RL | Freitag, 18. April 2014 (tai)
SG legt Trier vier Eier ins Osternest

Regionalliga Südwest, 29. SpT
SG Sonnenhof Großaspach - Eintracht Trier   4:0 (1:0)

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Mit einem Erfolg zwei Serien ausgebaut

4:0 gegen Trier: Fußball-Regionalligist Aspach feiert achten Heimsieg nacheinander und ist seit 18 Punktspielen ungeschlagen

Mal abwarten, was die Verfolger heute so anstellen. Es kann Fußball-Regionalligist Großaspach aber fast egal sein, ob Mainz und Freiburg ihre Hausaufgaben auch erledigen. Denn nach dem 4:0-Heimsieg gegen Eintracht Trier müsste es schon mit dem Teufel zugehen, wenn sich die SG Sonnenhof noch von den beiden Relegationsplätzen verdrängen lassen würde.

In Hülle und Fülle fallen beim Ligaprimus aus dem Fautenhau derzeit die Leistungsträger aus. Entweder sind sie verletzt oder gesperrt. Oder sie eilen in den Kreißsaal, um bei der Geburt von Sohnemann Nicola dabei zu sein wie Denis Berger vor dem Neckarelz-Gastspiel am vergangenen Wochenende. Berger kehrte gegen Trier ebenso zurück wie Tobias Rühle, der seine muskulären Probleme auskuriert hatte. Dafür fehlten mit Shqiprim Binakaj und Dennis Grab nun die beiden Ampelkartensünder. Aber egal, wen Trainer Rüdiger Rehm momentan ins Rennen schickt: Alle erledigen ihren Job mit Bravour. Ein exzellentes Beispiel ist Simon Skarlatidis. Der 22-Jährige rückte gegen Trier als Sturmpartner Rühles in die Startelf und hatte mit zwei Toren eine Menge damit zu tun, dass die Einheimischen gleich zwei Erfolgsserien ausbauten. Zum einen sind sie nun seit 18 Punktspielen ungeschlagen, zum anderen war es der achte Heimsieg hintereinander.

Dabei hatte Aspach nach einem ordentlichen Beginn für kurze Zeit ein wenig den Faden verloren. Die Gäste standen gut gestaffelt, machten die Räume eng und dem Favoriten das Leben schwer. Eigene Offensivakzente setzte Trier aber kaum. Ein 20- Meter-Freistoß in der 32. Minute, den Sylvano Comvalius über die Mauer und übers Tor zirkelte, war wirklich schon alles, was der Tabellensechste im gesamten Duell zustande brachte. Und zu diesem Zeitpunkt hatte die SG den Bann mit dem 1:0 bereits gebrochen. In der 24. Minute suchte Skarlatidis den Doppelpass mit Rühle und ging in hohem Tempo hinterher. Mit etwas Dusel fiel ihm die Kugel wieder vor die Füße und der folgende Schlenzer prallte von der Unterkante der Latte hinter die Linie.

Mit dieser knappen Führung für den Favoriten verabschiedeten sich die Teams in die Kabinen. Was dort bei den Hausherren besprochen wurde, zeigte sich unmittelbar nach dem Wiederbeginn. Es kann nur das Ziel gewesen sein, mit einem Blitzstart für die Entscheidung zu sorgen. Ehe sich Trier gesammelt hatte, lagen die Gäste mit 0:3 hinten. Die Messe war gelesen. Dabei versiebte Aspach in der 46. Minute noch eine Doppelchance. Nach einer Hereingabe von Moritz Kuhn fand zunächst Skarlatidis in Eintracht-Torwart Andreas Lengsfeld seinen Meister, dann warf sich ein Verteidiger in den Nachschuss von Berger. 120 Sekunden später schlug es aber im Kasten ein. Wieder war es Skarlatidis, der die Aktion mit seiner Dynamik einleitete. Rizzi steckte den Ball im Fallen zu Rühle durch, der mit der guten alten Pike in das linke Eck traf. Dann dauerte es nur weitere vier Minuten, bis Skarlatidis zum zweiten Mal jubelte. Nach einem zu ihm abgefälschten Rizzi-Freistoß zeigte sich, dass es auch ein Erfolgsrezept sein kann, die Kugel nicht richtig zu treffen. Drin das Ding 3:0. Die SG kontrollierte das Geschehen im zweiten Abschnitt nach Belieben und hätte das Ergebnis früher in die Höhe schrauben können, wartete aber bis zur 85. Minute. Dann wars Rühle, der nach einem Konter über rechts und der Hereingabe von Kuhn ohne Probleme den Schlusspunkt setzte.

Koukoutrigas: Relegationsticket sollte gebucht sein

Aspachs Sportdirektor verlangt vom Team aber, konzentriert zu bleiben

(stg). Joannis Koukoutrigas wagte sich aus der Deckung, nachdem Aspach das Duell gegen Trier 4:0 für sich entschieden hatte. "Ich habe vor dieser Begegnung gesagt, wenn wir heute gewinnen, schaffen wir es in die Relegation", verriet der Sportdirektor der SG Sonnenhof: "Eigentlich spricht nichts mehr dagegen, aber wir wollen die Konzentration weiter hoch halten auch, um für die Relegation gerüstet zu sein."

Rüdiger Rehm kündigte freie Tage fürs Team an, das ihn erneut zu einem glücklichen Trainer gemacht hatte. "Ich bin begeistert von meiner Truppe", sagte der 35-Jährige: "Von jedem Einzelnen. Der Sieg sei auch in dieser Höhe okay gewesen", befand der Ex-Profi, "vor allem in der zweiten Halbzeit war es wieder hochklassiger Fußball". Unterschlagen wollte er die nicht so guten ersten 45 Minuten dennoch nicht, "da machten wir einen etwas pomadigen Eindruck". Ein Kompliment verteilte Rehm für diese Phase aber an die Viererkette, die so konzentriert arbeitete, dass die Gäste zu keiner Torchance kamen.

Triers Trainer Jens Kiefer lobte derweil die Hausherren, "so stelle ich mir Fußball vor, wie Aspach heute gespielt hat." Ohne es als Ausrede verstanden wissen zu wollen, betonte er, "dass wir auch auf einige Spieler verzichten mussten das hat uns mehr wehgetan als Großaspach." Weil in den Reihen der Gäste kein Kicker wie Simon Skarlatidis in die Bresche sprang, der für die SG zweimal traf: "Ich freue mich, dass ich dem Team mit meinen Toren helfen konnte. Es war jedoch eine geschlossene Mannschaftsleistung. Das war auch schon in den vergangenen Wochen unser Erfolgsrezept. Und soll es weiter bleiben."

Wirbelte mit seiner Dynamik die Trierer Defensive durcheinander und erzielte zwei Tore für Großaspach: Simon Skarlatidis.Foto: A. Becher

Wirbelte mit seiner Dynamik die Trierer Defensive durcheinander und erzielte zwei Tore für Großaspach: Simon Skarlatidis.(Foto: A. Becher)

Statistik:

Großaspach: Gäng - Kuhn, Vecchione, Cimander, Kienast - Binder (71. Renner), Jüllich, Rizzi, Berger (80. Lang) - Rühle (87. Jungbluth), Skarlatidis.
Trier: Lengsfeld - Bender, Kröner, Konrad, Buchner - Kuduzovic (57. Spang), Cuntz - Quotschalla, Abelski (76. Lushtaku), Anton (81. Guenther) - Comvalius.
Tore: 1:0, 3:0 (24./52.) Skarlatidis, 2:0, 4:0 (48./85.) Rühle.
Schiedsrichter: Günsch (Marburg).
Zuschauer: 724.

Quelle: Backnanger Kreiszeitung am 19. April 2014


Und wieder brennt die SG ein Feuerwerk ab

(tai) Unaufhaltsam eilen unsere SG-Kicker den Play-Offs entgegen. Am Donnerstagabend musste SG-Coach Rüdiger Rehm wieder tief in die Trickkiste greifen um neun verletzte oder gesperrte Fautenhauer zu ersetzen. Das war bei der SG aber bisher kein Grund zu jammern und wird es auch auch in Zukunft nicht werden. Insbesondere auch nicht gegen die Gäste von Eintracht Trier, die ebenfalls mit einer Rumpfmannschaft in der comtech Arena auflaufen mussten.

Ähnliche Bedingungen also für die Teams, unterschiedlicher hätte die Partie jedoch nicht laufen können. Zwar fanden unsere Rot-Schwarzen noch nicht richtig ins Spiel und die Gäste gefielen mit vielen Ballkontakten, außer einem Freistoß und einem Distanzschuß in die dritte Etage fiel den Trieren gegen die sattelfeste SG-Defensive aber nicht ein. Keeper Chris Gäng erlebte einen ruhigen Abend. Nadelstiche konnte hingegen die SG-Offensive setzen. Mal über rechts, mal über links, die Bälle flogen vor das SVE-Gehäuse ohne jedoch einen Abnehmer zu finden. Bis zur 24. Minute, als Simon Skarlatidis in den Strafraum eindrang und nach einem Doppelpass mit Tobias Rühle das Leder vorbei am besten Trier, Torwart Lengsfeld, unter die Latte knallte. Das 1:0 sollte in der nicht sehr aufregenden ersten Halbzeit bis zur Pause bestand halten.

Wie ausgewechselt kamen unsere Großaspacher aus der Kabine, drängten auf das schnelle 2:0. Das dies drei Minuten dauerte war der vielbeinigen Eintracht-Abwehr zu verdanken, die 13 Sekunden nach Wiederanpfiff erst gegen Skarlatidis und dann gegen Rühle in höchster Not retteten. Doch das quirlige Sturmduo ließ sich nicht beirren und schließlich zog Rühle, von Michele Rizzi freigespielt, von der Strafraumgrenze wuchtig ab um für den zweiten Torjubel zu sorgen (48. Minute). Keine vier Zeigerumdrehungen sprang der SG-Anhang wieder auf, ein abgefälschter Rizzi-Freistoß landete vor den Füßen Skarlatidis der mit einem platzierten Abschluss sein Doppelpack schnürte (52.). Die Ostermesse war gelesen, Trier konnte dem Spitzenreiter nichts entgegensetzen obwohl unsere Kicker ein wenig Tempo herausnahmen. Dennoch kam es immer wieder zu brenzligen Situationen vor dem Gästetor, die ungenutzt blieben. In der 84. Minute ging es nochmals blitzschnell über die rechte Seite wo Moritz Kuhn mustergültig den mitgeeilten Rühle bediente, das finale 4:0 und dessen Doppelpack waren nur noch Formsache.

Die Sonnenhöfer hatten zum Auftakt des 29. Spieltages ihre Hausaufgaben gemacht und bauten den Vorsprung auf die Verfolger Mainz (11 Punkte) und Freiburg (12) zumindest für 48 Stunden aus. Lohn war zudem, neben der Spitzenposition in der Gesamt- und Auswärtstabelle, auch die Führung der Heimtabelle. Und mit 57 erzielten Ligatoren ist Großaspach mittlerweile auch die Nummer 1.

Lediglich bei den Gegentoren sind die Fautenhauer auf Rang 2 platziert. Besser sind da die "Kleinen Teufel" aus Kaiserslautern. Jene Elf, mit der man sich zum nächsten Duell am Samstag, 26. April, im Fritz-Walter-Stadion stellt.

Das die Nacht in der "Fautenhau Alm" wieder zum Tag gemacht wurde versteht sich von selbst. Schließlich gab Rehm seinen Schützlingen drei Tage trainingsfrei!

Frohe Ostern wünschen unsere Kicker !!!