RL | Samstag, 22. Mrz 2014 (BKZ)
Spätstarter verpassten möglichen Sieg

Regionalliga Südwest, 24. SpT
Kickers Offenbach - SG Sonnenhof Großaspach   0:0

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Zur vollen Zufriedenheit fehlt ein Tor

Auswärtsserie der SG Sonnenhof hält, zum Sieg und der Rückkehr an die Regionalligaspitze reicht es in Offenbach aber nicht

Die SG Sonnenhof hat die Rückkehr an die Spitze der Regionalliga verpasst. Nach dem 0:0 beim Ex-Bundesligisten Kickers Offenbach gestern Abend sind Aspachs Fußballer diese Saison auswärts aber weiter ohne Niederlage. Insgeheim hatte sich der Zweite auf dem Bieberer Berg aber mehr als einen Teilerfolg erhofft.

Ich bin trotzdem mit dem Punkt zufrieden, sagte Großaspachs Trainer Rüdiger Rehm, es war ein emotionales Spiel mit hohem Tempo gegen einen guten Gegner. Seine Elf, die zumindest bis heute Nachmittag punktgleich mit Spitzenreiter SC FreiburgII ist, ließ vor allem vor der Pause offensiv einige Wünsche offen.

In der Anfangsphase fand der Tabellenzweite nicht ins Spiel. Viele lange Bälle, zu große Abstände zwischen Abwehr und Angriff, Rehm konnte nicht zufrieden sein. Bereits nach zehn Minuten rief er Nicolas Jüllich und Sahr Senesie in einer kurzen Unterbrechung zu sich, um taktische Veränderungen vorzugeben. In der 15. Minute mussten die Kicker aus dem Fautenhau dann auch noch den Verlust von Torhüter Christopher Gäng verkraften. Bei einer Rettungsaktion rutschte der Schlussmann in den heraneilenden Offenbacher Kevin Wittke und holte sich eine große Beule über dem linken Auge. Ich habe auf einem Auge nichts mehr gesehen, mir war schwindlig, sagte Gäng, dems nach der Partie aber wieder besser ging. Für ihn kam Kevin Kunz. In der 33. Minute kam zudem für Stürmer Sahr Senesie (Oberschenkelverletzung) das Aus.

Dass es nach 45 Minuten 0:0 stand, war Aspachs sicherer Defensive zu verdanken. Zwar war der abstiegsbedrohte Traditionsverein aus Offenbach bemüht, zu echten Chancen kam er aber nur nach zwei Eckbällen: Erst klärte Kunz mit den Fingerspitzen gegen Markus Müller, nach dem folgenden Eckball setzte Giuliano Modica die Kugel knapp daneben (39.).

In der Kabine schien Rehm an ehemaliger Wirkungsstätte von 2005 bis 2007 spielte er in der zweiten Liga insgesamt 42 Mal für Offenbach dann die richtigen Worte an seine Elf gerichtet zu haben. Wir mussten uns nach den zwei Verletzungen erst mal neu ordnen. Das hat zum Glück geklappt, sagte der 35-Jährige. Bereits in der 47. Minute ging Shqiprim Binakajs abgefälschter Schuss nur knapp drüber, beim folgenden Eckball wurde Kai Gehrings Versuch gerade noch geblockt. Ich habe den Ball schon halb drin gesehen, sagte der Verteidiger.

Der Aufstiegskandidat war also mit gehöriger Verspätung in der Partie angekommen. Nach einer Stunde zischte ein Distanzschuss aus rund 22 Metern von Nicolas Jüllich nur Zentimeter am Kickers-Tor vorbei. Die Hausherren versuchten, die nun spielerische Überlegenheit der SG mit Einsatz und Kampf auszugleichen. Die Partie wurde dadurch deutlich intensiver. Vor allem die linke Seite der Gäste mit Simon Skarlatidis und David Kienast blühte auf und brachte den Ball immer wieder gefährlich vors Tor. Einzig fehlte in der Mitte ein passender Abnehmer. Die langen OFC-Innenverteidiger köpften den Ball oft unbedrängt aus der Gefahrenzone.

In der Schlussviertelstunde war beiden Mannschaften auf dem tiefen, durchnässten Rasen dann ein Kräfteverschleiß anzumerken. Die Zuspiele wurden ungenauer, die Zweikämpfe dafür umso härter. Selbst Rehm geriet an der Seitenlinie kurz mit Offenbachs Rechtsverteidiger Sascha Korb aneinander. Fußballerisch bot die Partie dagegen nur noch wenig. Großaspachs Trainer zog dennoch ein positives Fazit: Es hat Spaß gemacht.

Stimmen zum Spiel:

Nur ein Punkt, aber gleich zwei zufriedene Trainer

Aspachs Rüdiger Rehm kritisiert die vielen langen Bälle vor der Pause

(dsi). Kein Tor beim Tabellenzwölften geschossen und trotzdem waren alle Akteure der SG Sonnenhof Großaspach nach dem 0:0 zufrieden. Der Grund: Es war das 13. Spiel in Folge ohne Niederlage. Wir haben hinten gut gestanden, und nach vorne hat vor allem in der zweiten Hälfte auch das Quäntchen Glück gefehlt, sagte Innenverteidiger Kai Gehring, wir können mit dem Punkt in Offenbach absolut leben. Zumal der Vorsprung auf den Dritten aus Mainz mit sechs Punkten noch komfortabel sei. Wir müssen auswärts auch mal mit einem Unentschieden leben und zufrieden nach Hause fahren, erklärte Gehring.

Dass es beim Traditionsverein aus Hessen nicht zu drei Zählern reichte, hatte laut SG-Trainer Rüdiger Rehm einen einfachen Grund. Seine Mannschaft habe einfach zu selten Fußball gespielt. Wir haben in den ersten 45 Minuten unsere Linie verlassen und mit hohen Bällen nach vorne agiert. Das haben wir nach der Pause besser gemacht, den Ball unten am Boden gelassen und uns deshalb auch ein Chancenplus erarbeitet.

Zu einer ähnlichen Einschätzung kam auch Offenbachs Coach Rico Schmitt, der vor der Partie schon zur Diskussion gestanden hatte. Es sei eine Begegnung mit großer Leidenschaft gewesen, in der der OFC die erste und Großaspach die zweite Halbzeit dominiert habe. Wir können auf die Leistung aufbauen, sagte Schmitt. So waren beide Trainer nach 90 Minuten mit dem 0:0 zufrieden. Für das Ziel Aufstieg sieht Rüdiger Rehm seine Mannschaft nach dem Punktgewinn auf jeden Fall auf dem richtigen Weg.

Statistik:

Offenbacher Kickers: Endres - Korb, Modica, Wilke, Theodosiadis (69. Schulte) - Gjasula (46. Schwarz) - Wittke, Pintol, Biggel - Bäcker (69. Cappek), Müller.
SG Sonnenhof Großaspach: Gäng (15. Kunz) - Kuhn, Hägele, Gehring, Kienast - Binakaj, Rizzi, Jüllich, Skarlatidis (78. Fiand) - Senesie (33. Binder), Rühle.
Schiedsrichter: Schmitt (Rockenhausen).
Zuschauer: 5221.

Quelle: Backnanger Kreiszeitung am 22. März 2014