RL | Samstag, 3. Mai 2014 (BKZ)
SG-Keeper Gäng: "Ganz ordentlich"

Neunmal zu null: Gäng als Erfolgsgarant

Nummer eins des Fußball-Regionalligisten SG Sonnenhof Großaspach will starke Saison mit dem Drittliga-Aufstieg krönen

Zu den Lautsprechern der Fußballszene gehört Christopher Gäng nicht gerade. Das beweist die Bewertung seiner ersten zehn Monate in Großaspach. "Es ist ganz ordentlich gelaufen", sagt der Torwart. Richtiger wäre: Es hätte kaum besser laufen können. Die SG Sonnenhof führt die Regionalliga-Tabelle an, der 25-Jährige trägt mit starken Leistungen dazu bei.

Kriegt Gäng ausnahmsweise mal die Bude voll, fängt er sich in aller Regel fünf Tore. "Nie mehr als fünf, nie weniger", sagt der Keeper und lacht. Ein 1:5 wie zuletzt auf dem Betzenberg in Kaiserslautern musste er bereits bei der Berliner Hertha und bei RB Leipzig wegstecken. Ihm gelang es damals, ihm wird es nun erneut gelingen.

Viel wichtiger ist Gäng, dass die Mannschaft sofort wieder in die Erfolgsspur zurückfindet. Denn man sieht an den Bayern, dass der Schuss nach hinten losgehen kann, wenn man ein paar Prozent nachlässt. Jeder muss sich an seine eigene Nase packen und wieder 100 Prozent bringen. Beherzigen die Kollegen den Tipp des Torwarts, sollte im morgigen Heimspiel gegen Kellerkind Pfullendorf (14 Uhr) nicht nur der eine Punkt herausspringen, der noch fehlt, um sicher in die Relegation einzuziehen. Dann spricht alles für den Dreier, der unter Umständen schon reichen kann, um den Meistertitel feiern zu dürfen.

Daran, dass Aspach eine starke Runde spielt und vom Aufstieg träumen darf, hat Gäng großen Anteil. Von 21 Partien, in denen der 1,89-Meter-Hüne den Kasten hütete, gewann Aspach 16, viermal gab es einen Punkt. Die erste Niederlage mit ihm war die bei den roten Teufeln. "Zudem habe ich bis dahin überhaupt nur elf Tore kassiert", stellt Gäng zufrieden fest: "Und maximal eines pro Spiel." Neunmal blieb es beim zu null. Neun Duelle fanden ohne Gäng statt, schuld waren ein Muskelfaserriss sowie ein Platzverweis. Was ihn freut, ist, "dass der Trainer mir immer wieder die Chance gegeben hat, zu spielen auch nach der Verletzung und der Roten Karte."

Der Zugang entwickelte sich zur unumstrittenen Nummer eins und kann mittlerweile zufrieden konstatieren, dass sich die Hoffnungen erfüllt haben, die er mit dem Wechsel in den Fautenhau verband: Wir kämpfen um den Aufstieg. Das war mein Ziel, als ich hierherkam. Ob es am Ende klappt, hängt von den Relegationsspielen ab, die zum Lotteriespiel werden könnten. Gängs Sorge: "Man weiß nicht, wie das Team mit dem Druck umgehen wird. Sehr wichtig seien gute Resultate in den letzten vier Regionalligaspielen, um diese Herausforderung mit positiven Gefühlen angehen zu können. Dann wird alles von der Tagesform abhängig sein." Offen ist ja noch, ob der Vertreter der Regionalliga Nordost oder Nord auf die SG wartet. Sollte es gegen Neustrelitz gehen, wäre das ein Rivale, den Gäng aus mehreren Duellen mit seinen Ex-Klubs kennt. Und durchaus hoch einschätzt: "Das war immer eine spielstarke Mannschaft. Wer sich gegen Magdeburg oder Jena durchsetzt, muss etwas können." Gleichwohl hat der Torhüter, der Kontakt zu einigen Neustrelitzern hat, herausgehört, dass der Respekt vor Aspach riesig ist: "Die wollen nicht gegen uns spielen."

Klar ist, dass der Keeper unbedingt aufsteigen will: Ich habe immer die maximalen Ziele, will das Bestmögliche herausholen. Packt Aspach den Sprung in die Dritte Liga am Ende wirklich, will Gäng seine Ausbildung zum Sport- und Fitnesskaufmann beim WM-Sportzentrum in Backnang trotzdem auf alle Fälle fortsetzen. "Ich habe den besten Chef der Welt", nennt er einen Grund für diesen Entschluss, mit dem er sich noch bis Sommer 2016 ein Standbein für die Zeit nach der Karriere schafft. Auch in diesem Punkt läuft es also ganz ordentlich, um im angenehm zurückhaltenden Jargon Gängs zu bleiben.

Immer auf der Hut, wenn der Gegner in Tornähe auftaucht: Großaspachs unumstrittener Stammkeeper Christopher Gäng.Foto: A. Becher

Immer auf der Hut, wenn der Gegner in Tornähe auftaucht: Großaspachs unumstrittener Stammkeeper Christopher Gäng. Foto: A. Becher

Quelle: Backnanger Kreiszeitung am 3. Mai 2014