SG1 | Donnerstag, 10. April 2014 (BKZ)
Wacker gekämpft, dennoch raus aus dem Pokal

Bitburger-wfv-Pokal, Halbfinale
SG Sonnenhof Großaspach - Stuttgarter Kickers   0:2 (0:1)

[BKZ-Sportvideo]

Effektivität ist der Trumpf der Kickers

Regionalligist Aspach scheitert im Halbfinale des WFV-Pokals mit 0:2 am Drittligisten aus Degerloch

Aus im Halbfinale für die SG Sonnenhof Großaspach. 0:2 verlor der Regionalliga-Spitzenreiter gestern Abend zu Hause im WFV-Pokal gegen die Stuttgarter Kickers. Im vierten Anlauf gelang den Kickern aus Degerloch der erste Pokalerfolg über Aspach. Entsprechend kräftig feierte der Drittligist den Einzug ins Finale, in dem es nun gegen den Ligarivalen 1. FC Heidenheim geht.

Wir waren eiskalt vor dem Tor. Stuttgarts Trainer Horst Steffen strahlte, schaffte es aber dennoch, nüchtern den kleinen Unterschied zwischen dem Favoriten aus Stuttgart und dem ersatzgeschwächten Außenseiter aus Aspach zu benennen. Mit dieser Aussage konfrontiert, sagte SG-Trainer Rüdiger Rehm nur: Der Kollege hat Recht. Klar: Die Hausherren waren den Gästen ebenbürtig. Doch in einem Punkt war der Ex-Bundesligist dem Verein aus dem Fautenhau voraus: In der Effektivität, wie Horst Steffen aus einiger Entfernung noch zurief, ehe er sich zu den jubelnden Kickers-Fans in die Kurve begab.

Drei Minuten vor der Halbzeit gabs die Szene, die dem Pokalduell die entscheidende Richtung gab. Gerrit Müller flankte von rechts und Marco Calamita lenkte den Ball frei stehend aus vier Metern zum 1:0 ins Tor. Mit seiner ersten klaren Chance hatte der Drittligist getroffen. Denn zuvor hatten sich die Kontrahenten einen Vergleich geliefert, in dem keine Mannschaft große Vorteile hatte. Zwei halbe Chancen für den Regionalligisten von Shqiprim Binakaj (6.) und Tobias Rühle (34.), eine halbe Möglichkeit für die Kickers von Eliano Soriano (41.). Mehr war nicht. Zu gut verrichteten beide Teams ihre Defensivarbeit. Oder wie Sonnenhof-Coach Rehm bemängelte: Wir habens im letzten Spieldrittel nicht sauber zu Ende gespielt. Ärgerlich. Vor allem weil wir die Kickers am Rand einer Niederlage hatten, aber sie waren zu stark, um umzufallen.

Richtig ins Schwimmen kam Stuttgart in der Anfangsphase der zweiten Halbzeit. Mehrfach brachte Aspach den Ball gefährlich vors Tor, doch ein Abnehmer fand sich dort selten. Ein abgeblockter Schuss von Denis Berger, ein Volleyschuss von Binakaj und ein 18-Meter-Volleyknaller von Simon Skarlatidis, der nur Zentimeter am Pfosten vorbei zischte, waren die besten Chancen. Die Gäste bauten nun nur noch auf Konter, bei denen der eingewechselte Lhadji Badiane sehr viel Gefahr ausstrahlte. Der pfeilschnelle Angreifer hatte in der 69. Minute nach einer Flanke von Fabio Leutenecker das zweite Kickers-Tor auf dem Kopf, doch die Kugel verfehlte das Gehäuse.

Zehn Minuten später wars mit den letzten Hoffnungen des Außenseiters vorbei. Ein Eckball, ein fulminanter Volleyschuss von Nick Fennell an den Pfosten und der kurz zuvor eingewechselte Athanasios Raptis schaltete am schnellsten und köpfte aus neun Metern das 2:0.

Am Ende feierten die Kickers den ersten Einzug in den DFB-Pokal seit vielen Jahren, denn Endspielgegner Heidenheim ist dafür schon qualifiziert. Völlig chancenlos ist aber auch die SG nicht. Sie muss hoffen, dass die Kickers in der Dritten Liga Vierter werden. Derzeit sind sie Siebter und müssen drei Punkte aufs Viertplatzierte Wehen aufholen.

Mit Aspach dicht dran, von den Kickers am Ende aber doch gestoppt: Denis Berger.Foto: A. Becher

Mit Aspach dicht dran, von den Kickers am Ende aber doch gestoppt: Denis Berger.Foto: A. Becher

Statistik:

Großaspach: Gäng - Kuhn, Gehring, Vecchione (54. Cimander), Kienast - Berger, Jüllich, Rizzi, Skarlatidis (84. Binder) - Binakaj (76. Senesie), Rühle.
Stuttgart: Redl - Gerster, Fennell, Stein, Baumgärtel - Leutenecker (89. Ivan), Braun, Marchese (90. Auracher), Calamita (75. Raptis) - Müller (62. Badiane), Soriano (74. Edwini-Bonsu).
Tore: 0:1 (42.) Calamita, 0:2 (79.) Raptis.
Schiedsrichter: Reichel (Stuttgart).
Zuschauer: 2700.

Großaspach ist einer von drei Kandidaten

Aspach, Schwäbisch Gmünd oder Aalen sind laut WFV-Pressemitteilung die Kandidaten als Austragungsort für das Pokalfinale zwischen den Drittligisten Heidenheim und Stuttgarter Kickers. Während aber noch nicht ganz klar ist, wo letztendlich gekickt wird, steht der Endspieltermin mit Mittwoch, 7. Mai, bereits fest.

Quelle: Backnanger Kreiszeitung am 10./11. April 2014