RL | Dienstag, 25. Mrz 2014
Bälle erobern, verteilen und versenken

Bälle erobern, verteilen und versenken

Michele Rizzi hat bei Aspachs Regionalliga-Kickern ein vielfältiges Stellenprofil SG Sonnenhof peilt Vertragsverlängerung an

Unumstrittener Stammspieler. Taktisch und technisch versierter Mittelfeldstratege. Brandgefährlicher Standardschütze mit eingebauter Torgarantie vom Elfmeterpunkt. Michele Rizzi. Nur logisch, dass Fußball-Regionalligist SG Sonnenhof Großaspach den Vertrag verlängern will. Der Drittliga-Aufstieg würde dem 25-Jährigen die Unterschrift erleichtern.

Man braucht kein großer Prophet zu sein, um vorhersagen zu können: Wenn Aspach heute um 19 Uhr im Fautenhau auf Homburg trifft, wird Rizzi im 25. Punktspiel in dieser Runde zum 25. Mal zur Anfangself zählen. Bisher stand der in Stuttgart geborene Kicker mit den italienischen Wurzeln 2140 von 2160 Minuten auf dem Rasen. Immer als Teil der Doppelsechs, mit wechselnden Partnern. Rizzi ist die enorme Bedeutung dieser Position im zentralen Mittelfeld absolut bewusst: Du musst überall auf dem Platz eine gewisse Präsenz haben. Das Duo, das hier Dienst schiebt, ist das Bindeglied zwischen Abwehr und Angriff und sollte sich fast blind verstehen. Es muss Löcher stopfen, Bälle erobern und verteilen. Rizzis Rolle ist die etwas offensivere, der Kollege sichert ihn dann ab. Und: Er ist der Mann für die meisten Standardsituationen. Vier seiner sieben Tore waren Elfmeter, zwei Freistöße landeten im Netz.

Hierbei gilt: Von nichts kommt nichts. Elfmeter und Freistöße übe ich schon, erläutert der Kicker mit der Rückennummer 20, dem es allerdings ausdrücklich nicht darum geht, ob ich die Tore mache. Unzufrieden ist Rizzi derzeit mit seinen Ecken, die kommen schlecht. Es sind angenehm selbstkritische Worte, die typisch für einen echten Führungsspieler sind. In diese Rolle wuchs der Akteur, der 2011 von den Stuttgarter Kickers zu den Aspachern gewechselt war, in den vergangenen zweieinhalb Jahren zunehmend hinein. Ich habe mich gut entwickelt, freut sich Michele Rizzi, der bemerkt hat: Meine Meinung hat einen höheren Stellenwert als am Anfang.

Das liegt sicher auch daran, dass er viel gelernt hat. Ex-Trainer Alexander Zorniger habe ihm zum Beispiel die Augen geöffnet, wie wichtig die tägliche Arbeit ist. Auch unter Rüdiger Rehm läuft es rund, jeder versteht das System, das klar vorgegeben ist. Und in dem Rizzi eine wichtige Rolle spielt. Deshalb will der Verein den Vertrag mit dem Spieler unbedingt verlängern, es gab schon Gespräche mit Joannis Koukoutrigas. Er habe sich mit dem SG-Sportchef aber darauf geeinigt, mit weiteren Unterredungen bis Ende April zu warten. Momentan gilt die ganze Konzentration dem Rennen um die ersten zwei Plätze: Es ist kein Geheimnis, dass unser Ziel die Relegationsspiele sind. Klappt es damit, kann in zwei Partien die Saison gekrönt werden oder sie ist komplett im Eimer.

Das ist vielleicht arg schwarz-weiß gemalt, aber etwas dran ist schon. Die doch ziemlich hanebüchene Regelung, dass der Meister nicht automatisch aufsteigt, sorgt dafür. Klar ist: Der Sprung in die Dritte Liga würde Rizzi das Bleiben erleichtern, dann wäre ich doch blöd, wenn ich gehen würde. Der Aufstieg mit Aspach wäre das Beste, was passieren könnte. Sollte die SG eine Ehrenrunde in der Regionalliga drehen und einen neuen Anlauf nehmen müssen, ist sein Abschied aber auch kein Automatismus: Ich fühle mich extrem wohl. Wir wissen, was wir aneinander haben.

Rizzi ist dem Verein dankbar, dass er in den vergangenen drei Jahren sein Studium vorantreiben konnte und mittlerweile kurz vor der Fertigstellung der Bachelor-Arbeit steht. Wohl auch deswegen hält er unmissverständlich fest: Es wird niemals passieren, dass ich zu einem anderen Regionalligisten wechsle. Wenn, dann nur nach oben. Ich gehe nicht auf Gedeih und Verderb irgendwo hin es muss alles passen. Wie in Aspach. Deshalb spricht im Aufstiegsfall alles dafür, dass die SG ihren unumstrittenen Stammspieler, Mittelfeldstrategen und Standardspezialisten behalten kann.

Geht mit Leistung voran: Aspachs Mittelfeldstratege Michele Rizzi, der in dieser Runde auch schon sieben Tore bejubelte.Foto: A. Becher

Geht mit Leistung voran: Aspachs Mittelfeldstratege Michele Rizzi, der in dieser Runde auch schon sieben Tore bejubelte. (Foto: A. Becher)

Quelle: Backnanger Kreiszeitung am 25. März 2014