3.L | Montag, 1. September 2014 (BKZ)
2.082 + 1 Sieger in der mechatronik Arena

7.SpT  |  3.Liga  |  Saison 2014/15

SG Sonnenhof Großaspach - VfB Stuttgart II   3:3 (1:1)
Samstag, 30. August  |  14:00 Uhr  |  mechatronik Arena

Ein Fest, das nur die Zuschauer begeistert

In einer abwechslungsreichen Drittligapartie trennen sich Aspach und der VfBII mit 3:3 Traumdebüt für Sebastian Schiek

Fußball-Spektakel im Fautenhau: In einem sehenswerten und guten Drittligaspiel trennten sich die SG Sonnenhof und der VfB Stuttgart II mit einem gerechten 3:3. Mehr als den einen Punkt hatten wir nicht verdient, gestand Aspachs Trainer Rüdiger Rehm, obwohl seine Elf zu Beginn beider Halbzeiten die klar bessere Mannschaft war.

So richtig zufrieden wirkte am Ende keiner der Beteiligten auf dem Platz in der Mechatronik-Arena. Während die Besucher überaus unterhaltsame 90 Minuten miterlebt hatten, ärgerten sich Spieler und Trainer beider Mannschaften, dass sie jeweils die Gelegenheit nicht beim Schopf gepackt hatten, als sie die Möglichkeit hatten, das Duell für sich zu entscheiden. „Vielleicht waren wir nach dem Sieg in Rostock und der vielen Schulterklopferei danach ein bisschen zu faul und zu satt“, suchte Rüdiger Rehm nach einer Erklärung dafür, warum sein Team die Partie Mitte der ersten Halbzeit aus der Hand gab. Bis dahin waren die leicht favorisierten Hausherren klar besser. Sie hatten zunächst eine Riesenchance von Denis Berger (7.), dessen Volleyschuss von VfB-Torwart Odisseas Vlachodimos klasse pariert wurde, verzeichnet. Dann ließ Simon Skarlatidis vier VfB-Verteidiger stehen und traf aus 15 Metern zum verdienten 1:0.

Stuttgarts ersten Warnschuss gab der Ex-Aspacher Pascal Breier ab, der in der 14. Minute Shqiprim Binakaj stehen ließ und erst von Torwart Kevin Kunz gestoppt wurde. Nach und nach kam die Bundesligareserve nun besser ins Spiel. VfB-Rechtsverteidiger Tim Leibold besorgte nach einer guten halben Stunde den Ausgleich. Wie Skarlatidis zuvor auf der anderen Seite umkurvte er vier Gegner und traf aus zehn Metern zum 1:1.

In der zweiten Halbzeit war es wiederum die SG Sonnenhof, die besser ins Spiel startete. Michele Rizzi hatte in der 47. Minute Pech, als sein 17-Meter-Freistoß nur am Innenpfosten landete. Glück hatte der Tabellenletzte auch zehn Minuten später, als sich Nicolas Jüllich durch den Strafraum dribbelte, der Ball zu Pascal Sohm gelangte, der die Kugel aus zehn Metern aber vorbei schlenzte.

Die Strafe folgte auf dem Fuß. Im Gegenzug ließ sich Junioren-Nationalspieler Felix Lohkemper nicht stoppen, legte von der rechten Grundlinie zurück und Breier versenkte den Ball aus 13 Metern zum 2:1 für Stuttgart im Eck. Aspach war geschockt. Und nur vier Minuten später legte der VfB nach. Eine Freistoßflanke von Tobias Rathgeb verlängerte Timo Baumgartl zum 3:1 ins Eck.

Die Partie schien entschieden. Weil aber der Ex-Aspacher Marco Grüttner aus drei Metern drüber schoss (64.), konnte Sahr Senesie die SG in der 72. Minute mit einem 28-Meter-Hammer wieder ins Spiel zurück bringen. „Klasse“, anerkannte Kramny, der in der 83. Minute mitansehen musste, wie der Dreier für Stuttgart vollends flöten ging. Einen Eckball des eingewechselten Josip Landeka köpfte der ebenfalls eingewechselte Sebastian Schiek zum 3:3 ein. In der Nachspielzeit hätte es dem Sonnenhof gar fast noch zum Sieg gereicht. Doch Schieks Schuss trudelte vorbei. Ein 4:3 wäre auch des Guten zu viel gewesen.

Am Donnerstag verpflichtet, in der 70. Minute eingewechselt und 13 Minuten später fürs 3:3 bejubelt: Sebastian Schiek (Mitte).Foto: A. Becher

Am Donnerstag verpflichtet, in der 70. Minute eingewechselt und 13 Minuten später fürs 3:3 bejubelt: Sebastian Schiek (Mitte). Foto: A. Becher

Duell der Freunde ist nichts für Nervenschwache

SG und VfB II verursachen bei den Fans ein Wechselbad der Gefühle

(uwe). Sieben Gelbe Karten, sechs Tore und ein Wechselbad der Gefühle: Das Duell der befreundeten Vereine war nichts für schwache Nerven. Als „Achterbahnfahrt“, bezeichnete Stuttgarts Trainer Jürgen Kramny den Vergleich und erklärte: „Nach der Pause hatten wir erst Glück beim Pfostenschuss von Michele Rizzi und der Chance von Pascal Sohm, dann war Aspach eigentlich weg und wir müssen das 4:1 machen.“ Der 42-Jährige war gefrustet und urteilte: „Für uns ist das schon bitter: Der Punkt ist zu wenig.“ Der VfB-Coach wusste aber auch: „Für die Zuschauer war’s äußerst interessant.“

Aspachs Coach Rüdiger Rehm ärgerte sich: „Wir hatten den Gegner im Griff und haben dann den größten Fehler gemacht, den es im Fußball gibt: Wir haben den Deckel nicht drauf gemacht.“ Nach starken ersten 25 Minuten und einer verdienten 1:0-Führung fühlten sich die Gastgeber zu sicher und lagen plötzlich 1:3 zurück. Am Ende reichte es für den Neuling noch zu einem Punkt. „Weil unsere Moral gestimmt hat und auch immer stimmen wird“, wie Rehm versprach. Dass das 3:3 ausgerechnet der erst zwei Tage zuvor verpflichtete Rechtsverteidiger Sebastian Schiek erzielte, bezeichnete der SG-Trainer als „Traumeinstand“.

Ähnliches gilt für die erste Zwischenbilanz der Elf aus dem Fautenhau: 7 Spiele, 10 Punkte – mehr als ordentlich. Und: Aspach hatte im Vergleich mit dem Schlusslicht sein Mindestziel erreicht: Den Vorsprung auf die Abstiegsplätze zu halten. Dank des Teilerfolgs vergrößerte die SG Sonnenhof den Abstand auf die beiden Mitaufsteiger Fortuna Köln (Platz 18) und FSV Mainz 05 II (19) sogar auf sechs Zähler. Das Wichtigste für Rüdiger Rehm. Denn: „Wir schauen nur nach unten. Alles andere ist für uns kein Thema.“

Nun folgt für Aspach und für Stuttgart allerdings eine kleine Zwangspause. Die für nächsten Samstag angesetzten Partie der SG in Cottbus und das Heimspiel des VfB gegen den FSV Mainz 05 II wurden wegen der Abstellung von Spielern für Länderspiele (wir berichteten) verlegt. Beide sind für Dienstag, 16. September, neu angesetzt. Die Beine hochlegen dürfen die Kicker nächstes Wochenende aber nicht. Aspach und Stuttgart suchen nach Gegnern für Testspiele.

Spieler, Tore, Fakten

Großaspach: Kunz - Binakaj, Gehring, Hägele, Kienast - Skarlatidis (58. Rühle), Rizzi (63. Landeka), Jüllich, Berger (70. Schiek) - Senesie, Sohm.
Stuttgart II: Vlachodimos - Mwene, Baumgartl, Vier, Leibold (90. Lang) - Yalcin (29. Lohkemper), Rathgeb - Breier, Wanitzek, Kiesewetter - Grüttner (77. Obernosterer).
Tore: 1:0 Skarlatidis (12.), 1:1 Leibold (31.), 1:2 Breier (58.), 1:3 Baumgartl (62.), 2:3 Senesie (72.), 3:3 Schiek (83.).
Gelbe Karten: Rizzi, Rühle, Sohm, Landeka - Baumgartl, Yalcin, Rathgeb.
Schiedsrichter: Treiber (Zell-Bruck).
Zuschauer: 2082.

SG-Vieobericht auf bkz-online

Von der Achterbahnfahrt im Duell SG Sonnenhof und VfB Stuttgart II gibts unter www.bkz-online.de ein kommentiertes Video mit Toren und Stimmen zum Spiel.

Quelle: Backnanger Kreiszeitung am 1. September 2014

Impressionen aus der mechatronik Arena

Danke an Anna Fischer für die Fotos