3.L | Dienstag, 20. Mrz 2018 (BKZ)
Dorfklub erkämpft einen Punkt gegen Hansa Rostock

Nachholspiel 21. Spieltag  |  3. Liga
Dienstag, 20. März 2018  |  19:00 Uhr  |  mechatronik Arena

SG Sonnenhof Großaspach - FC Hansa Rostock   0:0

[zum Medienpartner, der Backnanger Kreiszeitung]

Aufstellung SG Sonnenhof Großaspach: Broll – Schiek, Leist, Gehring, Fehr – Binakaj (75. Vitzthum), Hägele (46. Hoffmann), Bösel, Gyau (56. Baku) – Fountas, Röttger
Tore: -
Besondere Vorkommnisse: Fehr sieht nach einer Notbremse die Rote Karte (81.)
Zuschauer: 2.200 

SG-Fußballer schaffen im Drittliga-Nachholspiel gegen Hansa Rostock ein Remis, obwohl sie die Partie mit zehn Mann beenden

Von unserem Medienpartner, der Backnanger Kreiszeitung | Steffen Grün:

Auf Tore warteten die 2200 Zuschauer im Fautenhau gestern Abend vergeblich. Das Nachholspiel zwischen den Drittliga-Fußballern der SG Sonnenhof Großaspach und Hansa Rostock endete mit einem 0:0, mit dem die Hausherren besser leben können als die Gäste, die sich damit wohl aus dem Aufstiegsrennen verabschieden. Aspach beendete die Partie zu zehnt, weil Jeff-Denis Fehr für eine Notbremse in der 80. Minute Rot sah.

Zum dritten Mal nacheinander hatte Sascha Hildmann dieselbe Startelf ins Rennen geschickt. Auch Sebastian Bösel, der in Köln einen Schlag auf das ohnehin gebrochene Nasenbein abbekommen hatte, biss auf die Zähne und spielte mit einer schützenden Maske. Was seine Truppe in der ersten Halbzeit bot, stellte den Aspacher Trainer aber nicht wirklich zufrieden. Man habe „zu viele Bälle leichtfertig verloren und Zweikämpfe nicht gewonnen, die wir sonst gewinnen“, bemängelte der 45-Jährige, „das war insgesamt alles zu pomadig und zu langsam“. Weil auch Rostock zwar viel Ballbesitz hatte, sich „im letzten Drittel aber nicht durchsetzte“, wie Hansa-Coach Pavel Dotchev später kritisierte, war die Partie für die bibbernden Zuschauer im Kühlschrank Mechatronik-Arena alles andere als erwärmend. Die spektakulärste Aktion ging auf das Konto der Hausherren, doch der Fallrückzieher von Taxiarchis Fountas in der 35. Minute war eine sichere Beute für Janis Blaswich. Mehr Mühe hätte der Hansa-Torwart wohl mit dem Schuss von Joseph-Claude Gyau gehabt, doch die Kugel streifte lediglich das Außennetz.

Es ging mit einem 0:0 in die Pause, doch für Daniel Hägele war das Spiel schon einige Sekunden vorher beendet: Der SG-Kapitän humpelte mit einem eingeklemmten Rückennerv vom Feld, wurde zur zweiten Halbzeit von Jannes Hoffmann ersetzt und dürfte auch am Samstag im Heimspiel gegen Halle ausfallen. Damit nicht genug: Auch Gyau droht eine Zwangspause. Der Wirbelwind auf der Außenbahn fasste sich bei einem Laufduell plötzlich an den linken Oberschenkel und musste nach 56 Minuten runter. Es ist mindestens eine Zerrung, vielleicht sogar ein Muskelfaserriss.

Zu dem Zeitpunkt hätten die Einheimischen bereits führen können, denn in der 51. Minute hatte Timo Röttger die dickste Möglichkeit der gesamten Begegnung gehabt. Der Routinier kam nach der Flanke von Gyau sechs Meter vor dem Tor völlig frei an den Ball, köpfte aber ausgerechnet Keeper Blaswich an. Der hatte hier etwas Glück, sein ganzes Können zeigte er dagegen kurz drauf bei Hoffmanns Schuss aus 18 Metern. Ungeachtet dessen, dass auch Rostock durch Pascal Breier, der zu hoch zielte (58.), und Soufian Benyamina, der an SG-Keeper Kevin Broll scheiterte (64.), zu Chancen kam, schienen die Hausherren am Drücker zu sein. Es war aber nicht von Dauer, wie der Trainer später feststellte. „Je länger das Spiel dauerte, umso weniger wurde es und die Fehler wurden wieder mehr“, sagte Hildmann: „Wenn man solche Fehler macht, muss man froh sein, dass man nicht noch verliert.“ Er dachte wohl vor allem daran, wie Michael Vitzthum die Kugel in der 80. Minute verlor und damit einen folgenschweren Konter einleitete. Benyamina steuerte alleine aufs Tor zu – verfolgt von Fehr, der ihn kurz vor dem Strafraum zu Fall brachte. Der Referee hatte keine andere Wahl, als ihm für diese Notbremse die Rote Karte unter die Nase zu halten. Für Aspach wurden es mit zehn Mann noch zehn lange Minuten, in denen der Torwart zum Retter des Punktes wurde. In der 83. Minute köpfte ihm Rostocks Innenverteidiger Oliver Hüsing die Kugel nach dem Eckball von Willi Evseev noch in die Arme, beim Kopfball von Benyamina (88.) musste sich Broll schon viel mehr strecken. Der Höhepunkt war, wie er in der Nachspielzeit beim Schuss von Evseev abtauchte und das Leder aus der unteren Ecke kratzte. Broll gab sich aber betont bescheiden: „Diese Dinger muss ich halten, um meiner Mannschaft zu helfen – wenn ich sie nicht halte, stehe ich auch nicht im Tor.“ So blieb es beim 0:0 und damit bei dem bereits fünften Unentschieden im achten Duell dieser beiden Vereine. Ein Resultat, mit dem Aspach auf Rang elf klettert und das für Rostock zu wenig ist.

 

 

Impressionen aus der mechatronik Arena

Fotos: Tai