RL | Dienstag, 11. Mrz 2014 (tai/BKZ)
Viel Respekt beim torlosen Remis in Mainz

Regionalliga Südwest, 22. SpT
FSV MAINZ II - SG Sonnenhof Großaspach   0:0

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Taktische Disziplin und wenig Risiko

SG Sonnenhof Großaspach kommt im Top-Duell der Fußball-Regionalliga beim FSV Mainz 05 II zum torlosen Unentschieden

Die SG Sonnenhof Großaspach bleibt Tabellenführer der Fußball-Regionalliga. Das Team von Trainer Rüdiger Rehm kam im Top-Duell beim Tabellendritten FSV Mainz 05 II zu einem torlosen Unentschieden, das am Ende gerecht war. Beide Mannschaften zeichneten sich durch taktische Disziplin aus.

Von Heiko Schmidt - Vier Veränderungen nahm SG-Coach Rehm gegenüber dem 1:0-Erfolg in der Vorwoche in Zweibrücken vor. Im Mittelfeld waren Shqiprim Binakaj und Nicolas Jüllich nun erste Wahl. In die Innenverteidigung kehrte Kapitän Daniel Hägele nach seiner Sperre zurück. Hinten links erhielt David Kienast den Vorzug. Er hatte in der ersten Halbzeit allerdings seine liebe Mühe, denn über seine Seite lief viel bei Mainz, das über die gesamten 90 Minuten gesehen mehr Ballbesitz hatte. Zudem sah der Großaspacher Defensivmann nach 23 Minuten die Gelbe Karte.

Ansonsten stand die SG-Abwehr sicher. Daniel Hägele und Kai Gehring kümmerten sich um den FSV-Torjäger Petar Sliskovic, der in dieser Saison bereits 21 Mal getroffen hat. Glück kam für die Gäste bei zwei Aktionen im ersten Durchgang hinzu. In der 20. Minute scheiterte der Mainzer Daniel Bohl nach einem Konter an SG-Schlussmann Christopher Gäng. Fünf Minuten vor der Pause schoss Steven Lewerenz freistehend drüber. Auf der Gegenseite wurde es nur einmal brenzlig. Tobias Rühle fand nach sieben Minuten aus spitzem Winkel im Mainzer Keeper Christian Mathenia seinen Meister. In der übrigen Zeit sahen die 655 Zuschauer im Bruchwegstadion eine von Taktik und mit viel Respekt geprägte Top-Begegnung der Regionalliga.

Dies änderte sich auch nach dem Seitenwechsel nicht. Bei Großaspach kam Felice Vecchione für den Gelb-Rot gefährdeten Kienast. Auf dem Rasen tat sich jedoch bis zur 68. Minute nicht viel. Kein Team wollte ein größeres Risiko eingehen. SG-Coach Rehm versuchte, mit einer Einwechslung für Schwung zu sorgen. Denis Berger betrat für Rühle, der ebenfalls Gelb-Rot gefährdet war, das Spielfeld. Binakaj rückte nun in den Angriff und stürmte zusammen mit Sahr Senesie. Berger orientierte sich ins Mittelfeld.

Fast hätten sich die Umstellungen ausgezahlt, doch Binakaj vergab in der 73. Minute per Kopfball. Mainz hingegen tauchte nur einmal in der zweiten Halbzeit gefährlich vor dem SG-Kasten auf. In der 76. Minute köpfte Richard Weil, doch SG-Spieler Moritz Kuhn stand auf der Torlinie genau richtig und klärte.

Die Schlussphase gehörte jedoch den Gästen, die zwei dicke Möglichkeiten zum Siegtreffer besaßen. Senesie fand in der 89. Minute mit einem 20-Meter-Aufsetzer in Mathenia seinen Meister. Der Goalie aus der Karnevalshochburg war auch in der Nachspielzeit zur Stelle, als Michele Rizzi aus 25 Metern knallhart abgezogen hatte. So blieb es vor den Augen des Mainzer Bundesliga-Trainers Thomas Tuchel beim gerechten torlosen Unentschieden.

Stimmen zum Spiel:

Einigkeit herrscht über das Ergebnis des Top-Duells

Beide Mannschaften können mit dem einen Punkt gut leben

(hes). Alle Beteiligten des Top-Duells der Fußball-Regionalliga waren sich einig: Es war ein gerechtes Unentschieden. Beide Mannschaften können mit einem Punkt zufrieden sein, sagte der Großaspacher Trainer Er fügt hinzu: Mit der Defensivarbeit meiner Spieler bin ich sehr zufrieden.

Seinen Anteil daran hatte Michele Rizzi: "Wir wollten etwas Zählbares mitnehmen, das ist uns gelungen", resümierte der Mittelfeldmann. Auf seinen Knaller in der Nachspielzeit angesprochen, sagte der Großaspacher: "Ich hatte ein gutes Gefühl. Wäre der Ball etwas weiter zur Seite geflogen, wäre er drin gewesen." Allerdings gab Rizzi auch zu, dass Mainz mehr Ballbesitz hatte. Ähnlich sah es SG-Stürmer Sahr Senesie: "Die Mainzer hatten mehr Spielanteile." Er schob jedoch nach: "Die Mainzer wurden aber nie gefährlich. Auch aus seiner Sicht war es ein gerechtes Unentschieden, bei dem es nur wenige Torchancen gab."

Coach Rehm fasste zusammen: "Die Leute, die taktische Defensivarbeit sehen wollten, sind auf ihre Kosten gekommen. Vier Punkte aus den vergangenen beiden Auswärtspartien sowie elf Punktspiele hintereinander ohne Niederlage sind für die SG eine sehr gute Bilanz."

Auch die Bilanz bei den Mainzern stimmt. "Von den letzten acht Spielen haben wir sieben Mal zu null gespielt", sagte FSV-Trainer Martin Schmidt, "Das war aber das einzig Positive aus seiner Sicht. Vielmehr haute der Coach der Bundesligareserve auf sein Team verbal ein. Unser Spielaufbau war ungenügend. Die erste halbe Stunde der zweiten Halbzeit war nicht zum Zuschauen. Was wir vorne bieten, ist nicht genügend. Hingegen sah bei Großaspach vieles gut aus. "

Nächste Aufgabe für die SG: Das Heimspiel am Sonntag, 16. März, um 14.00 Uhr gegen Eintracht Frankfurt II.

Statistik:

FSV Mainz 05 II: Mathenia – Schilk, Weil, Kalig, Rossbach – Lewerenz, Falkenmayer, Müller (56. Franzin), Bohl – Sliskovic, Polter (66. Bouziane).
SG Sonnenhof Großaspach: Gäng – Kuhn, Gehring, Hägele, Kienast (46. Vecchione) – Binakaj, Rizzi, Jüllich, Skarlatidis (81. Fiand) – Rühle (68. Berger), Senesie.
Schiedsrichter: Kempkes (Urmitz).
Zuschauer: 655.

Quelle: Backnanger Kreiszeitung am 10.03.2014


(tai) Das Topspiel der Regionalliga Südwest versprach einiges. Auf der einen Seite der Spitzenreiter, der noch ohne Niederlage in fremden Stadien die Auswärtstabelle anführt. Auf der anderen Seite der Tabellendritte, die spielstarke Ausbildungself des Bundesligisten. Am Ende teilten sich Mainz II und Großaspach beim torlosen Duell die Punkte.

Fans des bedingungslosen Offensivfußballs, mit dem sich beide Mannschaften im Laufe der Saison an die Tabellenspitze spielten, fanden eventuell kein so großes Gefallen im Mainzer Bruchwegstadion. Wer aber auf taktiktische Finesse stand, der wurde beim Topspiel bestens bedient. Die Trainer griffen beiderseits tief in die Trickkiste um dem Gegner das Quäntchen Übergewicht abzuringen, so entwickelte sich alles andere als ein Langeweiler, obwohl keine Tore fallen sollten. Chancen waren dennoch gegeben. Binakajs Zuspiel war nach knapp 10 Minuten aber zu ungenau, der Passempfänger Rühle konnte nur noch aus spitzem Winkel FSV-Schlussmann Mathenia prüfen. Eine knappe halbe Stunde war gespielt, als Rizzi zu einem Freistoß ansetzte. Gefahr brachte er jedoch für das SG-Gehäuse, denn die Hausherren konterten blitzschnell und Teufelskerl Gäng lenkte den scharfen Bohl-Schuss noch über den Querbalken. Der Mainzer Lewerenz hatte noch die
Pausenführung auf dem Fuß nachdem kurzeitig Verwirrung im Aspacher Strafraum herrschte, der zahlreiche SG-Anhang atmete aber nach dessen Fehlversuch tief durch (40.).

Auch im zweiten Durchgang begegneten sich die Kicker mit großem Respekt, keiner wollte den entscheidenden Fehler machen. Einmal musste Kuhn führ seinen geschlagenen Keeper auf der Torlinie retten, er verhinderte den möglichen Rückstand in der 75. Minute. Ansonsten hielten sich die Torhüter schadlos, ob im oder außerhalb des Strafraums, wie Gäng per Kopfball gegen den heranstürmenden Nullfünfer (82.). In der Nachspielzeit fand Rizzi seinen Meister, der wuchtige Freistoß faustete Mathenia aus der Gefahrenzone.

So blieb es beim leistungsgerechten Unentschieden, über das sich beide Clubs durchaus freuen durften. Die taktische Aufstellung im Kicker hätte vermutlich ein anderes Ergebnis gebracht...