3.L | Samstag, 12. Juli 2014 (BKZ)
Leist: "Wir können uns auf die 3.Liga freuen"

Leist weiß, was auf Großaspach zukommt

Innenverteidiger kennt die Dritte Liga aus Kickers-Zeiten, sein neuer Verein will von den Erfahrungen profitieren

Er hat bereits 87 Drittligaspiele auf dem Buckel und soll Großaspach eine wertvolle Hilfe dabei sein, sich als Aufsteiger schnell in der neuen Spielklasse zurechtzufinden: Innenverteidiger Julian Leist (26). Im Gespräch mit BKZ-Sportredakteur Steffen Grün schildert der SG-Zugang von den Stuttgarter Kickers seine ersten Eindrücke vom neuen Verein.

  • Sie sind seit dem Wochenbeginn mit der SG Sonnenhof Großaspach im Trainingslager. Wie läuft es in Walchsee?

Die Trainingseinheiten sind sehr intensiv, aber dafür sind wir auch hier. Wir wollen uns den nötigen Feinschliff für die Runde holen. Außer dem Wetter spielt alles mit, die Bedingungen sind top. Die Rasenplätze, das Hotel, der Service das ist alles optimal. Und der Regen hindert uns auch nicht daran, uns auch außerhalb des Platzes näher kennenzulernen.

  • Beschreiben Sie nach insgesamt rund drei Wochen im Kreise Ihrer neuen Mannschaft doch bitte einmal ihre ersten Eindrücke.

Die meisten Kollegen kannte ich vorher schon von Spielen gegeneinander und weil ich mit einigen schon zusammengespielt habe. Meine ersten Eindrücke sind durchweg positiv. Ich bin auch kein Charakter, der sich schwer damit tut, sich in ein Team zu integrieren. Ich bin positiv gestimmt und freue mich auf die Saison.

  • Sie haben sich also bereits eingelebt und fühlen sich wohl in Ihrem neuen Verein?

Ich musste mich nicht groß einleben. Ich wohne weiter in Stuttgart und pendle jetzt. Wir haben auch schon eine kleine Fahrgemeinschaft gebildet Felice Vecchione, Sebastian Gleißner, Josip Landeka und ich. Es kann so weitergehen.

  • Es sind noch rund zwei Wochen bis zum ersten Drittligaspiel gegen Fortuna Köln. Was bleibt bis dahin noch zu tun?

Wir müssen die Aufstiegseuphorie in die ersten Spiele mitnehmen. Im Trainingslager in Walchsee wollen wir Fortschritte im körperlichen und im taktischen Bereich machen. Wir erarbeiten uns das, dann wird das eine gute Geschichte.

  • Sie sind einer der wenigen SG-Spieler mit Drittliga-Erfahrung. Haben Sie den Anspruch, ein Führungsspieler zu sein?

Ich weiß, was auf uns zukommt. Da werde ich dem einen oder anderen auch etwas erzählen können, wenn ich danach gefragt werde. Die Jungs sind aber alle heiß und hungrig auf die Dritte Liga. Es war das Ziel, dort zu spielen, und nun sind wir da. Wir sitzen alle im selben Boot, müssen zusammenhalten und als Mannschaft geschlossen auftreten.

  • Wie würden Sie die Dritte Liga beschreiben?

Schöne Stadien mit vielen Zuschauern, sehr kampfbetonte Spiele. Wir können uns auf diese Liga freuen. Es ist schon ein Unterschied, ob man vor 10000 Zuschauern in Dresden spielt oder vor 300 Zuschauern bei einem kleineren Verein. Wenn wir am Anfang die nötigen Punkte holen, schweißt der Erfolg zusammen, dann kann das eine gute Saison werden.

  • Der Konkurrenzkampf in der Innenverteidigung ist nicht zu unterschätzen, aber Ihr klares Ziel ist ein Stammplatz, oder?

Konkurrenz belebt bekanntlich das Geschäft. Natürlich will ich meinen Platz in der Mannschaft finden, werde meine bestmögliche Leistung abrufen. Ich will es dem Trainer so schwer wie möglich machen, mich nicht aufzustellen. Bisher läuft es ganz gut, auch wenn noch Details zu verfeinern sind, ich die Abläufe noch besser kennenlernen muss. Mein Anspruch ist es natürlich, Dritte Liga zu spielen mit der SG Sonnenhof, aber das ist eine funktionierende Mannschaft. Der Aufstieg schweißt zusammen, ich habe das bei den Kickers auch einmal erlebt.

  • Am dritten Spieltag geht es gegen die Stuttgarter Kickers Ihren alten Verein, bei dem Sie Vize-Kapitän waren, ehe Sie aufs Abstellgleis geschoben wurden. Das ist ein besonderes Spiel für Sie, oder?

Ich müsste lügen, wenn ich etwas anderes behaupten würde. Ich habe das Kapitel Kickers aber abgehakt, spiele nun in Großaspach. Auch wenn ich noch den einen oder anderen Kontakt zu früheren Mitspielern pflege, werde ich an dem Tag 100 Prozent für die SG geben.

  • Was trauen Sie der SG als Neuling zu?

Der Trainer wiederholt sehr oft, dass er das Maximale aus uns herausholen will, dass wir es jedem Gegner richtig schwer machen möchten, gegen uns zu bestehen. Wir müssen die Euphorie in die ersten Spiele mitnehmen, die großen Gegner vielleicht mal etwas ärgern und Schritt für Schritt Punkte sammeln. Und wenn wir es erst am letzten Spieltag mit dem Klassenverbleib schaffen wir brauchen einen langen Atem. Jetzt wollen wir erst einmal mit einem Heimsieg starten.

Quelle: Backnanger Kreiszeitung am 12. Juli 2014