RL | Mittwoch, 28. Mai 2014 (BKZ/tai)
Kein Sieger in Teil eins des Aufstiegskrimis

Aufstiegsrelegation in die 3. Liga (Hinspiel)
SG Sonnenhof Großaspach - VfL Wolfsburg II   0:0
Rückspiel am So. 01. Juni um 14 Uhr

[Das Video zum Spiel präsentiert von DFB-TV]

Gerechtes 0:0 im Hinspiel der Relegation zur Dritten Liga zwischen Südwest-Meister Großaspach und Nord-Titelträger Wolfsburg II

Ohne Sieger blieb das erste von zwei Aufstiegsspielen zur Dritten Liga am Mittwochabend im Aspacher Fautenhau. 0:0 trennten sich die SG Sonnenhof und der VfL Wolfsburg II in einer Partie auf Augenhöhe. Ein Ergebnis, das sowohl dem Meister der Regionalliga Südwest als auch dem Nord-Titelträger fürs Rückspiel am Sonntag alle Chancen offen lässt.

Das hatte schon ein wenig vom großen Fußball: Eine sehr gut besetzte Arena, Weltmeister und Europameister wie Pierre Littbarski und Klaus Allofs im Stadion, dazu Deutsche Meister und Pokalsieger sowie einige Trainer und Manager von Erst- und Zweitligisten als Kiebitze. Und dann zwei Teams, die 90 Minuten lang darum kämpften, den vielleicht vorentscheidenden Schlag zu landen. Letzteres gelang keinem. Deshalb stehts zur Halbzeit des Relegationsduells zwischen Großaspach und Wolfsburg weiterhin 0:0. Ein gerechtes Ergebnis, urteilten die Trainer Rüdiger Rehm und Valerien Ismael. Wobei es so aussah, als sei Wolfsburg eine Idee unzufriedener mit dem Ausgang. Offenbar weil der Reserve des Bundesligisten das vielleicht noch wichtige Auswärtstor nicht gelungen war.

Zweimal war der VfL ganz, ganz dicht dran. Kurz nach der Halbzeit scheiterte Justin Eilers binnen 60 Sekunden erst aus fünf Metern am klasse reagierenden SG-Torhüter Christopher Gäng, dann beim nächsten Angriff aus 14 Metern an der Latte (50.). Mit Glück und Gäng, beschrieb Aspachs Trainer Rehm den Umstand, dass seine Elf in diesen Situationen nicht in Rückstand geraten war.

Schon in den ersten 45 Minuten war das Team aus dem hohen Norden ein wenig besser ins Spiel gekommen. Wobei auch sie die Nervosität nicht ganz hatten abschütteln können. Beide Teams waren sehr vorsichtig, wollten keinen Fehler machen, urteilte Valerien Ismael, dessen Elf in der vierten Minute mit einem knallharten 20-Meter-Freistoß von Bastian Schulz den ersten Warnschuss abgab. Gäng parierte aber prächtig und den Abpraller köpfte Nico Granatowski drüber. Auch die zweite Chance gehörte dem Nordmeister. Nur um Zentimeter ging Ferhat Yazgans Flachschuss von der Strafraumgrenze am Pfosten vorbei.

Großaspach hatte am Anfang Probleme, ins Spiel zu kommen: Zu ängstlich, zu viele lange Bälle, zu wenig flexibel, zu wenig Passgenauigkeit, urteilte Rehm. Zwei, drei gute Ansätze, mehr gabs zunächst nicht. Ein abgefälschter Schuss von Manuel Fischer war das erste Ausrufezeichen der Hausherren. Das zweite verpasste Shqiprim Binakaj, als er fünf Minuten später im Wolfsburger Strafraum zu zögerlich war. Und als Tobias Rühle kurz darauf aus 23 Metern abzog, rauschte der Flachschuss vorbei.

Nach der Pause startete Wolfsburg erneut besser. Doch nach den zwei schon erwähnten Großchancen von Eilers kam nicht mehr viel. Nun waren die Hausherren näher dran am Sieg. Und in der 58. Minute jubelte schon das ganze Stadion. Selbst die ersten Takte des Torjingles waren zu hören. Doch der erst kurz zuvor eingewechselte Sahr Senesie hatte den Ball nach einer klasse Einzelleistung von Nebenmann Tobias Rühle frei stehend vom Elfmeterpunkt aus nicht ins, sondern am Tor vorbeigeschoben. Kurzer Freude folgte prompte Enttäuschung.

Fragten sich, wie der Ball in der 58. Minute noch vorbei gehen konnte: Sahr Senesie und Tobias Rühle (rechts). Viele Zuschauer hatten schon die Großaspacher Führung bejubelt.Fotos: A. Becher

Fragten sich, wie der Ball in der 58. Minute noch vorbei gehen konnte: Sahr Senesie und Tobias Rühle (rechts). Viele Zuschauer hatten schon die Großaspacher Führung bejubelt. Fotos: A. Becher

Mit Senesie war mehr Bewegung ins Aspacher Offensivspiel gekommen. Zudem gewann die SG nun im Mittelfeld vermehrt die Zweikämpfe. Senesie war es auch, der in der 72. Minute mit einem 26-Meter-Schuss nur um Haaresbreite das gegnerische Tor verfehlte. Ebenfalls per Weitschuss sorgte Simon Skarlatidis in der 81. Minute für Gefahr. Nur mit viel Mühe gelang es VfL-Torhüter Patrick Drewes, den Ball noch um den Pfosten zu lenken. Den anschließenden Eckball köpfte SG-Kapitän Daniel Hägele aus fünf Metern drüber. Es war der letzte Aufreger in der temporeichen Partie.

Es ist weiterhin alles offen, analysierte Ismael und sein Gegenüber Rehm versprach: In Wolfsburg gibts einen heißen Tanz. Ich freue mich drauf, dass wir das Spiel am Sonntag bestreiten dürfen und hoffe, dass möglichst viele Aspacher die weite Reise nach Wolfsburg mitmachen.

Stimmen zum Spiel:

Ich bin zufrieden, auch wenn wir ein Tor hätten schießen können, schießen müssen. Wir haben ein tolles Spiel gemacht und ich bin hundertprozentig überzeugt, dass wir in Wolfsburg nicht verlieren. Wir sind auswärts sehr stark, schießen wir dort ein Tor, dann steigen wir auf.

Kein Gegentor kassiert, das ist schon einmal nicht ganz unwichtig. Ich denke jedoch, es wäre mehr drin gewesen. Die SG hat mit ihrer Offensive aber immer die Möglichkeit, in Wolfsburg ein Tor zu machen. Deshalb denke ich, dass die Chancen eher 51:49 für Aspach stehen.

Man wünscht sich auswärts immer ein Tor. Aber das Ergebnis ist okay. Auswärts muss man mit einem Unentschieden zufrieden sein. Es war von uns am Schluss jedoch ein bisschen zu wenig, aber vielleicht haben wir uns das fürs Rückspiel aufgehoben. Es wird auf alle Fälle noch einmal ein schwieriges Spiel.

Uns war wichtig, dass wir kein Gegentor kriegen und tatsächlich stand die Null hinten, das war das Wichtigste. Die Zuschauerzahl ist überragend. Wir hatten mit maximal 4500 gerechnet, jetzt waren es knapp 6000. Wir freuen uns über die Unterstützung aus der Region.

Plötzlich stand in meinem Navigationsgerät 19.31 Uhr da fing ich an zu zweifeln, ob ich weiterfahren soll. Ich bin froh, dass ich hier gewesen bin. Tolles Stadion, tolle Atmosphäre, so stellt man sich das vor. Dass ich hier bin, ist auch ein Signal: Wir sind für die U 23 und gehören nicht zu denen, die diese Mannschaft abgemeldet haben. Es ist die richtige Form, unsere Talente auszubilden. Unser Wunsch war, zumindest ein Tor zu schießen. Das haben wir leider nicht geschafft. Aber im Großen und Ganzen ist das eine gute Ausgangsposition.

Das 0:0 geht völlig in Ordnung. Es ist eine gute Ausgangsposition. Jetzt muss Wolfsburg zu Hause erst einmal Druck machen. Wir versuchen, defensiv wieder gut zu stehen und auf Konter zu lauern. Machen wir ein Tor, ist für uns alles möglich. Nun bereiten wir uns auf den Sonntag vor, holen uns dort den Sieg und den Aufstieg.

Es war sensationell für meine Mannschaft, mal eine solche Kulisse zu haben, das hat sie sich verdient. Bei der Riesenchance von Sahr Senesie dachten viele, dass der Ball drin ist. Ich auch. Wolfsburg war der beste Gegner, der in diesem Jahr hier war. Beide Mannschaften haben gezeigt, dass sie drittligatauglich sind.

Kompliment an Großaspach. Es war eine tolle Kulisse, das Spiel hatte diese Kulisse verdient. In der zweiten Halbzeit sind wir besser aus der Kabine gekommen, hatten zwei klare Torchancen. Danach hat die SG gezeigt, dass sie vorne Qualität hat.

Lieferten sich ein Duell, in dem beide Teams auch am Ende gleichauf waren: Die Fußballer der SG Sonnenhof um Tobias Rühle und Wolfsburgs Kicker um Julian Klamt.

Lieferten sich ein Duell, in dem beide Teams auch am Ende gleichauf waren: Die Fußballer der SG Sonnenhof um Tobias Rühle und Wolfsburgs Kicker um Julian Klamt.

Statistik:

Großaspach: Gäng - Kuhn, Gehring, Hägele, Kienast - Binakaj, Jüllich, Rizzi, Berger (63. Skarlatidis) - Rühle (87. Renner), Fischer. (53. Senesie).
Wolfsburg II: Drewes - Korczowski, Klamt (48. Sonnenberg), Henneböle, Poggenberg - Eilers (80. Erkic), Schulz, Yazgan, Granatowski - Evseev (87. Tankulic), Scheidhauer.
Schiedsrichter: Cortus (Röthenbach).
Zuschauer: 5798.

Quelle: Backnanger Kreiszeitung am 30. Mai 2014


Torloses Remis nichts für schwache Nerven

5800 Fans sehen ein tolles Spiel, aber keine Tore

(tai) Ein echtes Fußballfest erlebten 5.798 Zuschauer am Mittwochabend in der Aspacher comtech Arena. "Eine Kulisse, die dieses Spiel verdient hatte", da waren sich die beiden Cheftrainer, Wolfsburgs Valerien Ismail und Aspachs Rüdiger Rehm, einig. Und sie hatten recht, obwohl unsere SG etwas zögerlich und nervös in die Partie fand. Eine Anfangsphase, in der auch die Gäste zuerst ihre Zuordnung suchte. Nach einer Viertelstunde nahm die Partie aber mehr Fahrt auf, Großaspach kam zu zahlreichen Standardsituationen, die aber ebenso wenig zum Erfolg führten wie Wolfsburg schnell vorgetragene Konter. Binakaj hatte die SG-Führung nach tollem Fischer-Pass auf dem Fuß, zögerte aber beim Abschluss und ließ sich noch das Leder vom Fuß klauen. Auf der anderen Seite wurde ein Yazgan-Schuss noch um den Pfosten gelenkt. Das Knistern in der Luft war auch in der Halbzeit zu fühlen.

Der zweite Durchgang begann wie die Erste, die U23-Kicker des Bundesligisten erhöhten gar den Druck und das Rehm-Team musste sich bei Keeper Gäng sowie dem eigenen Querbalken bedanken, das sie nicht in Rückstand gelangen. Wolfsburgs Eilers hatte diese Chancen im Doppelpack. Dann wurden die Fautenhauer, mit Unterstützung und Welle der Fans, wieder stärker. Das dickste Ding setzte der eingewechselte Senesie ans Außennetz, in dieser Situation war er sich mit Rühle beim Abschluss nicht einig. Doch Großaspach roch seine Chance auf den Torerfolg und forcierte weiter. Wieder war es Senesie, der mit einem sehenswerten Distanzschuss knapp das Ziel verpasste, dann köpfte Jüllich eine Rizzi-Ecke über das Gebälk. Seine liebe Mühe hatte schließlich VfL-Schlussmann Drewes nach einem Skarlatidis-Aufsetzer.

Es blieb spannend bis zum Ende denn Pfeffer war im Spiel, es fehlte nur das berühmte Salz in der Suppe. Dennoch ging der SG-Anhang nicht kopfhängend aus der Arena. Das 0:0 bietet weiterhin die Chance den "Traum vom Aufstieg" lebendig werden zu lassen. Die Entscheidung fällt am Sonntag ab 14:00 Uhr in der Wolfsburger VfL-Arena, dem zweiten Teil in diesem Duell auf Augenhöhe.


Fahrt nach Wolfsburg am Sonntag

Am Sonntag fällt also beim Rückspiel die endgültige Entscheidung über Aufstieg 3. Liga und Verbleib in der Regionalliga. Um unsere Mannschaft in diesem wichtigen Spiel zu unterstützen, werden auch Fanbusse eingesetzt. Dabei werden zwei verschiedene Optionen abgeboten:

a) Fan-Bus

Dieser Bus fährt um 05:00 Uhr vom Parkplatz P0 im Fautenhau los.
Bei Interesse können sich die SG-Anhänger bei unserem Fanbeauftragten Tilo Tietz unter (fan@sg94.de und Mobil 0151/29105035) melden.

b) SG-Bus

Dieser Bus fährt um 05:30 Uhr vom Parkplatz P0 im Fautenhau los.
Bei Interesse bitte melden bei der Geschäftsstelle unter info@sg94.de oder Telefon 07191/220993302.


Spielbericht des DFB

Keine Tore: Alles offen zwischen Großaspach und Wolfsburg II

Nach dem ersten von zwei Duellen zwischen der SG Sonnenhof Großaspach und der U 23 des VfL Wolfsburg um den Aufstieg in die 3. Liga ist noch alles offen. Im Hinspiel trennten sich der Meister der Regionalliga Südwest und der Nord-Titelträger vor 5798 Zuschauern in der Großaspacher Arena 0:0.

Es war das einzige torlose Remis in den drei Aufstiegshinspielen am Mittwochabend. Ob die SGS oder die "Wölfe" in der kommenden Saison in der 3. Liga antreten dürfen, entscheidet sich im Rückspiel (Europokal-Modus) am Sonntag (ab 14 Uhr) im Wolfsburger Stadion am Elsterweg.

SG Sonnenhof ohne Vecchione und Schuster

Die Wolfsburger Reserve, die mit ihrem Trainer Valerien Ismael bereits am Montag angereist war und ein Kurz-Trainingslager in der Umgebung von Großaspach bezogen hatte, begann mit der exakt gleichen Aufstellung wie in ihrem letzten Ligaspiel (3:2 gegen den Hamburger SV II), in dem sie die Teilnahme an der Aufstiegsrelegation erst perfekt gemacht hatte.

Bei den Gastgebern blieb der angeschlagene Verteidiger Felice Vecchione (Adduktorenprobleme) auf der Bank. Außerdem fehlte Vizekapitän Robin Schuster (Achillessehnen-Operation).

VfL-Reserve mit den etwas besseren Chancen

Der von Rüdiger Rehm trainierte Südwest-Meister, der seine vorherigen drei Ligapartien allesamt gewinnen konnte, legte gegen spielstarke "Wölfe" einen leicht nervösen Beginn hin. Wolfsburgs Nico Granatowski hatte einem zunächst abgewehrten Freistoß von VfL-Routinier Bastian Schulz per Kopf die erste Chance zur Führung.

Nach knapp einer Viertelstunde konnte Großaspach das Duell etwas ausgeglichener gestalten und setzte über Manuel Fischer vereinzelt Akzente in der Offensive. Auf der Gegenseite verfehlte Ferhat Yazgan das SGS-Tor knapp.

Sonnenhofs "Joker" Senesie trifft das Außennetz

Auch in Halbzeit zwei waren die Wolfsburg dem Führungstor zunächst ein wenig näher. Kurz nach Wiederanpfiff scheiterte Justin Eilers innerhalb weniger Minuten an SGS-Torhüter Christopher Gäng und an der Latte.

Auf Seiten der Großaspacher sorgte vor allem der bundesliga-erfahrene Sahr Senesie nach seiner Einwechslung in der 55. Minute für Gefahr und zielte zweimal aus aussichtsreicher Position daneben. Vor allem bei einem Schuss des ehemaligen Dortmunders gegen das Außennetz hatten die SGS-Anhänger in der Arena schon den Torschrei auf den Lippen.

Trotz des Remis vor eigenem Publikum werden die Großaspacher am Sonntag durchaus zuversichtlich in Wolfsburg antreten. Mit zwölf Siegen, vier Unentschieden und nur einer Niederlage stellte die SG Sonnenhof die beste Auswärtsmannschaft der Regionalliga Südwest und sammelte auf fremden Plätzen noch mehr Punkte als zu Hause.

Quelle: www.dfb.de