3.L | Montag, 6. Oktober 2014 (BKZ)
Rückblick: SG vs SVWW

13.SpT  |  3.Liga  |  Saison 2014/15

SG Sonnenhof Großaspach - SV Wehen/Wiesbaden   0:3 (0:1)
Sonntag, 5. Oktober  |  14:00 Uhr  |  mechatronik Arena

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Ein 0:3, zwei Verletzte und eine Rote Karte

Drittligist SG Sonnenhof Großaspach ist gegen den neuen Tabellenführer SV Wehen Wiesbaden letztlich chancenlos

Knüppeldick kam es für die Drittliga-Kicker der SG Sonnenhof Großaspach im Heimspiel gegen den SV Wehen Wiesbaden. Das Team von Trainer Rüdiger Rehm verlor gegen den neuen Tabellenführer nicht nur mit 0:3, sondern hatte mit Tobias Rühle und Pascal Sohm auch zwei Verletzte zu beklagen. Zudem sah David Kienast in der 78. Minute die Rote Karte.


Von Steffen Grün


Hätte Mainz II gegen Kiel die 1:0-Führung ins Ziel gerettet, wäre Neuling Aspach sogar noch zum ersten Mal auf einen Abstiegsplatz abgerutscht. Weil die Nordlichter noch das 1:1 erzielten, blieb der SG zumindest dieser Nackenschlag erspart.

Die erste Torchance hatten die Einheimischen nach vier Minuten. SG-Debütant Cidimar spielte die Kugel in die Spitze auf Rühle, der für Simon Skarlatidis ablegte. Dessen 20-Meter-Schuss faustete Gäste-Keeper Markus Kolke aus der Ecke. Vier Minuten später wurden nach einem Standard erstmals die Hessen gefährlich. Die Ecke von der rechten Seite geriet zu weit, doch Tobias Jänicke holte den Ball noch und zog wieder in die Mitte. Sein Schuss aufs kurze Eck wurde aber zur Beute für SG-Keeper Christopher Gäng. Im Gegenzug waren wieder die zuletzt sechsmal in Folge sieglosen Aspacher dran. Die Flanke von Cidimar verunglückte zwar, doch für die Abwehraktion galt dasselbe. Das Leder fiel Felice Veccione vor die Füße, doch er drosch es am langen Pfosten vorbei.

Damit war bei beiden Teams der Tatendrang fürs Erste erlahmt. Nach einer halben Stunde bekam Aspachs Stürmer Rühle einen Schlag auf den Kopf ab und klagte über Kreislaufprobleme. Rehm wechselte Sahr Senesie ein. In der 33. Minute geriet die SG ins Hintertreffen. Nach einem Eckball von Nils-Ole Book kam Nico Herzig völlig frei zum Kopfball. Gäng reagierte prächtig, doch im Nachschuss traf José Vunguidica zum 1:0. Der Angolaner war gedankenschneller als die ganze Abwehr. Mit diesem Resultat ging’s in die Kabinen, weil der Aspacher Torwart gegen Vunguidica ein weiteres Tor verhinderte (38.).

Nach etwa einer Stunde drängte Wehen Wiesbaden immer stärker auf das 2:0, die Hausherren hatten große Probleme. In der 66. Minute passierte es. Nach einer Flanke von Tobias Jänicke zwang der eingewechselte Soufian Benyamina SG-Keeper Gäng erneut zu einer tollen Parade, doch Book stand parat und drückte die Kugel über die Linie. Hätte Shqiprim Binakaj nach einer Flanke von Cidimar verkürzt (71.), wäre vielleicht noch was drin gewesen, doch der Joker köpfte den Ball freistehend nicht ins Tor, sondern streifte ihn nur. Kurz danach musste Sohm mit dem Verdacht auf einen Bänderriss im rechten Knöchel runter, doch es kam noch dicker. In der 78. Minute schlugen die Gäste einen langen Ball auf Luca Schnellbacher. Der wollte Kienast umkurven, dieser bekam den Ball an die Hand. Absicht, befand der Referee, der alle kritischen Entscheidungen gegen die Aspacher traf, und zeigte Rot. Der fällige Freistoß von Daniel Wein war eigentlich harmlos, doch nun patzte der bis dahin so starke Gäng. Benyamina bedankte sich – 3:0. Ins Bild passte, dass die Hausherren in der 85. Minute vergeblich einen Handelfmeter forderten. Es war nicht ihr Tag.

Cidimars Einstand endet mit einer Enttäuschung

Stürmer kann an Aspachs 0:3-Heimpleite auch nichts ändern

Am Samstag verpflichtet, gestern bereits in der Startelf: Aspach hoffte auf einen Blitzstart von Cidimar. Der Stürmer erlebte mit dem 0:3 gegen Wehen Wiesbaden einen schlechten Einstand, deutete in den 90 Minuten aber ab und zu an, dass er eine Verstärkung sein kann. Der zuletzt vereinslose 30-Jährige unterschrieb einen Vertrag bis zum Ende dieser Saison.

(pm/stg). Im Januar 2007 war der Brasilianer aus seiner Heimat zur Spvgg Greuther Fürth gewechselt. Seitdem verdient Cidimar Rodrigues da Silva, so der volle Name des Angreifers, seine Brötchen in Deutschland. 2009 zog es den 1,83 Meter großen Kicker zum FSV Frankfurt, 2011 zu Dynamo Dresden und Anfang 2012 zum VfR Aalen, bei dem er zweieinhalb Jahre blieb. Im Sommer wurde sein Vertrag nicht verlängert, er begab sich auf Vereinssuche.

Nun ist Cidimar also in Großaspach untergekommen. Bei dem Verein, bei dem er in den vergangenen sechs Wochen bereits mittrainiert hatte, um sich fitzuhalten. Im Testspiel beim SSV Reutlingen am 5. September war der Stürmer sogar schon mit einer Gastspielerlaubnis zum Einsatz gekommen, hatte einen guten Eindruck hinterlassen und beim 1:1 den Führungstreffer erzielt. Rund vier Wochen später einigten sich beide Seiten auf eine zunächst bis zum Rundenende befristete Zusammenarbeit. „Ich bin froh, dass mir die SG diese Chance gibt und freue mich auf die Herausforderung in Aspach“, sagt der Fußballer mit der Erfahrung aus 124 Zweit- und 17 Drittligaspielen, in denen er insgesamt 30 Tore erzielte. „Die Mannschaft hat mich super aufgenommen“, verrät der Klient der Beratungsagentur Fair-Sport von Uli Ferber. Das gestrige 0:3 war aber gleich ein Rückschlag, den Cidimar so einordnet: „Es gibt keine Ausreden. Wir müssen das Ergebnis akzeptieren, nach vorne schauen und hart arbeiten. Die Saison ist lang.“

Für SG-Trainer Rüdiger Rehm brachte der Neue gestern das, „was er derzeit bringen kann. Er braucht Bälle in die Box“, also in den Strafraum. Die kamen gestern kaum. Rehm freut sich aber über eine weitere Offensiv-Alternative. Er erhofft sich davon eine größere Durchschlagskraft als bisher. Zudem ist die SG in der Breite nun besser aufgestellt. „Wir haben uns bewusst die Möglichkeit offen gelassen, nochmals personell zu reagieren“, betont Rehm: „Die Ausfälle der vergangenen Wochen haben gezeigt, dass es Sinn macht, einen weiteren Spieler hinzuzunehmen.“ Cidimar habe im Training auf sich aufmerksam gemacht und verfüge über viel Erfahrung, „daher freue ich mich, ab sofort eine weitere Alternative zur Verfügung zu haben“.

Rehm: "Wir müssen den Abstiegskampf schnell annehmen"

SG-Trainer will den Negativtrend mit seinem Team beenden

(stg). Zu Beginn der Partie hatte Rüdiger Rehm durchaus auch Positives von seiner Mannschaft gesehen. "Wir haben ganz gut begonnen, hatten die besseren Torchancen zu Beginn", konstatierte der SG-Trainer. "Mal wieder wurden die Möglichkeiten allerdings vergeben und dann hat man gesehen, wie kaltschnäuzig, abgebrüht und effektiv die Wehener sind", brachte Rehm den Unterschied zur eigenen Truppe auf den Punkt: "Sie lassen sich nicht aus der Ruhe bringen, wissen um ihre Stärke."

Das Selbstvertrauen der Großaspacher Kicker ist dagegen nach nunmehr sieben Partien ohne Dreier angeknackst. Welche Folgen das hat, weiß Rehm genau: "Wir kommen derzeit nach Rückschlägen sehr schwer zurück, das hat man an der Körpersprache der Spieler gesehen. Daran gilt es zu arbeiten, denn wir müssen mit dieser Negativserie umgehen. Es ist einfach eine andere Liga, es gibt nicht so viele Siege wie in den vergangenen Jahren in der Regionalliga. Das muss allen klar sein", wirbt Rehm auch um Verständnis im Umfeld. "Wir müssen lernen, damit umzugehen", betont Rehm: "Das ist nicht einfach. Wir dürfen uns nicht selbst zerfleischen, sondern müssen uns aus dieser Phase rausarbeiten. Die Spieler müssen die Köpfe oben behalten. Wir werden alles tun, um über dem Strich zu bleiben. Das ist unser Ziel nichts anderes. Wir müssen den Abstiegskampf annehmen."

Für einen Neuling ist das im Normalfall auch die Regel, nur hatte der starke Start vielleicht dafür gesorgt, dass das nicht mehr allen so richtig bewusst war.

Spieler, Tore, Fakten

SG Sonnenhof Großaspach: Gäng – Vecchione, Gehring, Hägele, Kienast – Sohm (72. Leist), Schiek (65. Binakaj), Jüllich, Skarlatidis – Cidimar, Rühle (30. Senesie).
SV Wehen Wiesbaden: Kolke – Wein, Herzig, Geyer, Mintzel (79. Grupp) – Wiemann (69. Schnellbacher), Müller – Jänicke, Book, Riemann (60. Benyamina) – Vunguidica.
Tore: 0:1 (33.) Vunguidica, 0:2 (66.) Book, 0:3 (80.) Benyamina.
Gelbe Karten: Binakaj, Cidimar – Geyer.
Schiedsrichter: Kempkes (Ormitz).
Zuschauer: 1089.

Quelle: Backnanger Kreiszeitung am 6. Oktober 2014

Impressionen aus der mechatronik Arena

Fotos von Uwe Ehrlich