RL | Samstag, 5. April 2014 (BKZ)
SG baut trotz Personalsorgen die Tabellenführung aus

Regionalliga Südwest, 27. SpT
SG Sonnenhof Großaspach - Hessen Kassel   2:1 (1:0)

[BKZ-Spielvideo] [Videoberich HR-Heimspiel] [DFB-Torshow] [DFB-Liveticker]

SG trotzt seinen personellen Sorgen

Spitzenreiter baute gestern Abend mit einem 2:1 über Kassel seine Führungsposition in der Fußball-Regionalliga aus

Wir pfeifen aus dem letzten Loch, aber wir jammern nicht. Trainer Rüdiger Rehm war hörbar stolz auf seine Regionalligafußballer. Die ließen sich gestern Abend von den Personalsorgen nicht aus dem Takt bringen und bezwangen Hessen Kassel mit 2:1. Ein verdienter Heimsieg. Einer, den sich die SG Sonnenhof aber hart erarbeiten musste.

Selbst Kassels Trainer Matthias Mink kam nicht ganz umhin, an den Spitzenreiter ein Lob zu verteilen: Das Pressing machen sie wirklich gut. Was der ehemalige Zweitligaprofi von Fortuna Köln damit auch sagte: Vielleicht war eben jene Tugend der entscheidende Vorteil in einer Partie, in der die Gäste von einem Teilerfolg nicht so weit weg waren.

Dass sich am Ende doch die Hausherren durchsetzten, lag zum Beispiel an einer Szene in der neunten Minute. Kassel bemühte sich um einen geordneten Spielaufbau, doch die SG machte nicht mit. Sie attackierte den ballführenden Innenverteidiger Ali Lachheb und jagte ihm kurz vor der Mittellinie den Ball ab. Was folgte, war ein Pass zu Stürmer Tobias Rühle, der mit einem klugen Querpass den mitgelaufenen Shqiprim Binakaj schön freispielte. Der hatte keine Mühe, die Kugel aus sieben Metern zum 1:0 ins Eck zu schieben. Genau darüber hatten wir gesprochen, solche risikoreichen Situationen wollten wir vermeiden, ärgerte sich Mink und gestand: Das hat dem Gegner in die Karten gespielt.

Die SG hatte kein Problem, solche Geschenke anzunehmen. Auch weil sie personell arg gerupft worden war. Neben Robin Schuster, Sahr Senesie, Manuel Fischer, Kapitän Daniel Hägele hatte auch Außenverteidiger Moritz Kuhn passen müssen. Und: Nach 54 Minuten war auch für Tobias Rühle Schluss. Der Muskel hat zugemacht, erklärte Rehm. Zu dem Zeitpunkt führte Aspach schon 2:0. Denn kurz nach Wiederanpfiff hatte Rühle seine Qualitäten bewiesen. Er ließ gleich drei Gegenspieler alt aussehen, marschierte alleine auf Torhüter Koczor zu und traf mit einem Schlenzer aus zwölf Metern. Müßig darüber zu diskutieren, was passiert wäre, wenn Kassel in der ersten Halbzeit nicht zweimal frei vor SG-Torwart Christopher Gäng gescheitert wäre (20. und 44. Minute). Oder Schiri Marcel Schütz den Check von Matthias Rahn an Shqiprim Binakaj mit einem Elfmeter geahndet hätte (30.).

Die Partie schien durch. Aspach mühte sich, geordnet in der Defensive zu stehen und mit einem erfolgreichen Konter vollends für die Entscheidung zu sorgen. Die Gäste hielten wacker dagegen, wurden aber eigentlich nur dann gefährlich, wenn sie zu Schnellangriffen ansetzten. Der Vergleich plätscherte dahin. Bis zur 64. Minute. Da klatschte ein 18-Meter-Schuss von Simon Skarlatidis an den Pfosten. Vor allem die Hessen waren plötzlich wieder wach. Fast im Gegenzug verkürzte Sebastian Schmeer mit einem klasse Volleyschuss aus zehn Metern auf 1:2. Die Spannung war zurück.

Der Tabellenführer behielt in der Defensive aber den Überblick. Und als erneut Schmeer in der 75. Minute mit dem Ball allein auf Gäng zusteuerte, angelte ihm Aspachs aufmerksamer Schlussmann den Ball rechtzeitig vom Fuß.

Dennoch mussten die SG-Fans bis zur letzten Sekunde zittern. Denn vorne gelangs Aspach nicht, per Konter alles klar zu machen. Die dickste Möglichkeit vergab Binakaj, dessen Lupfer Kassels Mittelfeldmann Tobias Becker akrobatisch von der Linie beförderte (89.). Doch das war nach dem Abpfiff Nebensache. Die Hausherren feierten einen Sieg, der für Rehm angesichts der Personalprobleme wichtiger war als der in Freiburg war.

Bejubelten ein umkämpftes 2:1: Aspachs Fußballer um Shqiprim Binakaj (Mitte).Foto: A. Becher

Bejubelten ein umkämpftes 2:1: Aspachs Fußballer um Shqiprim Binakaj (Mitte).Foto: A. Becher

Statistik:

Großaspach: Gäng - Vecchione, Gehring, Cimander, Kienast - Berger (86. Grab), Rizzi, Jüllich, Skarlatidis (76. Fiand) - Binakaj, Rühle (54. Binder).
Kassel: Koczor - Müller (57. Gallus), Lachheb (79. Damm), Rahn, Jung - Sauer (65. Dieck), Giese, Becker, Mayer -  Schneer, Kullmann.
Tore: 1:0 (9.) Binakaj, 2:0 (46.) Rühle, 2:1 (66.) Schmeer.
Schiedsrichter: Schütz (Worms).
Zuschauer: 762.

Quelle: Backnanger Kreiszeitung am 5. April 2014