3.L | Montag, 27. Oktober 2014 (BKZ)
Rückblick: Die SG in Osnabrück

15.SpT  |  3.Liga  |  Saison 2014/15

VfL Osnabrück - SG Sonnenhof Großaspach   2:0 (1:0)
Samstag, 25. Oktober  |  14:00 Uhr

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Neuling Großaspach setzt Talfahrt fort

Drittliga-Kicker der SG Sonnenhof verlieren beim VfL Osnabrück mit 0:2 und sind nun punkt- und torgleich mit Regensburg Letzter

Der Wille war Aspachs Drittliga-Kickern beim VfL Osnabrück nicht abzusprechen. Über weite Strecken fehlten ihnen aber die geeigneten Mittel. Daher kassierte die SG Sonnenhof mit dem 0:2 die vierte Niederlage in Serie. Seit neun Spielen ist der Neuling sieglos, der nunmehr punkt- und torgleich mit Regensburg Letzter ist.


Von Steffen Grün


Einem Torerfolg am nächsten waren die Gäste, als es zu spät war. Die Nachspielzeit neigte sich ihrem Ende entgegen, als Tobias Rühle mit einem herrlichen Volleyschuss das linke Lattenkreuz einem Belastungstest unterzog. Kurz danach pfiff der Unparteiische die Begegnung ab, die zwar mit einem verdienten Sieg für Osnabrück endete, die Aspach aber dennoch nicht unbedingt hätte verlieren müssen. Die Hausherren waren nämlich kein übermächtiger, sondern ein schlagbarer Kontrahent. Eine SG Sonnenhof in der guten Verfassung der ersten Wochen dieser Runde hätte wohl einen Dreier mitgenommen, unter der Negativserie der vergangenen Wochen hat das Selbstvertrauen deutlich sichtbar gelitten.

Umso wichtiger wäre es an der Bremer Brücke gewesen, vielleicht mal wieder ein Tor vorzulegen. Die Möglichkeit dazu war da, nachdem Keeper Kevin Kunz die Gäste bereits nach knapp drei Minuten bei einem Schuss von VfL-Stürmer Addy Waku Menga mit Mühe vor einem Rückstand bewahrt hatte. Nach einer Kombination über Denis Berger und Felice Vecchione wurde Rühle von Nico Granatowski in Szene gesetzt. Der 23-Jährige, der im etwas modifizierten System der einzige echte Stürmer war und von Pascal Sohm als hängender Spitze unterstützt wurde, versetzte einen Osnabrücker, zielte dann aber aus wenigen Metern knapp am rechten Pfosten vorbei. „Da hätten wir das 1:0 machen müssen“, trauerte SG-Sportdirektor Joannis Koukoutrigas nach der Partie der verpassten Torchance in der 14. Minute hinterher.

Es passt zu der Phase, die das Team von Trainer Rüdiger Rehm derzeit durchlebt, dass es nur vier Minuten später gegenüber klingelte. VfL-Kapitän Alexander Dercho durfte ungehindert flanken, der Ball wurde im Zentrum verlängert, hinten stand Stephan Thee komplett alleine. Er schaute, zielte und versenkte das Leder im langen Eck. 0:1 – kurzzeitig wirkte Aspach geschockt. Zweimal war Keeper Kunz in der 21. Minute gefordert, um einen höheren Rückstand zu verhindern. Er richtete dann einen Weckruf an die Kollegen, der nicht ganz ungehört verhallte. Eine klare Möglichkeit gestatteten sie den Norddeutschen vor der Pause nicht mehr, selbst haderten die Gäste in der 39. Minute mit dem Referee, der ihnen einen aussichtsreichen Vorteil nahm. Der Freistoß von Vecchione blieb dagegen in der Mauer hängen.

Den Start in den zweiten Abschnitt verschliefen die Schwaben wieder. In der 51. Minute brachten sie den Ball nicht aus der Gefahrenzone. Er fiel Michael Hohnstedt vor die Füße, dessen Schuss knapp am linken Pfosten vorbei sauste. 180 Sekunden später konnte die SG von Glück sagen, dass der sträflich freie VfL-Torjäger Menga ungewöhnlich lange zögerte und dann nur Vecchiones Rücken traf. Es folgte ein Foul an der Strafraumgrenze, der Freistoß von Marcos Alvarez war eine weitere enge Kiste. Die letzten beiden Torchancen für Aspach gingen auf das Konto von Simon Skarlatidis. Den Schuss in der 61. Minute schnappte sich Osnabrücks Keeper Daniel Heuer Fernandes erst im Nachfassen, der Versuch in der 82. Minute verfehlte sein Ziel um Haaresbreite. Darüber hinaus waren die Angriffsbemühungen der Gäste zu harmlos, obwohl sie Räume geboten bekamen. Sie trauten sich aber kaum Eins-gegen-Eins-Situationen zu und spielten immer wieder viel zu schlampige Pässe.

In der 87. Minute fiel dann die Entscheidung. Ein Konter endete wieder bei Menga, der seinen Freiraum dieses Mal nutzte und trocken zum 2:0 einschoss. Die „bittere Niederlage“, von der SG-Sportdirektor Koukoutrigas sprach, war perfekt, die Talfahrt setzt sich weiter ungebremst fort.

Gutes betonen, Defizite trotzdem klar ansprechen

SG-Trainer Rehm und Innenverteidiger Gehring wählen ähnliche Strategie

(stg). Die Talfahrt der letzten Wochen geht an Aspachs Kickern natürlich nicht spurlos vorbei, gibt Kai Gehring zu. „Dass wir nicht gerade vor Selbstvertrauen strotzen, ist klar“, sagte der Innenverteidiger nach der neuerlichen Pleite in Osnabrück, wollte allerdings die positiven Momente betonen – das, was im Vergleich zum 0:2 in Regensburg besser war. „Wir waren alle aggressiv, waren in den Zweikämpfen“, lobte Gehring, sparte aber auch nicht mit Kritik: „Wir kriegen dumme Tore und machen vorne gerade keines.“ Das ist das Rezept, aus dem eine Negativserie gemacht ist.

SG-Trainer Rüdiger Rehm konnte und wollte seiner Truppe „kämpferisch keinen Vorwurf machen“, sprach aber auch Defizite deutlich an: „Uns fehlt derzeit einfach vorne die Durchschlagskraft.“ Was nach vier Niederlagen in Folge und neun Spielen ohne Sieg bleibt? Die Spieler starkreden. Nachvollziehbar, doch der Übergang zu Durchhalteparolen ist fließend: „Wir werden weiter alles dafür geben, um ein Erfolgserlebnis feiern zu können und arbeiten weiter hart an uns. Es sind derzeit keine einfachen Wochen für uns, aber wir werden uns nicht aufgeben und da unten wieder raus kommen.“ Ähnlich kämpferisch äußerte sich Gehring: „Es hilft alles nichts, wir geben weiter Gas. Mund abwischen, dann konzentrieren wir uns auf Mainz.“ Die Bundesliga-Reserve kreuzt am Freitag (19 Uhr) im Fautenhau auf. Abzuwarten bleibt, ob Pascal Sohm dabei sein kann. Der Offensivspieler musste in Osnabrück eine Viertelstunde vor Schluss raus, ein Schlag auf die Wirbelsäule verursachte starke Schmerzen im Rückenbereich.

Aufmunternde Worte gab VfL-Trainer Maik Walpurgis den Gästen mit auf den Heimweg: „Diesem sympathischen Verein wünsche ich alles Gute. Vor allem, dass sie schnell wieder da unten rauskommen.“

Spieler, Tore, Fakten

VfL Osnabrück: Heuer Fernandes – Ornatelli, Pisot, Willers, Dercho – Thee (84. Glockner), Feldhahn, Groß, Salem (46. Hohnstedt) – Alvarez (74. Iljutcenko), Menga.
SG Sonnenhof Großaspach: Kunz – Vecchione (86. Landeka), Gehring, Leist, Kienast – Skarlatidis, Hägele, Berger (70. Binakaj), Granatowski – Sohm (74. Cidimar), Rühle.
Tore: 1:0 (18.) Thee, 2:0 (87.) Menga.
Gelbe Karten: Pisot, Ornatelli – Gehring, Sohm.
Schiedsrichter: Huber (Bogen).
Zuschauer: 7307.

SG auf bkz-online

Ein Videofilmer unserer Zeitung war an der Bremer Brücke dabei, dokumentierte das 0:2 der SG Sonnenhof in Osnabrück. Die Tore, weitere spannende Szenen und einige Stimmen gibt es unter www.bkz-online.de.

Quelle: Backnanger Kreiszeitung am 27. Oktober 2014

Impressionen aus Osnabrück

von Tai Volkmer