3.L | Montag, 24. November 2014 (BKZ)
Rückblick: Gegen Chemnitz die 20er-Marke geknackt

18.SpT  |  3.Liga  |  Saison 2014/15

SG Sonnenhof Großaspach - Chemnitzer FC   1:0 (0:0)
Samstag, 22. November  |  14:00 Uhr  |  mechatronik Arena

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Fischer köpft Großaspach zum Heimsieg

Drittligist SG Sonnenhof fährt mit dem 1:0 gegen Chemnitz im dritten Punktspiel unter Trainer Rapolder den dritten Dreier ein

Einen Schönheitspreis gewannen Großaspachs Drittliga-Fußballer beim 1:0 gegen Chemnitz nicht, verdient war dieser Heimsieg allemal. Das Tor des Tages erzielte Manuel Fischer (55.), nachdem die Sachsen kurz zuvor einen Handelfmeter verschossen hatten. Durch den dritten Dreier im dritten Punktspiel unter Uwe Rapolder kletterte die SG auf Rang 15.

Irgendwie verdichtete sich die umkämpfte Partie, in der die Abwehrreihen den Ton angaben und packende Strafraumszenen eher Mangelware blieben, auf die zehn Minuten nach dem Wechsel. 180 Sekunden waren in der zweiten Halbzeit gespielt, als der Unparteiische mit einem Elfmeterpfiff für Chemnitz den nachvollziehbaren Zorn aller Aspacher auf sich zog. Kai Gehring hatte den Ball an den angelegten Arm bekommen, dem 26-Jährigen hierbei Absicht oder eine unnatürliche Bewegung zu unterstellen, war doch ziemlich abwegig. Alle Proteste halfen aber nichts, die umstrittene Entscheidung war unumstößlich. Gäste-Kapitän Anton Fink lief an, feuerte einen strammen Schuss ab und SG-Keeper Kevin Kunz sprang ins falsche Eck. Machte nichts, denn die Kugel donnerte nur an den linken Innenpfosten. Fink raufte sich die Haare – vielleicht hatte ihm Rapolder, sein Ex-Trainer zu gemeinsamen Karlsruher Zeiten, vor dem Spiel wie angekündigt „einmal scharf in die Augen geschaut“.

Sieben Minuten später klingelte es dann auf der anderen Seite. Nach dem von Michele Rizzi scharf getretenen und zum Tor gezirkelten Freistoß war Fischer mit seinem Kopf zu Stelle und erzielte das 1:0 für das Kellerkind gegen die als Tabellenvierter in das Schwabenland gereisten Gäste.

Es war nicht die erste starke Standardsituation des Sonnenhofs an diesem Nachmittag. Die ruhenden Bälle hatten bereits in der ersten Hälfte mehrmals für Gefahr gesorgt. In der zwölften Minute waren es dieselben Beteiligten wie beim Tor. Rizzi-Freistoß, Fischer-Kopfball – vorbei. Gehring und Schuster verfehlten einen Rizzi-Freistoß in der 26. Minute nur um Haaresbreite. Und Chemnitz? Die Gäste hatten in der achten Minute die erste klare Torchance gehabt, doch Marcel Hofrath scheiterte an Aspachs Torwart Kunz. Es war die einzige herausgespielte Möglichkeit der Ostdeutschen in der ganzen Partie. Distanzschüsse von Fink (72./79.) beim Stand von 0:1 segelten nicht weit vorbei, waren aber aus der Not geboren. Darüber hinaus ließ die SG nichts zu. Das 3-5-2, in dem Rapolder seine Elf ins Rennen geschickt hatte, verlieh Stabilität. In der Dreierkette überzeugte Robin Schuster in zentraler Position. Bemerkenswert, denn für den 27-Jährigen war’s der erste Einsatz nach einer fast einjährigen Verletzungspause. Daniel Hägele rückte dafür ins Fünfer-Mittelfeld vor, gab dort zeitweise den alleinigen Sechser. Am Ende waren die Hausherren dem 2:0 näher als die Gäste dem 1:1, zumal Chemnitz nach Gelb-Rot für Tom Scheffel (73., wiederholtes Foulspiel) zu zehnt auskommen musste. In der 84. Minute setzte sich Aspachs Nico Granatowski auf dem linken Flügel durch und fand mit seiner Hereingabe Cidimar, der sich in bester Gerd-Müller-Manier einmal um die eigene Achse drehte, mit dem folgenden Schuss aber an CFC-Keeper Max Reule scheiterte.

Aspachs Trödelei erweist sich als guter Schachzug

Weil sich die Auswechslung verzögert, beschert Fischer der SG drei Punkte

(stg). Auch ein guter Trainer braucht mal Glück. Wäre am Spielfeldrand alles etwas schneller gegangen, hätte Aspachs Coach Uwe Rapolder seinen bis dahin glücklosen Stürmer Manuel Fischer ausgewechselt, ehe der 25-Jährige gegen Chemnitz das goldene Tor köpfte (55.). „Wir wollten Fischer und Berger runternehmen“, räumte Rapolder ein. Draußen standen Nico Granatowski und Cidimar schon parat, als Fischer zuschlug. „Nach dem Tor haben wir den Rückwärtsgang eingelegt“, sagt Rapolder schmunzelnd. Zunächst kam nur Granatowski für Denis Berger, ein paar Minuten später ersetzte Cidimar nicht Fischer, sondern Tobias Rühle. Der Siegtorschütze durfte sich seinen verdienten Applaus erst in der 76. Minute abholen, als Pascal Sohm seinen Platz einnahm.
Wenig später war der dritte Sieg im dritten Punktspiel unter Rapolder perfekt, der Routinier auf der Trainerbank war „rundum zufrieden. Wir haben jetzt 20 Punkte, das ist eine psychologisch wichtige Schwelle“. Für die Zuschauer habe es aber schon viel schönere Spiele gegeben, „über die B-Note will ich nicht sprechen. Es war ein Kampfspiel“.

Glück hatte Großaspach gegen Chemnitz allerdings nicht nur bei Fischers Nicht-Auswechslung, sondern auch, als die Sachsen in der 48. Minute beim Stand von 0:0 den umstrittenen Handelfmeter versiebten, nachdem Kai Gehring den Ball an den angelegten Arm bekommen hatte. Anton Fink traf nur den Pfosten, für SG-Abwehrspieler Robin Schuster war es ausgleichende Gerechtigkeit, denn der Strafstoß war „ein Witz. Aber wenn er drin ist, wird es schwer für uns“. So bog Aspach bei Schusters Comeback nach fast einjähriger Verletzungspause wenig später auf die Siegerstraße ein. „Robin hat als zentraler Innenverteidiger sehr stark gespielt“, lobte Rapolder den Rückkehrer: „Er ist ein sehr guter Fußballer mit sehr gutem Charakter.“

Sauer war derweil Rapolders Kollege Karsten Heine. „Völlig unzureichend“, attestierte der Chemnitzer Coach seiner Elf. Er sparte aber auch nicht mit Lob für den Sieger, für den’s nun zum Vorrundenabschluss auf die Bielefelder Alm geht.

Stenogramm

SG Sonnenhof Großaspach: Kunz – Gehring, Schuster, Leist – Skarlatidis, Rizzi, Hägele, Berger (57. Granatowski), Landeka – Rühle (61. Cidimar), Fischer (76. Sohm).
Chemnitzer FC: Reule – Scheffel, Endres, Röseler, Poggenberg – Stenzel, Lais, Danneberg (66. Ziereis), Hofrath (46. Cincotta) – Türpitz (77. Kehl-Gomez) – Fink.
Tore: 1:0 (55.) Fischer.
Gelbe Karten: Hägele, Fischer, Skarlatidis – Scheffel, Türpitz, Hofrath, Poggenberg.
Gelb-Rote Karte: Scheffel (73.).
Schiedsrichter: Heft (Wietmarschen).
Zuschauer: 2003.

Quelle: Backnanger Kreiszeitung am 19. November 2014

Fotos vom nächsten Dreier

von Uwe Ehrlich