RL | Mittwoch, 30. April 2014 (BKZ)
Unverhofft: SG fehlt nur noch ein Pünktchen

SG fehlt nur noch ein Punkt

Der Tabellendritte Freiburg II verzichtet freiwillig auf eventuelle Aufstiegsspiele in die Dritte Liga

Paukenschlag in der Regionalliga Südwest: Der SC Freiburg verzichtet auf eine Teilnahme seiner U23, derzeit Dritter hinter Großaspach und Mainz II, an den Aufstiegsspielen. Damit fehlt Spitzenreiter SG Sonnenhof vier Spiele vor Schluss noch ein Punkt, um letzte theoretische Zweifel an der Relegation zu beseitigen.

Wir können die nötigen Sicherheitsanforderungen für die Dritte Liga mit unserem Möslestadion aktuell nicht erfüllen, erklärte Freiburgs Pressesprecher Rudi Raschke das Aus der Reserve des Fußball-Erstligisten für die Relegation. Dabei liegen die Südbadener mit nur einem Punkt Rückstand auf den Zweiten Mainz 05 II sehr gut im Rennen ums zweite Ticket. Die erste Fahrkarte dürfte die Elf aus dem Fautenhau sicher haben. Sie hat acht Punkte Vorsprung auf Mainz und zwölf auf den Vierten KaiserslauternII. Ausgerechnet diese zwei Teams treffen zudem kommenden Sonntag direkt aufeinander, während Aspach zu Hause das Schlusslicht Pfullendorf erwartet.

Beim Sonnenhof war Sportdirektor Ioannis Koukoutrigas von der Nachricht aus Freiburg nicht groß überrascht: Es gibt neben dem VfB und Dortmund, deren U-23-Teams ja schon in der Dritten Liga spielen, sowie Bayern München und Wolfsburg, die unbedingt aufsteigen wollen, wenig Profiklubs, die sich die Dritte Liga leisten können und wollen. Die Auflagen, die der DFB in Sachen Stadion und Rahmenbedingungen stellt, sind für viele Vereine zu hoch und zu teuer.

Das weiß man auch in Großaspach, das die Lizenz für die Dritte Liga erhalten hat, aber noch Auflagen erfüllen muss. Das sollten wir alles hinbekommen, sagt Benjamin Ippoliti, zuständig für die Öffentlichkeitsarbeit des Regionalliga-Spitzenreiters. So verlangt der Verband zum Beispiel, dass ein hauptamtlicher Medienfachmann angestellt wird. Dasselbe gilt für einen Experten in Sachen Finanzen. Und auch in der medizinischen und sonstigen Betreuung der Elf muss der Fautenhau-Klub zulegen.

Dass mit solchen Anforderungen auch viel Geld zum Teil verbraten wird, juckt in der DFB-Zentrale in Frankfurt nicht. Dafür wird dort großer Wert darauf gelegt, dass Werbeverträge zumindest vorgeblich wasserdicht sind und das Stadion passt. In Aspach fand das erst drei Jahre alte Flutlicht nicht die Gnade der Verbandsjungs. Nicht, dass Masten umkippen könnten. Die Isolierung ist nicht nach DFB-Wünschen. Deshalb müssen nun zusätzlich Abstandshalter ran.

Koukoutrigas weiß um die Dinge, und dass die entsprechenden Unterlagen sowie Nachweise bis 27. Mai in Frankfurt vorliegen müssen. Allerdings ist er dafür zuständig, dass die SG zunächst sportlich die Voraussetzungen erfüllt und in den zwei Vergleichen mit dem Vertreter der Staffel Nordost (wohl Neustrelitz) oder Nord (Wolfsburg II) am Mittwoch, 28. Mai, und Sonntag, 1. Juni, den Aufstieg schafft. Ob Aspach nun lieber gegen Neustrelitz (zuerst auswärts) oder eher gegen Wolfsburg (zuerst zu Hause) kickt, sagt Koukoutrigas nicht: In der Relegation gibts keinen Wunschgegner. Am Ende entscheidet ohnehin die Tagesform.

Führen fleißig Gespräche und treffen Entscheidungen, um die Lizenzauflagen für die Dritte Liga zu erfüllen: Verantwortliche und Funktionäre der SG Sonnenhof wie Ioannis Koukoutrigas, Stefan Herrich, Seppi Kiefer, Werner Benignus, Uli Ferber und Thomas Deters (von links). Foto: A. Becher

Führen fleißig Gespräche und treffen Entscheidungen, um die Lizenzauflagen für die Dritte Liga zu erfüllen: Verantwortliche und Funktionäre der SG Sonnenhof wie Ioannis Koukoutrigas, Stefan Herrich, Seppi Kiefer, Werner Benignus, Uli Ferber und Thomas Deters (von links). Foto: A. Becher

Quelle: Backnanger Kreiszeitung am 30. April 2014