3.L | Donnerstag, 2. Oktober 2014 (BKZ)
Gehring vor dem Duell gegen Spitzenteam Wiesbaden

^^^ Führungsfigur mit Drittliga-Erfahrung: Innenverteidiger Kai Gehring zählt
bei Neuling Großaspach bislang zu den gesetzten Spielern. Foto: A. Becher

13.SpT  |  3.Liga  |  Saison 2014/15

SG Sonnenhof Großaspach - SV Wehen/Wiesbaden
Sonntag, 5. Oktober  |  14:00 Uhr  |  mechatronik Arena

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Gehring lehnt Schwarz-Weiß-Malerei ab

Starker Start, zuletzt ein Abwärtstrend: Für Großaspachs Innenverteidiger ist weder das eine noch das andere der Maßstab

Zwei Punkte aus den vergangenen sechs Spielen sind nicht das, was sich Fußball-Drittligist Großaspach vorgestellt hatte. Das räumt Kai Gehring ein, von einer Krise will der Innenverteidiger vor dem Heimspiel gegen den SV Wehen Wiesbaden (Sonntag, 14 Uhr, Mechatronik-Arena) aber nichts wissen: Wir dürfen nicht vergessen, dass wir ein Aufsteiger sind.


Von Steffen Grün


Achter war die SG Sonnenhof nach neun Punkten aus den ersten sechs Partien und lag in Schlagdistanz zu den Topteams. Bis heute blieb das überraschende 3:1 in Rostock am 26. August aber der letzte Dreier, die Kicker aus dem Fautenhau sind inzwischen 17. und haben nur noch ein dünnes Polster von einem Pünktchen auf den ersten Abstiegsplatz. Da drängt sich die Frage auf: Welches ist das wahre Gesicht?

Eine Herangehensweise, die für Gehring zu stark an Schwarz-Weiß-Malerei grenzt. „Es kann sein, dass wir als Neuling aus einem Dorf am Anfang etwas unterschätzt wurden“, überlegt der 26-Jährige, will damit aber keineswegs die guten Leistungen zu Rundenbeginn schmälern. „Mittlerweile wissen unsere Gegner, dass wir mithalten können“, fügt Gehring hinzu und lässt überhaupt keinen Zweifel daran aufkommen, dass davon auch er und seine Teamkollegen unverändert überzeugt sind.

Dem Selbstvertrauen hat der Abwärtstrend im September also nicht nachhaltig geschadet. „Wir hatten uns mehr Punkte erhofft“, gibt der gebürtige Göppinger zu, „aber man muss schon die Gegner und die Umstände sehen.“ Er verweist auf Niederlagen gegen Aufstiegsanwärter wie Dresden, Cottbus oder Münster sowie auf den erst kurz vor Schluss kassierten Ausgleich beim 1:1 gegen Erfurt. Dazu kamen weite Fahrten während der ohnehin anstrengenden englischen Wochen und eine Grippewelle, die Aspachs Kader erfasst hatte.

„Das sollen aber keine Ausreden sein“, betont Gehring, dem durchaus bewusst ist, dass die über nicht allzu viel Drittliga-Erfahrung verfügende Mannschaft noch eine Menge lernen muss: „Für viele ist diese Klasse völliges Neuland, jeder Fehler wird bestraft.“ Mit seinen mittlerweile 71 Drittliga-Einsätzen teile er die Einschätzung vieler Trainer, die von der bislang stärksten Dritten Liga sprechen würden. Auf alle Fälle seien im Vergleich zur Regionalliga das Tempo und die Aggressivität höher, die Zweikampfführung geschickter, die Kulissen beeindruckender und die Abgezocktheit größer. „Man merkt, dass viele Spieler schon höher gespielt haben“, sagt Gehring, dem ein Punkt für den weiteren Verlauf der Runde am wichtigsten erscheint: „Wir müssen kaltschnäuziger werden.“ Es gilt, auch einmal aus einer halben Torchance einen Treffer zu machen, eine Partie vielleicht auch mal glücklich zu gewinnen.

Und Leistungen wie am vergangenen Wochenende beim 1:3 in Kiel sollte sich die SG nicht oft erlauben. „Das war ein schlechtes Spiel, dazu stehen wir“, betont Gehring, der aber klar dafür plädiert, auch nach diesem enttäuschenden Auftritt die Ruhe zu bewahren. „Wir arbeiten konzentriert weiter und konzentrieren uns auf das nächste Spiel“, sagt der Kicker, der im WM-Sportzentrum in Backnang arbeitet, soweit es das Training in der Dritten Liga zulässt. Am Sonntag wird mit dem SV Wehen Wiesbaden der Tabellendritte im Fautenhau erwartet. Ein Verein, bei dem Gehring zwischen 2009 und 2011 eineinhalb Jahre unter Vertrag stand. Er kenne aber weder den aktuellen Trainer noch irgendeinen Spieler, weshalb es für ihn aus diesem Blickwinkel keine besondere Begegnung sei. Aus einem anderen schon. „Es ist ein besonderes Spiel, weil wir auf einen Aufstiegskandidaten treffen.“ In Ehrfurcht wollen Gehring und seine Mitstreiter aber nicht erstarren, „wir gehen jedes Spiel gleich an und versuchen, so viele Punkte wie möglich zu sammeln“. Zuletzt klappte das selten, möglichst bald will Großaspach aber wieder in die Erfolgsspur zurück.

Viermal samstags, einmal freitags

Restliche Drittligaspiele für 2014 terminiert

(stg). Der Deutsche Fußball-Bund hat die genauen Termine für die Drittliga-Spieltage 18 bis 22 und damit bis zur Winterpause festgelegt. Großaspach bestreitet das Heimspiel gegen den Chemnitzer FC am Samstag, 22. November, um 14 Uhr. Das Gastspiel bei Arminia Bielefeld steht am Freitag, 28. November, auf dem Programm. Anpfiff auf der Alm ist um 19 Uhr. Es folgen drei weitere Spiele am Samstag um 14 Uhr. Im Detail: Am 6. Dezember geht es zu Fortuna Köln, am 13. Dezember wird der MSV Duisburg in der Mechatronik-Arena erwartet und am 20. Dezember folgt die Begegnung bei den Kickers.

Quelle: Backnanger Kreiszeitung am 2. September 2014