3.L | Montag, 10. November 2014 (BKZ)
Rückblick: SG bezwingt Gastgeber mit 2:0

17.SpT  |  3.Liga  |  Saison 2014/15

Hallescher FC - SG Sonnenhof Großaspach   0:2 (0:0)
Samstag, 8. November  |  14:00 Uhr

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Aspachs Sieg bringt Halles Trainer in Not

Nach dem verdienten 2:0-Auswärtserfolg verlassen die Drittligafußballer aus dem Fautenhau die Abstiegsplätze

Hier Riesenjubel, dort schallte es „Köhler raus“. Das 2:0 der Aspacher Drittligafußballer war ein Befreiungsschlag für die SG Sonnenhof. Für den Halleschen FC war’s ein Schlag ins Kontor. Während der Neuling dank der späten Tore von Cidimar und Simon Skarlatidis den zweiten Dreier in Folge feierte, stellten die Fans der Gastgeber den Trainer in Frage.


Von Uwe Flegel


Die SG Sonnenhof ist auf dem besten Weg raus aus der Krise. Nach neun Spielen ohne Sieg landete der Aufsteiger aus dem Fautenhau nun den zweiten Dreier in Folge. „So groß die Enttäuschung bei Halle sein mag, so groß ist die Freude auf unserer Seite“, erklärte Trainer Uwe Rapolder sichtlich gelöst. Wobei der Coach nicht zu erwähnen vergaß: „Am Ende des Tages hatten wir auch das nötige Glück.“ Damit spielte der 56-Jährige allerdings nur auf den späten Zeitpunkt der beiden Treffer an. Denn dass der Sieg der Gäste verdient war, zweifelte nicht einmal bei den Hausherren irgendjemand an. Die Schwaben waren aggressiver, zweikampf- und vor allem auch spielstärker.

„Auf diesem Weg müssen wir weiter machen“, urteilte Skarlatidis, der mit seinem Tor in der Nachspielzeit den Deckel drauf machte. Der Mann von der rechten Außenbahn hatte auch Aspachs erste gute Möglichkeit gehabt. Seinen 20-Meter-Schuss lenkte Halles bester Mann Torwart Lukas Königshofer aber zur Ecke. Bis zur Pause verzeichneten die Gäste noch weitere Chancen von Manuel Fischer (10.) Nico Granatowski (12.), Kai Gehring (27.) und Julian Leist (44.), während die Einheimischen sich nicht eine einzige Strafraumszene erarbeiten konnten. „Gegen den Ball haben wir sehr gut gespielt“, lobte Rapolder, der aber auch wusste: „In der Vorwärtsbewegung haben wir noch zu schlampig gespielt.“

In der zweiten Halbzeit machten die Gastgeber dann aber zunächst richtig Druck. Weiterhin gelang es Aspach jedoch, glasklare Einschussmöglichkeiten der favorisierten Hallenser zu verhindern. Auch wenn’s wie bei Josip Landeka in der 53. Minute gegen HFC-Torjäger Timo Furuholm auch mal erst im letzten Moment war. Ansonsten schaffte es der ehemalige Europacupteilnehmer aus Sachsen-Anhalt nur, mit Weitschüssen ein wenig Gefahr zu verbreiten. Für den aufmerksamen SG-Torhüter Kevin Kunz waren die aber keinerlei Problem.

Der Unmut im Stadion wegen Halles Unterlegenheit wuchs zunehmend. Erst recht, als Aspach nach gut einer Stunde die Partie langsam wieder unter Kontrolle brachte. In der 68. Minute bedurfte es erneut einer Glanzparade Königshofers, damit nicht schon der Kopfball von Sebastian Schieck die Gästeführung bedeutete. „Der Trainer hat in der Pause gesagt: Jungs ab der 70. Minute kommt unsere Chance“, berichtete Co-Trainer Mike Krannich vom guten Riecher seines Chefs. Denn es blieb nicht bei Schiecks Möglichkeit. Den ersten Kopfball des eingewechselten Cidimar bugsierte Königshofer über die Latte (84.). Der zweite Versuch des Brasilianers saß (87.). 1:0 für die SG. Halle gelang es nicht mehr, zum Gegenschlag auszuholen. Im Gegenteil: Nach guter Vorarbeit von Cidimar und Shqiprim Binakaj vollendete Skarlatidis einen Konter und traf zum 2:0-Endstand.

Mit System zum zweiten Sieg in Folge

Rapolder ändert die Grundordnung und tauscht die halbe Mannschaft aus

(uwe). Lange Zeit galt bei Großaspachs Drittligafußballern ein 4:4:2 wie in Stein gemeißelt. Das hat sich geändert seit Uwe Rapolder im Fautenhau anstelle von Meistermacher und Aufstiegstrainer Rüdiger Rehm (35) das Sagen hat. In einem dreitägigen Kurz-Trainingslager studierte der 56-Jährige mit dem auf einen Abstiegsplatz abgerutschten Neuling zusätzlich ein 4:2:3:1 und ein 3:4:3 ein. „Wir wollen taktisch flexibler werden“, erklärte der erfahrene Fußballlehrer.

Das scheint gelungen. Denn in seinem zweiten Punktspiel mit der SG Sonnenhof kam Rapolder zum zweiten Sieg. Wurde das 3:1 daheim gegen Mitaufsteiger Mainz II noch im üblichen 4:4:2 erzielt, so feierte beim verdienten 2:0 in Halle ein 3:4:3 Premiere. Wobei der frühere Bundesligatrainer (Bielefeld, Köln) nicht nur die Grundordnung änderte, sondern in der Anfangsformation gleich die halbe Mannschaft austauschte. Mit Julian Leist, Josip Landeka, Sebastian Schieck, Denis Berger und Nico Granatowski standen gleich fünf Spieler in der Startelf, die noch gegen Mainz zum Teil auf der Tribüne saßen. Dort fanden sich diesmal unerwartet die sonstigen Stammplatzkandidaten Nico Jüllich (24) und David Kienast (25) wieder. Wobei dies vor allem darin begründet ist, dass in der Dritten Liga mindestens vier deutsche U23-Spieler auf dem auf 18 Mann begrenzten Spielberichtsbogen stehen müssen. „Wir wollen den Konkurrenzkampf offen halten“, hatte Rapolder schon vor Halle gesagt. Die Maßnahme war erfolgreich. Nicht nur weil Aspach nach den zwei Siegen in Folge die Abstiegsplätze verlassen hat. Auch weil die SG neues Selbstvertrauen tankte. „Die Liga wird merken, dass wir ganz schwer zu spielen sind“, verkündete der Trainerfuchs.

Spieler, Tore, Fakten

Hallescher FC: Königshofer – Brügmann, Rau, Engelhardt, Ziebig – Pfeffer, Jansen, Banovic, Schick (46. Kruse) – Schmidt (82. Ratifo), Furuholm.
SG Sonnenhof Großaspach: Kunz – Gehring, Hägele, Leist – Schieck, Rizzi, Berger (80. Binakaj), Landeka – Skarlatidis, Fischer (61. Cidimar), Granatowski (66. Rühle).
Tore: 0:1 (87.) Cidimar, 0:2 (90.+2) Skarlatidis.
Gelbe Karten: – Landeka, Rizzi.
Schiedsrichter: Schriever (Dorum).
Zuschauer: 6033.

SG auf bkz-online

Die Tore, weitere spannende Szenen und Stimmen vom 2:0-Auswärtssieg der Kicker aus dem Fautenhau beim Halleschen FC gibt es unter www.bkz-online.de.

Quelle: Backnanger Kreiszeitung am 10. November 2014