RL | Montag, 5. Mai 2014 (BKZ/tai)
0:2 - Pfullendorf vertagt Relegations- und Meisterschaftsfrage

Regionalliga Südwest, 31. SpT
SG Sonnenhof Großaspach - SC Pfullendorf   0:2 (0:1)

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SG nutzt nächsten Matchball nicht

Spitzenreiter der Fußball-Regionalliga aus Großaspach blamiert sich bei der 0:2-Heimniederlage gegen Schlusslicht Pfullendorf

Einen Dämpfer gab es für die SG Sonnenhof Großaspach: Der Spitzenreiter der Fußball-Regionalliga verlor gestern seine Heimpartie gegen Schlusslicht SC Pfullendorf nach einer blamablen Vorstellung mit 0:2. Damit steht die Teilnahme der SG an den Aufstiegsspielen zur Dritten Liga nicht fest, denn der Sonnenhof vergab den Matchball.

Vor dem Anpfiff schien nur die Höhe des Großaspacher Sieges offen zu sein. So jedenfalls präsentierten sich die Gastgeber. Sie waren über die gesamten 90 Minuten hinweg feldüberlegen und hatten mehr Ballbesitz. Doch das allein reichte nicht aus, um zu gewinnen. Der Spitzenreiter leistete sich zu viele Abspielfehler. Zudem fehlte oft der letzte Drang nach vorne. Chancen besaßen die Hausherren trotzdem. Schon nach drei Minuten scheiterte Michele Rizzi an SC-Schlussmann Thomas Löffler. Wiederum Rizzi mit einem 20-Meter-Flachschuss (24.) sowie Martin Cimander per Kopfball (28.) hatten kein Glück wie auch Denis Berger, dessen Schuss von der linken Seite in der 37. Minute von Pfullendorfs Christian Hepp von der Torlinie gekratzt wurde.

Effektiver waren da die Gäste. In der 19. Minute strich ein 25-Meter-Knaller von Thomas Arnold am SG-Kasten vorbei. Drei Minuten vor der Pause machte es Andreas Frick besser. Hepp flankte von links nach innen, Philippe Erne verlängerte per Kopf zu Frick, der den Ball aus einem Meter einschob. In dieser Szene sah die Großaspacher Defensive wie schon in einigen anderen Situationen davor nicht ganz sattelfest aus.

Auf eine Besserung hofften die 612 Zuschauer in der Comtech-Arena im zweiten Durchgang. Die SG erhöhte den Druck und wollte den Ausgleichstreffer. In der 48. Minute besaß Moritz Kuhn die Gelegenheit dafür. Doch sein 30-Meter-Freistoß verfehlte knapp das angepeilte Ziel. Die kalte Dusche gab es in der 63.Minute. Mirson Volina schlug einen Flankenball auf die linke Seite zu Thomas Weller, der zog volley aus 25 Metern ab. Beim Aufsetzer machte Sonnenhof-Keeper Christopher Gäng keine gute Figur 0:2. Sieben Minuten später wäre dem SC fast das 3:0 geglückt. Nach einem Konter lief Weller frei durch, verzog aber.

Danach gab es wütende Angriffe der Großaspacher, die oft zu planlos vorgetragen wurden. Dem Tabellenführer fehlten die Ideen, um die gut gestaffelte Pfullendorfer Defensive zu knacken. Hinzu kam bei den Gastgebern Pech. Zum Beispiel in der 73. Minute, als SC-Schlussmann Löffler einen Schuss von Simon Skarlatidis von der rechten Seite gerade noch an die Latte lenkte. In der 82. Minute stand Kai Gehring im Abseits, als er den Ball ins Netz drückte. Zuvor hatte Martin Cimander einen Freistoß von der linken Seite in den Strafraum geschlagen, Nicolas Jüllich per Kopf verlängert und Löffler den Ball an die Latte gelenkt. Auch ein Flachschuss von Jüllich in der Nachspielzeit brachte nicht den gewünschten Erfolg. Somit blieb es bei der blamablen 0:2-Heimniederlage der Großaspacher, die nun schon den zweiten Matchball für die Teilnahme an den Relegationsspielen zur Dritten Liga vergaben.

Traf für die SG: Kai Gehring (rotes Trikot). Jedoch gab der Schiedsrichter das Tor wegen einer Abseitsstellung nicht.Foto: A. Becher

Traf für die SG: Kai Gehring (rotes Trikot). Jedoch gab der Schiedsrichter das Tor wegen einer Abseitsstellung nicht. Foto: A. Becher

Stimmen zum Spiel:

Rehm fordert: Jeder muss ans Team denken

Bei der SG Sonnenhof Großaspach herrscht eine gedrückte Stimmung

(hes). Katerstimmung herrschte bei der SG Sonnenhof Großaspach nach der 0:2-Heimpleite gegen Schlusslicht SC Pfullendorf. "Beim Fußball steht nicht vorher fest, wer gewinnt", wetterte SG-Trainer Rüdiger Rehm. Er schob nach: "Unsere Formkurve zeigt nach unten. Im Moment haben wir vielleicht zu viele Eigenbrötler auf dem Platz." Rehm weiß einen weiteren Grund für die Niederlage: "Bei ein paar Prozent weniger wird es schwer." In die gleiche Kerbe schlug Innenverteidiger Martin Cimander: "Wir haben uns einlullen lassen und waren einfach zu träge", sagte das SG-Urgestein. Für ihn ist nun wichtig: "Wir müssen den Kopf freibekommen." Das sieht auch Coach Rehm so. Deswegen hat er gestern nach dem Abpfiff lange mit seinen Spielern gesprochen. Seine Forderung: "Wir müssen eine Reaktion zeigen. Jeder muss ans Team denken." Aus den drei noch ausstehenden Regionalliga-Begegnungen benötigt der Sonnenhof noch einen Punkt, um an den Aufstiegsspielen zur Dritten Liga teilnehmen zu können. Dann brauchen die Schwaben nicht mehr auf die Konkurrenten FSV Mainz 05 II und 1. FC Kaiserslautern II, der Dritte SC Freiburg II verzichtet auf eine Teilnahme, schauen.

Auf ganz andere Regionen blickt der SC Pfullendorf. Trotz des gestrigen Erfolges zieren die Gäste weiterhin das Tabellenende der Regionalliga. Trotzdem äußerte sich SC-Trainer Stephan Baierl zufrieden: "Mich freut es, dass meine Mannschaft Moral bewiesen und auch eine disziplinierte Leistung gezeigt hat."

Statistik:

Großaspach: Gäng - Kuhn, Gehring, Cimander, Vecchione (46. Kienast) - Skarlatidis, Jüllich, Rizzi (75. Renner), Berger (46. Binder) - Binakaj, Rühle.
Pfullendorf: Löffler - Stark, Kehl-Gomez, Steinhauser, Hepp - Zuta (89. Stocker), Frick, Arnold, Weller (90. Arndt) - Volina, Erne (80. Gruler).
Tore: 0:1 (42.) Frick, 0:2 (63.) Weller.
Schiedsrichter: Fritsch (Bruchsal).
Zuschauer: 612.

Quelle: Backnanger Kreiszeitung am 5. Mai 2014


(tai) Eigentlich war alles angerichtet für ein Fußballfest im Aspacher Fautenhau. Die Sonne kam pünktlich heraus, unser Spitzenreiter hätte mit einem Sieg die endgültige Teilnahme an der Aufstiegsrelegation nicht mehr genommen werden können. Zumal das Schlusslicht SC Pfullendorf in der comtech-Arena zu Gast war.

Jedoch erwiesen sich die Linzgauer als der erwartet unangenehme Gegner. Geschickt schlossen sie den eigenen Strafraum mit einer vielbeinigen Abwehr, um durch Konter zum Erfolg zu kommen. Eine Rechnung, die aufgehen sollte. Manchmal etwas schwerfällig kam die SG in Fahrt, fand die Lücke im Abwehrverbund nicht. Und wenn es mal über die Außenbahnen ging, wurde trotz aussichtsreicher Position nicht der Abschluss gesucht. Erst recht spielte der erste Treffer des Tages in die Karten der Gäste, denn das 0:1 durch Frick fiel kurz vor dem Seitenwechsel.

Auch nach der Pause blieb Aspach bei gefühlten 80 Prozent Ballbesitz tonangebend, einzig was fehlte war der Erfolg. Rühle (53.) traf zwar, allerdings schoss er sich das Spielgerät an die eigene Hand. Dafür konterten die Linzgauer im Stile einer Klassemannschaft, Wellers Volleyschuss landete zum überraschenden 0:2 aus Aspacher Sicht im Netz. Keeper Gäng sah dabei alt aus, ein Vorwurf der Mannschaftskollegen blieb aber zurecht aus. Vielmehr setzte die Elf nochmals alles daran, den Spieß zu drehen. Vergeblich, denn SCP-Schlussmann Löffler hielt, was zu halten war, und zwei Mal rettete die Querlatte für den Absteiger. Als auch Gehrings Kopfballtreffer wegen angeblicher Abseitsposition nicht gegeben wurde, war Aspachs zweite Niederlage in Folge beschlossen.

Ärgerlich, denn zeitgleich unterlag im Verfolgerduell Mainz II den Gästen von Kaiserslautern II und die Meisterschaft war so bereits schon greifbar nahe. Allerdings sollte dies nur aufgeschoben sein, denn bei noch 9 zu vergebenen Punkten hat unsere Rehm-Elf ein 8-Punkte-Polster auf den Zweiten Mainz und 9 Zähler Vorsprung auf den Dritten Kaiserslautern. Nächsten Sonntag soll in Koblenz der Sack zugemacht werden...