3.L | Donnerstag, 30. Oktober 2014
6-Punkte-Spiel: Auch Neu-Coach Rapolder zählt auf die Unterstützung der Mannschaft durch die Fans

16.SpT  |  3.Liga  |  Saison 2014/15

SG Sonnenhof Großaspach - 1.FSV Main 05 II
Freitag, 31. Oktober  |  19:00 Uhr

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Zur Premiere gleich ein Schlüsselspiel

Aspachs neuer Trainer Uwe Rapolder fordert von den Drittligakickern aus dem Fautenhau einen Heimsieg über Mainz 05 II

Kaum im Amt, steht Uwe Rapolder mit Großaspachs Drittliga-Fußballern vor einem Schlüsselspiel. Morgen (19 Uhr, Mechatronik-Arena) will die SG Sonnenhof gegen den FSV Mainz 05 II die Talfahrt der vergangenen Wochen stoppen und Selbstvertrauen tanken. „Es müssen drei Punkte her“, betont der neue Trainer: „Wie wir das machen, ist zweitrangig.“


Von Steffen Grün


Der letzte Dreier gelang Aspach am 26. August in Rostock, mehr als zwei Unentschieden gab’s in den folgenden neun Partien nicht mehr. Die sieben Niederlagen waren „teils unglücklich, teils haben wir nicht gut gespielt“, blickte der Sportdirektor bei der gestrigen Pressekonferenz noch einmal zurück. Das 0:2 in Osnabrück vergangenen Samstag verschärfte die Lage zusätzlich, laut Joannis Koukoutrigas lastete „brutaler Druck“ auf Rüdiger Rehms Schultern. Damit hätte der 35-Jährige vielleicht noch umgehen können, hätte der DFB-Fußballlehrer-Lehrgang nicht weitere Kräfte gebunden. Zusammen war’s zu viel, darüber herrschte rasch Einigkeit. Konsequenz war, den Vertrag des Trainers ruhen zu lassen und einen Nachfolger zu finden, der Rehms Platz bis zum Sommer einnimmt – nicht länger. Die SG rief Uwe Rapolder an, und „wir haben ihn relativ schnell überzeugt“, verrät Koukoutrigas.

Er habe unlängst bei einem Referat vor Erstliga-Trainern in Polen gemerkt, „dass ich noch auf dem Platz zu Hause bin“, erzählte der 56-Jährige, der seit März 2011 keinen Klub mehr trainiert hatte: „Ich habe die Energie und bin voll motiviert, der SG zu helfen.“ Das Finanzielle habe keine Rolle gespielt, beteuert Rapolder, es handle sich um „eine Herzensangelegenheit, einen Freundschaftsdienst. Jeder weiß, dass ich seit vielen Jahren der Familie Ferber und diesem Verein freundschaftlich verbunden bin“. Er übernehme nun Verantwortung, weil ein Kapitel der „einmaligen Erfolgsgeschichte“ im Fautenhau in Gefahr sei.

Der ehemalige Erst- und Zweitligatrainer, der schon mehrmals Retter in der Not war, hat eine klare Vorstellung davon, was er mit Aspachs Drittliga-Fußballern in der achtmonatigen Amtszeit erreichen möchte: „Wir wollen die SG ins gesicherte Mittelfeld bringen und nicht bis zum Schluss zittern. Das wird aber keine leichte Aufgabe, das muss allen klar sein.“ Die Tatsache, dass er hier auf viele Freunde treffe, „erhöht den Druck, weil ich niemanden enttäuschen will. Ich wäre der glücklichste Mensch, wenn wir das hinbekommen.“

Zur Premiere gleich ein Schlüsselspiel

Erste Pressekonferenz des neuen SG-Trainers Uwe Rapolder. Foto: Alexander Becher

Mit seinem Vorgänger und Nachfolger, den er einst bei Waldhof Mannheim trainierte, hat Rapolder am Montag eine halbe Stunde telefoniert und am Dienstag vor seiner ersten Übungseinheit noch einmal gesprochen. „Rüdiger hat sich bei mir bedankt, dass ich das mache“, verrät er. Die Wertschätzung scheint auf Gegenseitigkeit zu beruhen. Dafür spricht, dass Rapolder wohl nicht an den großen Stellschrauben drehen wird, „was die Organisation angeht, gibt es nicht viel zu ändern“. Die Erkenntnis aus den Begegnungen, die er live im Stadion oder auf Video gesehen hat: „Das Grundsystem hat gepasst – was mir etwas abging, war die letzte Aggressivität, der letzte Glauben an den Sieg.“ Diese Tugenden wieder wachzurufen, ist der erste Ansatz. Zu diesem Zweck ruft Rapolder einen neuen Konkurrenzkampf aus. Und: „Wir müssen schauen, ob in der Winterpause vielleicht nachgebessert werden muss – aber das ist heute kein Thema.“

Allen, die Schwierigkeiten in der befristeten Amtszeit sehen, hält Rapolder zwar schmunzelnd, aber mit allem Nachdruck entgegen: „Trainer auf Abruf, keine Autorität – vergessen sie es. Wenn ich auf dem Platz stehe, dann habe ich Autorität.“

Quelle. Backnanger Kreiszeitung am 30. Oktober 2014