3.L | Montag, 20. Oktober 2014 (BKZ)
Großaspach wehrt sich viel zu spät

14.SpT  |  3.Liga  |  Saison 2014/15

Jahn Regensburg - SG Sonnenhof Großaspach   2:0 (1:0)
Samstag, 18. Oktober  |  14:00 Uhr  |  Jahnstadion

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Aufsteiger aus dem Fautenhau verliert das Kellerduell bei Schlusslicht Regensburg mit 0:2 und steht nun auf einem Abstiegsplatz

Trainer Rüdiger Rehm war bedient: „Wenn du die Basics nicht beherrschst, dann kannst du nicht alles rausspielen.“ Was Aspachs Trainer damit sagte: Weil Aspachs Drittligafußballer nicht von Anfang an konsequent in die Zweikämpfe gingen, durften sie sich am Ende nicht beschweren, dass sie das Kellerduell beim SSV Jahn Regensburg 0:2 verloren hatten.

Fraglos: Die Niederlage im Kellerduell war verdient. Klar ist aber auch, dass die nun auf einen Abstiegsplatz abgerutschte SG Sonnenhof nach einer schwachen ersten halben Stunde auf einem guten Weg war, die Partie beim Tabellenletzten noch zu wenden. Doch weder Tobias Rühle (54.) noch Pascal Sohm (81.) machten aus ihren Riesenchancen ein Tor.

Knackpunkt blieb deshalb ein Kopfball aus der 16. Minute, bei dem die Oberpfälzer von den Schwaben kräftig unterstützt wurden. Bei einem Eckball von Stanislaus Herzel fühlte sich kein Großaspacher für Angreifer Daniel Franziskus zuständig, der mutterseelenallein aus zehn Metern zum 1:0 einköpfte. Dem Paukenschlag folgte eine Partie, über die Rehm urteilte: „Es war kein hochklassiges Spiel.“ Es war aber eins mit vielen Zweikämpfen. „Und die haben wir in der ersten halben Stunde fast alle verloren“, ärgerte sich der SG-Trainer, der mitansehen hatte müssen, wie der Jahn vom Anpfiff weg das Kommando übernahm. Früh attackierend und schnell angreifend machte der SSV der SG das Leben schwer. Schon in der ersten Minute musste Aspachs starker Torhüter Kevin Kunz eine brenzlige Situation überstehen, als Uwe Hesse aus 14 Metern schoss.

Hätte Hesse den Ball richtig getroffen, wär’s ein Rieseneinstand gewesen. Der Ex-Darmstädter war erst tags zuvor vom Tabellenletzten verpflichtet worden und nach Ex-Nationalspieler Lukas Sinkiewicz sowie dem litauischen Nationalspieler Markus Palionis dritter Regensburger Zugang binnen einer Woche. Alle drei standen gegen Aspach in der Startelf. Palionis und Sinkiewicz bildeten eine komplett neue Innenverteidigung.

Die wäre in der 17. Minute fast überwältigt worden, wenn SG-Angreifer Cidimar die Linksflanke von Josip Landeka nicht um Millimeter verpasst hätte. Insgesamt war es aber arg wenig, was die SG in der ersten Halbzeit in der Offensive zeigte. Es bedurfte schon einer Glanzparade von Kunz, der einen 20-Meter-Schuss von Aias Aosman aus dem Winkel fischte (41.), damit der Aufsteiger zur Pause nicht noch höher zurück lag.

Nach dem Seitenwechsel ersetzte Rühle im Sonnenhof-Sturm den eher blass gebliebenen Cidimar. Fast wäre dem Eingewechselten der Ausgleich gelungen. Nur mit Mühe gelang’s SSV-Torwart Dominic Bergdorf, den Schuss aus elf Metern abzuwehren (54.). Die Gäste waren nun bissiger, kamen zur einen oder anderen Torraumszene. Auch weil Rühle den Angriff belebte. „Wir mussten die eine oder andere brenzlige Szene überstehen“, gestand Regensburgs Trainer Alexander Schmidt ein, dass die Partie am kippen war. Zum Beispiel als Michele Rizzi aus 20 Metern abzog und Bergdorf fast auf dem falschen Fuß erwischt hätte (64.). Oder als Sohm einen Kopfballaufsetzer aus fünf Metern frei stehend drüber setzte. Zur Wahrheit zählt aber auch, dass die Gastgeber. zwischendurch eine Riesenchance versemmelten. Aosman scheiterte bei einem Konter in der 76. Minute am klasse reagierenden Kunz. Alle Aspacher Hoffnungen zu Nichte machte Thomas Kurz in der 84. Minute. Aus drei Metern drückte der Regensburger den Ball zum 2:0 über die Linie. Zuvor hatte Kunz die SG noch im Spiel gehalten, indem er gegen den frei vor ihm aufgetauchten SSV-Kapitän Oliver Hein rettete.

Fast symbolisch für Aspachs derzeitige Situation war die letzte Szene des Duells. In der Nachspielzeit jagte Kai Gehring den Ball aus fünf Metern an den Pfosten. Wenn’s nicht läuft, dann läuft’s nicht.

Spieler, Tore, Fakten

Jahn Regensburg: Bergdorf – Velagic, Palionis, Sinkiewicz, Trettenbach – Hesse, Hein, Geipl, Herzel (58. Kurz) – Aosman (87. Dürmeyer), Franziskus (69. Güntner).
SG Sonnenhof Großaspach: Kunz – Vecchione, Gehring, Hägele, Landeka – Skarlatidis, Jüllich (85. Leist), Rizzi, Granatowski (72. Binakaj) – Cidimar (46. Rühle), Sohm.
Tore: 1:0 (15.) Franziskus, 2:0 (84.) Kurz.
Gelbe Karten: Jüllich, Rizzi – Hesse, Dürmeyer.
Schiedsrichter: Siewer (Drolshagen).
Zuschauer: 2723.

Ohne Rizzi und Jüllich nach Osnabrück

Beide Mittelfeldspieler kassieren in der Oberpfalz die fünfte Gelbe Karte

(uwe). Wieder verloren. Seit acht Spielen wartet Aufsteiger Großaspach auf den dritten Saisonsieg, steht nach dem 0:2 bei Schlusslicht Regensburg zum ersten Mal auf einem Abstiegsplatz. Und als wäre das nicht deprimierend genug, fehlen dem Vorletzten beim Auswärtsspiel in Osnabrück kommenden Samstag nun auch noch gleich beide zentrale Mittelfeldspieler. Nico Jüllich und Michele Rizzi fingen sich in der Oberpfalz ihre fünfte Gelbe Karte ein. „Da habe ich mir bisher keinerlei Gedanken gemacht“, weiß Großaspachs Coach Rüdiger Rehm bislang noch nicht wie er diese Riesenlücke schließen will. Am Wahrscheinlichsten ist, dass Kapitän Daniel Hägele von der Innenverteidigung ins Mittelfeld vorrückt und der erfahrene Julian Leist von Anfang an die Abwehr verstärkt. Heißer Kandidat für die zweite Sechser-Position ist Josip Landeka, der in Regensburg den für diese Partie rotgesperrten David Kienast als Linksverteidiger gut vertrat.

Warum es beim gut gestarteten Neuling nicht mehr läuft, ist für Rehm auch eine Sache des Selbstvertrauens: „Im Zweikampf brauchst Du die Überzeugung, um ihn konsequent zu bestreiten.“ In der Oberpfalz fehlte die Überzeugung in der ersten halben Stunde. Erst nach dem Rückstand und mit dem Mut der Verzweiflung fand Aspach zur Grundtugend zurück. In Osnabrück müssen die Schwaben von Anfang an mutig sein, soll der Negativlauf beendet werden. Zeit dafür wäre es. Denn auf den Vergleich an der Bremer Brücke warten mit dem Heimspiel gegen Mitaufsteiger FSV Mainz 05II und der Partie beim Halleschen FC zwei wichtige Duelle gegen Mitkonkurrenten im Abstiegskampf.

Quelle: Backnanger Kreiszeitung am 20. Oktober 2014