RL | Dienstag, 6. Mai 2014 (BKZ)
"Konzentration aufs Wesentliche"

Mahnende Worte im Doppelpack

Trainer Rehm und Sportchef Koukoutrigas fordern bei Fußball-Regionalligist Großaspach die Konzentration aufs Wesentliche ein

Rüdiger Rehm nennt es eine kleine Krise, die es gemeinsam zu meistern gilt. Um nach dem 1:5 in Kaiserslautern und dem 0:2 gegen Pfullendorf in die Erfolgsspur zurückzukehren, appelliert der SG-Trainer an die Großaspacher Regionalliga-Fußballer: Wir müssen zusammenrücken und wieder zu der Einheit werden, die wir bis vor zwei Wochen waren.

Nicht einmal den Bayern blieb es erspart, mit diesem Phänomen Bekanntschaft machen zu müssen. Häufig kommt die letzte Konzentration abhanden, sobald ein Ziel erreicht ist. Für Großaspach bedeutet das: Seit keine ernsthaften Zweifel am Einzug in die Aufstiegsrelegation mehr bestehen, läufts nicht mehr rund. Zwei Niederlagen nacheinander das gab es in dieser Runde zuvor noch nicht. Rehm hatte erheblichen Gesprächsbedarf mit seinem Team, in dem er gegen das Schlusslicht aus Pfullendorf zu viele Eigenbrötler ausgemacht hatte. Zudem monierte der SG-Trainer die Nebenkriegsschauplätze, die seine Schützlinge momentan vom Wesentlichen der Arbeit auf dem Platz abzulenken scheinen.

Ein heikler Punkt: Die Debatte darüber, welcher Rivale denn nun wartet in den Relegationsspielen am 28. Mai und am 1. Juni und welcher der leichter zu bezwingende wäre: Der Meister der Regionalliga Nordost (fast sicher die TSG Neustrelitz) oder Nord (VfL Wolfsburg II oder Werder Bremen II). Noch kritischer wird es, wenn bereits die wildesten Gedankenspiele blühen, wie sich Großaspach im Fall des Aufstiegs für die Dritte Liga wappnen würde.

SG-Sportdirektor Joannis Koukoutrigas betont zwar mit berechtigtem Nachdruck, dass wir trotz der zwei Rückschläge eine überragende Runde spielen, sieht allerdings dennoch den richtigen Zeitpunkt gekommen, um ein paar mahnende Worte an die Mannschaft sowie den ganzen Klub zu richten: Wir sind noch nicht in der Relegation, dazu müssen wir noch einen Punkt holen, und wir sind noch lange nicht in der Dritten Liga. Wir müssen uns alle wieder aufs Wesentliche konzentrieren. Dazu gehört, dass Vertragsgespräche mit allen Kickern ruhen, die ohnehin mindestens noch eine Runde gebunden sind und deren Verträge im Aufstiegsfall angepasst würden. Auch Verhandlungen mit potenziellen Zugängen sowie Klubs, die an SG-Spielern interessiert sind (zum Beispiel sollen zwei Zweitligisten an Moritz Kuhn baggern), ruhen bis auf Weiteres. Einzige Ausnahme, weil dringender Handlungsbedarf besteht: Der auslaufende Vertrag mit Innenverteidiger Kai Gehring soll in Kürze um drei Jahre verlängert werden. Eine mündliche Einigung bestätigt Koukoutrigas bereits.

Kritische Blicke: Trainer Rüdiger Rehm (links) und Sportchef Joannis Koukoutrigas.Foto: A. Becher

Kritische Blicke: Trainer Rüdiger Rehm (links) und Sportchef Joannis Koukoutrigas. Foto: A. Becher

Quelle: Backnanger Kreiszeitung am 6. Mai 2014