3.L | Freitag, 17. Oktober 2014 (BKZ)
Koukoutrigas baut auf Ruhe und Kampf

14.SpT  |  3.Liga  |  Saison 2014/15

Jahn Regensburg - SG Sonnenhof Großaspach   2:0 (1:0)
Samstag, 18. Oktober  |  14:00 Uhr  |  Jahnstadion

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Aspachs Sportdirektor gibt sich vor dem Kellerduell bei Schlusslicht Regensburg sehr ausgeglichen – Freispruch für Rühle

Er wirkt ausgeglichen. Dabei wartet Ioannis Koukoutrigas mit Drittligist SG Sonnenhof Großaspach seit dem 26. August auf den dritten Saisonsieg. In Panik verfällt der Sportdirektor vor dem morgigen Kellerduell bei Jahn Regensburg (14 Uhr) trotzdem nicht. Denn: „Uns hat die letzten Jahre stark gemacht, dass wir Ruhe bewahren und ruhig weiter arbeiten."

Etwas mehr als ein Drittel der Saison ist vorbei. Nach gutem Start stottert der Motor des Aufsteigers aus dem Fautenhau zuletzt doch ein wenig. Viertletzter ist Trainer Rüdiger Rehm mit seiner Elf. Der letzte Dreier datiert vom Auswärtsspiel Ende August beim Ex-Bundesligisten Rostock (3:1). In den folgenden sieben Begegnungen gab’s nur noch gegen den VfB StuttgartII (3:3) und gegen Rot-Weiß Erfurt (1:1) etwas Zählbares. Ein Punkt trennt den Neuling noch von einem Abstiegsplatz. „Wir sind über dem Strich und geben weiter Gas, um da unten rauszukommen“, sagt Koukoutrigas nur und macht klar, dass für seinen Verein ohnehin der Ligaverbleib zählt.

Klar weiß Aspachs Sportdirektor, dass die SG „sehr, sehr gut begonnen“ hat. Doch mittlerweile hat sich gezeigt, dass der Kader des Klubs mit dem nach Unterhaching zweitgeringsten Etat der Liga nicht üppig war. „Wir haben ihn bewusst klein gehalten und weitestgehend den Spielern eine Chance gegeben, die uns den Aufstieg beschert haben.“ Nun wurde personell nachgelegt. Erst kam mit Sebastian Schiek (KSC) ein Mann für die Defensive, dann mit dem früheren Zweitligastürmer Cidimar (VfR Aalen) und Mittelfeldmann Nico Granatowski (VfL WolfsburgII) Zuwachs für die Offensive. „Wir haben nun einen ausgeglichenen Kader, einen, der die Liga halten kann“, sagt Koukoutrigas und hofft: „Es muss ja nicht erst in allerletzter Sekunde sein.“

Keine Überraschung ist für den Funktionär der Tabellenplatz: „Wir wussten, wie schwer es wird.“ Deshalb stellt er auch das Konzept nicht infrage, mit Halbprofis gegen die ausschließlich mit Vollprofis kickende Konkurrenz bestehen zu wollen. Auch wenn Auswärtsspiele unter der Woche für Spieler und Trainer eine echte Herausforderung sind.

Vor allem für Rehm bedeuten diese Partien Stress. Bekanntlich ist er zusätzlich zum Job in Aspach noch in Hennef beim Lehrgang für Fußballlehrer beschäftigt. Ein Muss, fordert der DFB doch von den Drittligisten einen Fußballlehrer als Trainer. Dass der Meistermacher im Fautenhau überhaupt weiterarbeiten kann, ermöglicht ohnehin nur eine Ausnahmegenehmigung. Die erlaubt, dass der Trainer eines Neulings, seine Fußballlehrer-Lizenz im Lauf der Saison machen darf.

Bis März hat der 35-jährige Coach die Doppelbelastung noch. Den dritten Sieg soll’s deutlich früher geben. „Wir brauchen so schnell wie möglich ein kleines Erfolgserlebnis“, sagt Koukoutrigas und hofft, dass damit das zuletzt fehlende Selbstvertrauen zurückkehrt. Denn: „Der Kopf spielt eine große Rolle.“ Ganz bestimmt auch morgen bei Schlusslicht Jahn Regensburg. Wobei Aspachs Sportdirektor nicht entgangen ist, dass in der Oberpfalz der Baum schon brennt: „Unser Gegner hat sicher noch mehr Druck.“ Die SG erwartet ein heißer Tanz. Schließlich wissen die Oberpfälzer wie der Sportchef der Schwaben: „Die Dritte Liga ist eine geile Liga. Wenn man die mal spielt, lohnt es sich dafür zu kämpfen.“

Mitmachen darf in Regensburg auch Angreifer Tobias Rühle, der bei Aspachs 2:1 im WFV-Pokalspiel bei Schluchtern eine sehr umstrittene Rote Karte sah. Gestern kam nun vom WFV das ersehnte Urteil: Freispruch für Rühle, dem ansonsten eine Sperre gedroht hätte, die auch für die Punktrunde gegolten hätte.