RL | Montag, 28. April 2014 (BKZ)
Der erste Matchball ist vergeben

Regionalliga Südwest, 30. SpT
1.FC Kaiserslautern II - SG Sonnenhof Großaspach   5:1 (3:0)

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Der erste Matchball ist vergeben

Spitzenreiter Großaspach geht in Kaiserslautern mit 1:5 unter

Herber Schlag ins Kontor der SG Sonnenhof: Mit 1:5 verlor der Spitzenreiter zu recht das Regionalliga-Topduell beim Vierten 1. FC KaiserslauternII. Schon zur Pause hatte es 3:0 gestanden. Mit der ersten Auswärtsniederlage der Saison endete für Aspach zudem eine Serie von 18 Spielen in Folge, in denen die SG immer wenigstens einen Punkt holte.

Solche Tage gibts, stellte Aspachs Trainer Rüdiger Rehm fest. Er sprach von Spielen, in denen bei der eigenen Elf nur wenig geht, während beim Gegner fast alles glatt läuft. Unsere Tore fielen immer zum richtigen Zeitpunkt, legte FCK-Coach Konrad Fünfstück ebenfalls Zeugnis davon ab, dass der Vergleich in der WM-Stätte auf dem legendären Betzenberg eine solche Begegnung war. Hier hoch konzentrierte und ehrgeizige Gastgeber, die immer wieder Schwachstellen bei der SG Sonnenhof fanden. Wir wollten schnell und steil hinter die Aspacher Viererkette spielen, berichtete Fünfstück, um nachzuschieben: Das funktionierte genau so wie wirs geplant hatten.

Zum ersten Mal klappte der Schachzug schon nach vier Minuten. Ein Pass in die Spitze auf Sebastian Jacob, der legte im Strafraum quer zum mitgelaufenen und völlig frei stehenden Torjäger Jan-Lucas Dorow. Der sorgte aus zehn Metern fürs frühe 1:0 der Hausherren.

Der Tabellenführer hatte sichtlich Mühe, in die Partie zu kommen. Zwar gelang es den Gästen, die Begegnung ausgeglichen zu gestalten, doch in der Offensive ging nicht viel. Die Pfälzer wirkten mit ihren Kontern wesentlich gefährlicher. Nach einer halben Stunde musste erst der Pfosten und dann Torwart Christopher Gäng gegen Jacob retten. Wiederum Gäng parierte zwei Minuten später gegen den frei vor ihm auftauchenden Dorow.

Aspach wankte und fiel. Denn weitere 120 Sekunden darauf köpfte der aufgerückte Innenverteidiger Sascha Mockenhaupt nach einem Eckball von Mario Pokar aus sechs Metern das 2:0.

Für den Spitzenreiter kams bis zur Pause noch dicker. In der 43. Minute tanzten Shqiprim Binakaj, Simon Skarlatidis und Tobias Rühle auf engstem Raum mit dem Ball durch den gegnerischen Strafraum, doch als die SG-Angreifer auch einen Meter vor dem Tor nicht schießen wollten, beendete Niklas Tasky das Spiel, in dem er Rühle rustikal vom Ball trennte. Während das Gästetrio danach heftig diskutierte, weshalb der Anschlusstreffer verdaddelt worden war, schuf Kaiserslautern Fakten. Der nächste Konter, das dritte Tor. Diesmal hatte Jacob frei stehend dem mittlerweile bedauernswerten Gäng keine Chance gelassen.

Vielleicht hätte der Sonnenhof noch was reißen können, wenn er gleich zu Beginn der zweiten Halbzeit auf 1:3 ran gekommen wäre. Die Chance war da. Doch jagte Michele Rizzi den Ball aus elf Metern nichts ins Tor, sondern an den Querbalken des Gehäuses. Vier Minuten später hatten die Hausherren dann die letzten Fragen nach dem Sieger sowieso beantwortet. Mit seinem 16. Saisontreffer erhöhte Dorow per Abstauber auf 4:0, nachdem zuvor Pokar aus 18 Metern nur den Pfosten getroffen hatte.

Wenigstens den Ehrentreffer erzielte der Spitzenreiter, als Rühle in der 79. Minute auf 1:4 verkürzte, doch das war nur eine Randnotiz. Kaiserslautern jedenfalls hatte auch darauf eine Antwort. Sieben Minuten vor Schluss sorgte der eingewechselte Rufat Dadachev fürs 5:1.

Während die Gastgeber wenig später jubelten, liefen die Schwaben ernüchtert vom Platz. Zu sehr wollte Rehm mit seiner Elf angesichts der bislang hervorragenden Saison dennoch nicht ins Gericht gehen. Wir versuchen nun, die Relegation schnellstmöglichst klar zu machen, hatte er das Wesentliche schnell wieder im Blick und wusste: Solche Tage gibts zum Glück für Großaspach bei der SG nur höchstselten.

Stimmen zum Spiel:

FCK-Trainer glaubt weiterhin an Aspach

Rehm baut auf Lernfähigkeit seiner Elf

(uwe). "Besser jetzt so eine Vorstellung als in viereinhalb Wochen in der Relegation." Tai Volkmer, bei Heimspielen der SG als souveräner Stadionsprecher im Einsatz, stand Pate dafür, dass bei den Schwaben trotz des 1:5 keine Katastrophenstimmung ausbrach. Denn auf den Kampf um die beiden Plätze für die Aufstiegsrunde hatte der Aussetzer fast keine Auswirkung. Weil der Tabellenzweite Mainz in Trier 0:1 verlor, führt Aspach die Tabelle vier Spieltage vor Schluss weiter mit acht Punkten Vorsprung an. Auf den Dritten Freiburg beträgt das Polster noch neun Zähler.

Kaiserslauterns Trainer Konrad Fünfstück jedenfalls zweifelte nach der Partie nicht am Sonnenhof: "Ich gratuliere Aspach, dass es die Aufstiegsrunde erreicht hat. Und ich wünsche dort viel Glück. Der Aufstieg wäre verdient."

An der Leistung der SG im Fritz-Walter-Stadion kanns nicht gelegen haben, dass der Coach der kleinen Roten Teufel solche Lobeshymnen anstimmte. "Was von uns in der ersten Halbzeit kam, war sehr schwach", beurteilte Trainer Rüdiger Rehm sein Team, während er zum Auftritt des FCK sagte: "Das war sehr gut."

Den Versuch, mit Auswechslungen der Partie noch eine Wende zu geben, startete Rehm erst gar nicht. Denn: Eine Mannschaft, die so miserabel auftritt wie wir in den ersten 45 Minuten, soll die Suppe selbst auslöffeln. Dabei hatte der Coach das Unheil kommen sehen: Bereits unter der Woche war der eine oder andere mit dem Kopf nicht richtig bei der Sache. Vielleicht wars der richtige Zeitpunkt für einen Schuss vor den Bug.

 Fand wenig Gefallen am Auftritt seiner Elf in der Pfalz: Aspachs Coach Rüdiger Rehm. Foto: A. Becher

Fand wenig Gefallen am Auftritt seiner Elf in der Pfalz: Aspachs Coach Rüdiger Rehm. Foto: A. Becher

Statistik:

K´lautern II: Marius Müller - Rizzuto, Tasky, Mockenhaupt, Bugera - Lensch (76. Osei-Kwadwo), Reiß, Pokar (83. Kracun), Mario Müller (79. Dadachev) - Jacob, Dorow.
Großaspach: Gäng - Kuhn, Vecchione, Cimander, Kienast - Skarlatidis, Jüllich, Rizzi, Berger - Binakaj, Rühle.
Tore: 1:0 (4.) Dorow, 2:0 (36.) Mockenhaupt, 3:0 (43.) Jacob, 4:0 (52.) Dorow, 4:1 (79.) Rühle 5:1 (83.) Dadachev.
Schiedsrichter: Zorn (Freiburg).
Zuschauer: 260.

Quelle: Backnanger Kreiszeitung am 28. April 2014