3.L | Montag, 11. August 2014 (BKZ)
Rückblick auf die erste Drittliga-Niederlage

4.SpT  |  3.Liga  |  Saison 2014/15

SpVgg Unterhaching - SG Sonnenhof Großaspach   3:1 (1:1)
Samstag, 9. August  |  14:00 Uhr

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Eine starke halbe Stunde ist viel zu wenig

Drittliga-Neuling Großaspach lässt in Unterhaching nach dem 1:0 extrem nach, verliert 1:3 und kassiert damit die erste Niederlage

Nun hat es den Neuling also erwischt, im vierten Drittligaspiel kassierte Großaspach die erste Niederlage. Das 1:3 bei der Spvgg Unterhaching geht auf die eigene Kappe, denn nach einer 1:0-Führung und einer dominanten ersten halben Stunde baute die SG Sonnenhof ab. Die Gäste hielten nur noch halbherzig dagegen und bekamen die Quittung.

Im Abwehrzentrum hatten Kai Gehring und Startelf-Debütant Julian Leist die totale Lufthoheit. Michele Rizzi und Daniel Hägele harmonierten auf der Doppelsechs prächtig, selbiges galt für die Pärchen auf den Außenbahnen. Das Ergebnis nach 30 Minuten: Aspach stand sehr kompakt, den Hausherren fiel nichts ein, um den Block auszuhebeln. Verdient war es daher auch, dass die SG das 1:0 (18.) vorlegte. Hatte Leist nach sechs Minuten noch ans Außennetz geköpft, machte es Angreifer Pascal Sohm nun besser. Nach einer Flanke von Josip Landeka senkte sich sein Kopfball hinter Keeper Michael Zetterer ins Netz.

Der Neuling schien auf dem besten Weg, nach fünf Punkten aus den ersten drei Duellen ein weiteres Ausrufezeichen zu setzen. Woran es dann lag, dass die SG völlig den Faden verlor, ist die große Frage. Unterhaching übernahm noch vor der Pause das Kommando und kam in der 42. Minute zum Ausgleich. Ein Freistoß von Benjamin Schwarz war von der Mauer abgeprallt, die Gefahr schien gebannt. Plötzlich segelte noch eine Flanke in den Strafraum. Torwart Kevin Kunz wollte klären, es kam zu einem Zusammenprall mit Andreas Voglsammer. Elfmeter, entschied der Referee. Einspruch von SG-Innenverteidiger Gehring: Wenn das einer ist, musst du 60 pro Spiel pfeifen. Der zu Boden gegangene schilderte die Szene so: Ich will hochsteigen, komme an den Ball, köpfe ihn drüber. Dann kommt der Torwart und rennt mich über den Haufen. Elfmeter oder nicht er hat gepfiffen, für uns war das gut. Kapitän Mario Erb schnappte sich das Leder und nagelte es zum 1:1 unter die Latte.

Aspach hatte sogar noch Dusel, dass es dabei bis zur Pause blieb, denn in der 45. Minute wehrte Torwart Kunz einen Schuss von Voglsammer ab. In der zweiten Hälfte waren die Gäste von der Rolle, der Rückstand nach einer Stunde war logisch. Nach einem weiten, noch einmal aufspringenden Abschlag kam es zu dem Zweikampf zwischen Gehring und Voglsammer. Plötzlich war Hachings Angreifer vorbei, vollendete eiskalt. Und wieder gab es zwei Blickwinkel. Zum einen den des SG-Kickers: Ich gehe zum Kopfball hoch, er gibt mir einen Schubser. Das ist ein Foul. Zum anderen den von Voglsammer: Ich weiß nicht, was ich Regelwidriges getan hätte. Ein Körperkontakt ist zwar immer da, aber mein Gegenspieler ist über 1,90 Meter und sollte sich von einem kleinen Knirps wie mir mit 1,78 nicht so leicht wegdrücken lassen.

Ein toller Spielzug führte in der 68. Minute zum 3:1. Initiator war erneut Voglsammer. Er packte den öffnenden Pass auf den rechten Flügel aus, Yannic Thiel spielte die Kugel direkt ins Zentrum, wo Pascal Köpke Sohn des Weltmeister-Torwarttrainers und Europameisters 1996 keine Mühe hatte, einzuschieben. Die Gäste fügten sich nicht in ihr Schicksal, doch das letzte Aufbäumen fehlte. Der eingewechselte Tobias Rühle scheiterte per Distanzschuss an Hachings Keeper (69.), Sahr Senesie schoss nach feinem Pass von Simon Skarlatidis ganz knapp am langen Pfosten vorbei (72.), doch auch die Einheimischen hatten noch zwei richtig dicke Möglichkeiten: Köpke zielte einmal um Haaresbreite vorbei (72.), erwischte dann einen Kopfball am Fünfmeterraum (81.) nicht richtig.

Rehms Vorwurf: "Die harte Arbeit vernachlässigt"

SG-Trainer beklagt nach der Führung läuferische und kämpferische Defizite

(stg). Daran, dass die erste Drittliga-Niederlage in der Vereinsgeschichte eher früher als später auf Großaspach zukommen würde, konnten kaum Zweifel bestehen. Insofern ist das 1:3 in Unterhaching kein Beinbruch. Trotzdem war Trainer Rüdiger Rehm stinksauer. Weil mehr drin gewesen wäre, wenn die Gäste nach einer starken ersten halben Stunde und der verdienten Führung durch ein Tor von nicht komplett außer Tritt geraten wären.

"Wir haben das Fußballarbeiten eingestellt", klagte der Ex-Profi auf der SG-Bank: "Wir wollten nur noch Fußballspielen. Das alleine ist aber in der Dritten Liga nicht ausreichend. Kämpferisch und läuferisch habe man nach der Pause viel zu wenig gezeigt, das bin ich von meiner Truppe nicht gewohnt." Der 35-Jährige hatte auch keineswegs die Absicht, Kritik am Referee zu üben, obwohl einige Aspacher den Elfmeter zum 1:1 zu hart fanden und SG-Innenverteidiger Kai Gehring vor dem 1:2 ein Foul an sich beklagte. "Von außen war es keiner", sagte Rehm zum Elfer nur, kündigte aber an, sich das Videomaterial anschauen zu wollen. Ansonsten gelte es, sich an die eigene Nase zu fassen: Wir sind sehr enttäuscht. Die Spvgg hat ganz klar verdient gewonnen. Es dürfte ihn auch nicht getröstet haben, dass Unterhachings Trainer Christian Ziege lobende Worte fand: "Wenn Großaspach so spielt wie in der ersten halben Stunde, ist das eine sehr unangenehme Mannschaft."

Es war SG-Sportchef Janni Koukoutrigas, der die Verhältnisse gerade rückte, nachdem die erste Enttäuschung verklungen war: "Wir können mit dem Start zufrieden sein, auch wenn die Art und Weise dieser Niederlage nun ärgerlich war." Nun gelte die Konzentration dem WFV-Pokalspiel am Freitag, danach richte sich der Fokus aufs Duell mit Dortmund II am 22. August. Die Zeit, um nach der Englischen Woche Luft zu holen, sei wichtig - zumal Nicolas Jüllich und Manuel Fischer in Kürze wieder fit und dabei sein sollten.

SG auf bkz-online

In Kooperation mit SG-TV gibts von Aspachs Spiel in Unterhaching wieder ein Video zu finden im Internet unter www.bkz-online.de.

Stenogramm

Unterhaching: Zetterer - Welzmüller, Erb, Hagn, Redondo (54. Dittrich) - Schwarz Thiel, Abelski (90. Hufnagel), Haas - Köpke (81. Widemann), Voglsammer.
Großaspach: Kunz - Vecchione, Gehring, Leist, Landeka - Binakaj (46. Skarlatidis), Rizzi, Hägele, Berger (63. Rühle) - Sohm (84. Bellanave), Senesie.
Tore: 0:1 (18.) Sohm, 1:1 (42./Foulelfmeter) Erb, 2:1 (60.) Voglsammer, 3:1 (67.) Köpke.
Gelbe Karten: Schwarz, Haas - Kunz, Sohm, Leist.
Schiedsrichter: Bokop (Vechta).
Zuschauer: 2800.

Quelle: Backnanger Kreiszeitung am 11. August 2014

Impressionen aus Unterhaching

Fotos: tai