RL | Mittwoch, 18. Juni 2014 (BKZ)
Rüdi im Interview mit der BKZ

Rehm: Keine Angst vor der Doppelrolle

SG-Coach über die Kaderplanung sowie seinen Trainer-Lehrgang und die Auswirkungen auf die Arbeit in Aspach

Erst zweieinhalb Wochen sind ins Land gezogen, seit die SG Sonnenhof Großaspach den Aufstieg in die Dritte Liga feierte. Trotzdem ist der Urlaub schon wieder vorbei, morgen um 11 Uhr ist Trainingsstart im Fautenhau. Vorher sprach BKZ-Sportredakteur Steffen Grün mit Aspachs Trainer Rüdiger Rehm.

BKZ: Rüdiger Rehm, die deutsche Nationalmannschaft hat ihr erstes WM-Spiel hinter sich.4:0 gegen Portugal was sagen Sie dazu.

Rehm: Das war natürlich sehr positiv. Es war eine klare Struktur zu sehen. Sie haben sicher einige überrascht mit der Aufstellung, aber auch damit, wie fit sie waren, wie viel Tempo sie gehen konnten. Alle haben gegen den Ball gut mitgearbeitet, das war der ausschlaggebende Punkt.

BKZ: Nun aber zu Ihnen und zur SG Sonnenhof Großaspach. Sie sind seit einer Woche beim DFB-Fußballlehrer-Lehrgang. Schildern Sie doch mal Ihre ersten Eindrücke.

Rehm: Die sind sehr positiv. Man lernt viel. Es ist sicherlich etwas anderes als der normale Trainerablauf. Es macht sehr viel Spaß, und es ist eine sehr gute Gruppe.

BKZ: Wer ist denn außer Ihnen sonst so dabei

Rehm: Ex-Nationalspieler Torsten Frings ist mit Sicherheit der bekannteste Name in unserem Kreis. Aber auch Steffen Baumgart, Marco Rose, Frank Fahrenhorst oder Thomas Reis haben in der Bundesliga gespielt und sind in diesem Lehrgang dabei.

BKZ: Sie kennen die Doppelbelastung von Alexander Zorniger, dessen Assistent Sie während seiner Lehrgangszeit waren. Auf Sie wartet eine ständige Pendelei zwischen Hennef und Großaspach, Sie fehlen von Montag bis Mittwoch oft im Training. Angst vor zu viel Stress oder negativen Auswirkungen auf Ihr Team?

Rehm: Wir versuchen, das Maximum herauszuholen. Es ist nicht die optimale Lösung, aber wir wissen, dass wir das damals mit Alexander Zorniger schon einmal positiv gestaltet haben. Wir setzen alles daran, das wieder so hinzukriegen.

BKZ: Die Situation bedeutet eine zusätzliche Verantwortung für Ihre Assistenten, oder?

Rehm: Ich habe vollstes Vertrauen in meine Assistenten. Mike Krannich ist seit einem Jahr da, macht einen klasse Job. Genauso Athletiktrainer Joachim Thomas und Torwarttrainer Jörg Schlisske. Martin Cimander wird das Team noch verstärken.

BKZ: Morgen ist Trainingsstart, nur gut zweieinhalb Wochen nach dem Aufstieg. Ist es möglich, schon wieder voll konzentriert zu sein?

Rehm: Ich denke, die Jungs haben gut regeneriert. Wir freuen uns unheimlich auf die neue Aufgabe. Schwerer wäre es, wenn wir vor einer weiteren Regionalliga-Saison stehen würden. Wir dürfen nun aber die Dritte Liga angehen, das muss bei jedem eine hohe Motivation sein. Jetzt gilts, die Grundlagen für die Saison zu schaffen.

BKZ: Michele Rizzi hat gestern bis 2016 verlängert. Das freut Sie sicherlich.

Rehm: Kurz und knapp: Ja.

BKZ: Noch nicht verlängert haben Sahr Senesie, Robin Schuster und Felice Vecchione. Drohen Abgänge von Leistungsträgern?

Rehm: Wir befinden uns in intensiven Gesprächen mit den Spielern und wollen natürlich den Kern der Mannschaft zusammenhalten. Ich habe da großes Vertrauen in unseren Sportdirektor Joannis Koukoutrigas, der es schaffen wird, die Spieler weiter an uns zu binden.

BKZ: Verpflichtet wurden bislang Claudio Bellanave, Julian Leist und Perspektiv-Torwart Bojan Spasojevic. Sind Sie zufrieden mit der Arbeit von Sportdirektor Joannis Koukoutrigas?

Rehm: (Lacht) Natürlich, er ist ja mein Chef. Im Ernst: Wir arbeiten sehr eng zusammen und stimmen uns gegenseitig ab. Claudio und Julian sind Spieler, die wir auch ligaunabhängig verpflichtet hätten. Wir wollen noch den einen oder anderen Akteur dazubekommen, um vor allem die Kaderdichte und Qualität weiter zu erhöhen. In der Vorbereitungsphase ist ja noch Zeit, um solche Spieler zu verpflichten. Wir haben bereits gute Erfahrungen damit gemacht. Sahr Senesie, Felice Vecchione und auch Kai Gehring kamen in der letzten Saison auch erst spät zu uns.

BKZ: Auf welchen Positionen besteht noch Bedarf?

Rehm: Wir wollen im besten Fall alle Positionen doppelt besetzen. Sicher müssen wir hinten links noch etwas machen, denn da sind wir mit David Kienast derzeit nur einfach besetzt. Dazu werden wir für hinten rechts sowie vielleicht auch in der Offensive Ausschau halten.

BKZ: Falls die Spieler kommen, die der Verein im Auge hat, ist die Mannschaft dann gerüstet für die Herausforderung Dritte Liga?

Rehm: (Lacht) Im Moment natürlich noch nicht, weil wir noch nicht topfit sind. Wir werden die Mannschaft aber auf den Punkt so hinbekommen, dass sie gerüstet ist, wenn es losgeht. Dafür haben wir wieder fünf Wochen Zeit. Wir waren zu diesem Zeitpunkt vor einem Jahr auch nicht dafür gerüstet, Meister der Regionalliga Südwest zu werden.

BKZ: Auf welche Spiele freuen Sie sich am meisten Auf die Duelle mit den Traditionsklubs?

Rehm: Alle Spiele sind Highlights in der Dritten Liga. Wir freuen uns tierisch auf diese Liga und darauf, dass wir bald mitspielen dürfen. Wir versuchen auch hier, das Bestmögliche zu erreichen.

BKZ: Wie lautet für einen Neuling das Saisonziel?

Rehm: Das Bestmögliche. Etwas anderes haben wir vor der vergangenen Saison auch nicht gesagt und damit sind wir letztlich gut gefahren. Wir können unsere Position als Aufsteiger gut einschätzen. Für uns wird es wichtig sein, sich auf jedes Spiel zu fokussieren und immer alles aus uns herauszuholen.

Nach dem Drittliga-Aufstieg ein noch gefragterer Gesprächspartner als bislang schon: Großaspachs Trainer Rüdiger Rehm.Foto: A. Becher

Nach dem Drittliga-Aufstieg ein noch gefragterer Gesprächspartner als bislang schon: Großaspachs Trainer Rüdiger Rehm. Foto: A. Becher

Quelle: Backnanger Kreiszeitung am 18. Juni 2014