RL | Freitag, 27. September 2013 (BKZ)
Stammplatz erobert, Vertrag verlängert

So schnell kann es gehen. In der Vorsaison war Moritz Kuhn noch häufig Teilzeitkraft, in dieser Runde hat der 22-Jährige einen Stammplatz erobert. Ein guter Zeitpunkt, um seinen Vertrag beim Fußball-Regionalligisten SG Sonnenhof Großaspach bis 2016 zu verlängern. So lange läuft auch die Ausbildung zum Bürokaufmann, die Kuhn begonnen hat.

Als es den in Ostfildern geborenen Kicker im Sommer 2012 in den Fautenhau zog, lagen zwei schwierige Jahre hinter ihm. Kaum war er beim VfB Stuttgart von der U19 in die Drittliga-Mannschaft aufgerückt, hatten ihn ein Kreuzbandriss und ein Knorpelschaden im rechten Knie monatelang außer Gefecht gesetzt. Konkurrenten nutzten diese Zeit, um sich einen Vorsprung zu erarbeiten. Als Kuhn wieder fit war, kam er über eine Nebenrolle nicht mehr hinaus. Seine Drittliga-Bilanz in der Saison 2011/2012: Einmal 90 Minuten, dazu zwei Kurzeinsätze. Sein Vertrag wurde nicht verlängert, die Vereinssuche begann.

Sie war nicht von langer Dauer. Für Regionalligist Aspach meldete Sportdirektor Ioannis Koukoutrigas großes Interesse an, „obwohl wir wussten, dass er eine Weile brauchen würde, um reinzufinden“. Kuhn, der mit Koukoutrigas bereits länger Kontakt hatte, ist „froh, den Schritt gegangen zu sein. Ich bin vom Verein begeistert, habe mich hier von Anfang an pudelwohl gefühlt.“ Daran änderte sich auch nichts, als es in der vergangenen Saison nicht sofort etwas wurde mit einem Stammplatz. Zumal Kuhn ja wusste, an was es lag: „Ich hatte noch Höhen und Tiefen. Mir hat die Spielpraxis gefehlt.“ Kein Wunder, nach zwei Jahren mit mageren drei Einsätzen.

Längst ist die Spielpraxis wieder vorhanden, die positiven Folgen sind unübersehbar. „Ich habe mich stabilisiert“, sagt der Spieler selbst. „Er hat eine sehr gute Entwicklung genommen und ist jetzt ein Stammspieler“, betont Trainer Rüdiger Rehm. In allen zehn Partien stand Kuhn in der Startelf, wurde nur zweimal in der Schlussphase ausgewechselt. Er lief achtmal als Rechtsverteidiger auf und zweimal im rechten Mittelfeld. „Hauptsache ich spiele“, sagt der vielseitige Akteur dazu: „Ich fühle mich auf beiden Positionen wohl.“ Etwas lieber ist ihm allerdings noch der defensivere Part, weil er es mag, „mit Tempo von hinten zu kommen und hinterlaufen zu können“.

Weil mit Felice Vecchione die Alternative auf der rechten Verteidigerposition weiterhin ausfällt, dürfte Kuhn heute um 19 Uhr im Heimspiel gegen die Spvgg Neckarelz gesetzt sein. Das Ziel ist ein Heimsieg, um die Spitzenposition zu verteidigen. Es wäre der nächste Schritt auf dem Weg, den Kuhn mit der SG gehen will: „Ich will mit der Mannschaft aufsteigen, keine Frage. Aber wir müssen von Spiel zu Spiel denken. Die Liga ist sehr ausgeglichen. Jeder kann jeden schlagen.“ Dass auch der Klub das Ziel hat, zumindest mittelfristig, gerne auch schon in dieser Saison, in die Dritte Liga aufzusteigen, erleichterte Kuhn die Vertragsverlängerung. Er nennt aber noch einen Grund: „Ich habe mit der Ausbildung zum Bürokaufmann im Hotel Sonnenhof begonnen. Ich wollte mir ein zweites Standbein aufbauen.“ Die Ausbildung dauert drei Jahre, so lange läuft nun auch der Vertrag mit der SG. Passt perfekt.