe Rapolder kommentierte kurz und knapp: „Am Anfang war die Fortuna sehr druckvoll, am Ende sehr effizient.“

Aspachs Elf bringt sich selbst wieder in Zugzwang

Rapolder ärgern falsche Körpersprache und fehlende Zweikampfstärke

(uwe). Vier, fünf Punkte wollte Großaspachs Trainer Uwe Rapolder aus den drei Begegnungen bis Weihnachten noch einsammeln. Nach der Nullnummer in Köln dürfen sich die Kicker aus dem Fautenhau in den letzten zwei Vergleichen in diesem Jahr nun keinen Aussetzer erlauben, wollen sie die Forderung ihres Coaches erfüllen. Und: Leichter werden die Aufgaben für die SG Sonnenhof nicht, warten doch mit dem Heimspiel gegen den Tabellendritten MSV Duisburg und der Auswärtspartie beim Fünften Stuttgarter Kickers zwei richtig dicke Brocken auf den Neuling.

Rapolder weiß, wo er den Hebel ansetzen muss, damit es für seine Mannschaft im Tabellenkeller wieder nach oben geht: „Zu wenig Körpersprache, zu wenig Zweikampfstärke, zu viel am Boden, zu viel Spielerei“, beschrieb er die Vorgehensweise seiner Kicker im Aufsteigerduell im Kölner Süden kurz und prägnant, um dann klar zu machen, wie er sich’s vorgestellt hätte. „Die Fortuna hat den Abstiegskampf angenommen. Deshalb ist sie nun fast schon raus da unten“, erklärte der SG-Coach hörbar verschnupft. Verständlich nach der zweiten klaren Niederlage in Folge.

Die Bilanz des Aufsteigers seit dem Amtsantritt des Ex-Bundesligatrainers Ende Oktober stimmt allerdings. Dank der drei Siege in den ersten drei von fünf Spielen. „Wir bauen jetzt auf dem Erreichten auf und versuchen vor der Pause weitere Punkte zu sammeln“, blickte der 56-jährige Coach voraus. Wobei ihm klar ist: So wie beim 0:4 in Köln und bei der vorherigen 0:2-Niederlage in Bielefeld funktioniert’s definitiv nicht.

Spieler, Tore, Fakten

SC Fortuna Köln: Poggenborg – Kwame, Hörnig (74. Laux), Uaffero, Fink – Zinke – Dahmani (59. Oliveira-Souza), Marquet, Kessel – Rahn, Kraus (65. Kialka).
SG Sonnenhof Großaspach: Kunz – Gehring, Hägele, Schuster – Schiek (69. Jüllich), Rizzi, Landeka – Skarlatidis (69. Cidimar), Berger, Granatowski – Fischer.
Tore: 1:0 (33.) Rahn, 2:0 (67.) Kessel, 3:0 (84.) Kialka, 4:0 (90+2) Oliveira-Souza.
Gelbe Karte: Kwame, Dahmani, Kessel, Fink – Fischer, Berger, Gehring, Cidimar.
Schiedsrichter: Koslowski (Berlin).
Zuschauer: 948.

SG auf bkz-online

Bei der 0:4-Niederlage der SG Sonnenhof Großaspach im Kölner Südstadion war auch ein Filmteam unserer Zeitung vor Ort. Tore und Stimmen zum Duell der beiden Aufsteiger gibt’s als Video unter www.bkz-online.de.

Fotos aus Köln

tai