3.L | Samstag, 19. August 2017 (pm)
Voller Einsatz war Trumpf im Schwabenderby – die SG und der VfR trennen sich 0:0-Unentschieden

5. Spieltag  |  3. Liga
Samstag, 19. August 2017  |  mechatronik Arena

SG Sonnenhof Großaspach - VfR Aalen 0:0

[Backnanger Kreiszeitung, unser Medienpartner]
[Aus der SWR-Mediathek "Sport am Samstag"]
[Zum Gamereport von Telekom-Sport]

Tore: -
Zuschauer: 2.500
Aufstellung SG Sonnenhof Großaspach: Broll – Gehring, Leist, Özdemir, Schiek, Pelivan, Hägele, Vitzthum, Gyau, Sohm (77. Röttger), Sané.

Die Analyse

Es war eine Partie mit intensiven Zweikämpfen, ein Spiel bei dem die taktische Disziplin die Grundlage für beide Mannschaften darstellte und eine Begegnung zwischen zwei starken Teams. Das Schwabenderby bot vieles, nur eines nicht – Tore blieben beim Duell zwischen der SG Sonnenhof Großaspach und dem VfR Aalen aus. Warum? Weil zum einen beide Abwehrreihen sicher standen und kein Risiko eingingen. Und zum anderen der Ball von den Stürmern bei den Torgelegenheiten nicht im Gehäuse des Gegners untergebracht werden konnte. Dabei hätte im ersten Durchgang gerade der Dorfklub den Ball im Netz von Daniel Bernhardt zappeln lassen können. Doch der Keeper des VfR rettete in der 17. Spielminute klasse gegen den agilen Saliou Sané und konnte sich beim tollen Freistoß von „Ötzi“ Özdemir auf seinen Mittelfeldakteur Maximilian Welzmüller verlassen, der den Ball mit einem Hechtsprung per Kopf zur Ecke lenkte. Der Club von der Ostalb wartete auf Fehler der disziplinierten Aspacher, die aber die Gäste nicht zu Torchancen einluden, weshalb es auch torlos in die Halbzeitpause ging. Auch nach dem Wechsel neutralisierten sich beide Teams durch großen Einsatz weitgehend, wobei Aalen nach einem Abspielfehler im Aspacher Mittelfeld die dicke Chance in Person von Marcel Bär auf dem Fuß hatte, letztendlich aber Özdemir durch einen Grätschsprung kurz vor der Linie mit der Brust abwehren konnte (54.). Egal ob SG oder VfR-Fan – die Zuschauer in der mechatronik Arena spürten, dass die Mannschaft, welche in Führung gehen, die Partie auch für sich entscheiden wird. Doch beide Mannschaften vermieden das ganz große Risiko und standen weiter sicher. Jo Gyau wäre dies in der 77. Spielminute fast noch der goldene Treffer gelungen – aber eben nur fast, denn der Flügelstürmer ließ Müller klasse aussteigen, setze aber seinen Linksschuss über das Gehäuse von Bernhardt.

Somit blieb es spannend bis zum Schluss, doch schlussendlich trennen sich beide Württemberger Teams leistungsgerecht mit einem Unentschieden.

Die Stimme zum Spiel

Cheftrainer Sascha Hildmann: "Wir haben uns sehr viel vorgenommen für diese Partie und hatten natürlich auch großen Respekt vor Aalen. Deshalb war es für uns wichtig aus einer stabilen Defensive zu agieren und Aalen zu keinen Torchancen einzuladen. Beide Teams kommen natürlich über das Umschaltspiel und deshalb war es für mich eine hochinteressante Partie. Meine Mannschaft hat das was wir uns vorgenommen haben, sehr gut umgesetzt. Sie waren sehr leidenschaftlich und fleißig, wir hatten sicherlich auch Umschaltmomente in denen wir gefährlich waren, schlussendlich geht aber das Unentschieden völlig in Ordnung. Ich bin absolut zufrieden. “

Das nächste Spiel

Am kommenden Samstag gastiert die SG Sonnenhof Großaspach beim FC Carl-Zeiss Jena. Anpfiff der Partie im Ernst-Abbe-Sportfeld ist um 14 Uhr.


Berichte unseres Medienpartners, der Backnanger Kreiszeitung am 21. August

Zwei Aufreger, aber keine Treffer

Torloses Unentschieden im Schwabenduell zwischen dem Fußball-Drittligisten SG Sonnenhof Großaspach und dem VfR Aalen

Keine Treffer und nur wenige Torchancen – im Schwabenduell zwischen dem Fußball-Drittligisten SG Sonnenhof Großaspach und dem VfR Aalen gab es am Ende ein gerechtes Unentschieden. Trotzdem sahen die 2500 Zuschauer in der Mechatronik-Arena zwei knifflige Szenen.

Von Heiko Schmidt - Der erste Aufreger war nach einer halben Stunde zu verzeichnen. Nach einem langen Ball gab es einen Zweikampf kurz vor dem Strafraum der Hausherren. SG-Akteur Joseph-Claude Gyau schubste dabei den VfR-Stürmer und Ex-Großaspacher Matthias Morys um. Das Spiel lief aber weiter. „Es gibt Schiedsrichter, die pfeifen das“, sagte Sonnenhof-Coach Sascha Hildmann. Aalens Trainer Peter Vollmann vertrat den gleichen Standpunkt: „Dem kann ich nichts hinzufügen.“

Eine weitere knifflige Aktion gab es in der 54. Minute. Nach einem Schuss von der rechten Seite aus sieben Metern von Aalens Marcel Bär warf sich SG-Defensivmann Özgür Özdemir in den Ball und beförderte den Ball von der Torlinie ins Aus. Die heftigen Proteste der Gäste aufgrund eines möglichen Handspiels von Özdemir verneinte Bundesliga-Schiedsrichterin Bibiana Steinhaus aus Hannover. „Ob es ein Handspiel war, kann ich nicht beurteilen. Özgür hat mir aber gesagt, dass er den Ball mit der Brust gespielt hat“, nahm Hildmann dazu Stellung.

Ansonsten verlief das Schwabenduell eher ruhig. Hildmann hatte eine Veränderung in der Startelf gegenüber der 0:5-Pleite in Paderborn vorgenommen. Für den verletzten Sebastian Bösel rückte Dominik Pelivan ins defensive Mittelfeld. Und der Zugang bekam viel Lob von seinem Trainer. „Er hat ein hervorragendes Startelf-Debüt gegeben.“ Positiv äußerte sich auch Pelivan selbst: „Es war ein guter Einstand für mich.“ Er hatte seinen Anteil daran, dass die Großaspacher in der Defensive sehr gut spielten.

Die erste Halbzeit verlief von den Spielanteilen her ausgeglichen. Beide Mannschaften scheuten jedoch das letzte Risiko. Allerdings besaßen die Großaspacher die besseren Torchancen. Nach 17 Minuten fand SG-Stürmer Saliou Sané in Aalens Schlussmann Daniel Bernhardt von der linken Seite aus spitzem Winkel seinen Meister. Drei Minuten später strich ein abgefälschter 20-Meter-Schuss von Sané knapp am VfR-Kasten vorbei. Die größte Gelegenheit im ersten Durchgang gab es in der 22. Minute. Özdemirs 18-Meter-Freistoß köpfte Aalens Defensivmann Robert Müller gerade noch von der Torlinie. Die Gäste von der Ostalb kreuzten zwei Mal gefährlich vor dem SG-Gehäuse auf. Nach drei Minuten scheiterte Morys aus Nahdistanz am SG-Schlussmann Kevin Broll. In der 42. Minute verfehlte ein 25-Meter-Freistoß von Maximilian Welzmüller knapp das angepeilte Ziel.

Nach dem Seitenwechsel kamen die Aalener mit mehr Schwung in die Partie. Der VfR etwas Oberwasser. Die einzige Möglichkeit im zweiten Durchgang besaßen die Gäste in der 73. Minute, als Sebastian Vasiliadis mit einem 22-Meter-Schuss an Broll scheiterte. Diese Phase ebbte zum Ende hin ab. Großaspach übernahm die Initiative. Bei den Hausherren fehlte allerdings der letzte und entscheidende Pass. Erst mit der Einwechslung von Timo Röttger in der 77. Minute kam neuer Schwung in die SG-Offensive. Eine Minute später war Gyau auf der linken Seite frei durch, sein Schuss strich aber über das Gehäuse der Gäste. Somit blieb es beim torlosen Unentschieden sowie bei den beiden Aufregern, die für Gesprächsstoff sorgten.

„Es ist eine ausgesprochen schöne Sportanlage“

Schiedsrichterin Bibiana Steinhaus hat vor ihrem Bundesliga-Debüt viele gute Eindrücke in Großaspach gesammelt

Von Heiko Schmidt - Bibiana Steinhaus ist in Fußballerkreisen besonders nach dem Bundesliga-Start ein Thema. Die Schiedsrichterin aus Hannover wird in dieser Saison als erste Frau einige Begegnungen in der höchsten deutschen Männer-Liga pfeifen. Bislang wartet die 38-Jährige aber noch auf ihr Bundesliga-Debüt. Dafür war die Polizeihauptkommissarin als Unparteiische bei der Drittliga-Partie zwischen der SG Sonnenhof Großaspach und dem VfR Aalen im Einsatz.

„Ich war noch nie in Großaspach. Es ist eine ausgesprochen schöne Sportanlage“, schilderte Steinhaus nach dem torlosen Unentschieden im Schwabenduell ihre Eindrücke vom Aspacher Teilort im Rems-Murr-Kreis. Sehr freundlich wurde die 1,81 Meter große Schiedsrichterin im Schwäbischen empfangen. Bei der Anfahrt zur Mechatronik-Arena zierte am Straßenrand ein Schild mit der Aufschrift „Aspach grüßt Bibiana Steinhaus“. Diese Begrüßung hat die Unparteiische aus der Landeshauptstadt Niedersachsens mit Freude aufgenommen. „Das Plakat ist ganz süß. Das ist mir noch nie so passiert“, sagte sie mit einem Lächeln darauf angesprochen.

Unparteiische hat nach dem Spiel Besuch von Karoline Wacker von den SF Großerlach bekommen

Einen Einfluss auf ihre Entscheidungen auf dem grünen Rasen im Fautenhau hatte dies natürlich nicht, obwohl es zwei knifflige Situationen gab. Steinhaus bekam aber nach dem Abpfiff gute Kritiken. „Die Leistung der Schiedsrichterin war in Ordnung“, sagte der Großaspacher Kapitän Daniel Hägele. Diese Einschätzung wird Steinhaus bestimmt mit Zufriedenheit zur Kenntnis nehmen. Gefreut hat sich die neue Bundesliga-Schiedsrichterin sicherlich über den Besuch von Karoline Wacker. Die Unparteiische von den Sportfreunden Großerlach schaute sich das Drittliga-Spiel an und begrüßte ihre Schiedsrichter-Kollegin, die sie schon öfter als Assistentin unterstützte, nach der Partie in der Kabine.

Steinhaus wurde es also bei ihrem Auftritt in Großaspach nicht langweilig. Das wird mit Sicherheit auch in Zukunft so sein, denn der Medienrummel um ihre Person ist groß. „Ich gehe damit sehr defensiv um, denn der Fokus liegt auf den Spielen und auf dem Platz“, sagte die in Bad Lauterberg im Harz Geborene. Da hat sie noch eine Menge Arbeit vor sich, denn seit dieser Saison leitet Steinhaus die Spiele mit neuen Assistenten. Das sind Thomas Stein aus Homburg und Rafel Foltyn aus Mainz-Kastel. Um sich den „Feinschliff“ für die Bundesliga-Spiele zu holen, war das Schiedsrichter-Gespann beim Drittliga-Spiel im Einsatz.

Steinhaus plauderte aber nicht nur in Aspach aus dem Nähkästchen. Gleich nach der Begegnung im Fautenhau düste sie zum ZDF-Fernsehstudio nach Mainz, denn am gleichen Abend hatte sie einen Auftritt im Aktuellen Sportstudio. Auch dort durfte Steinhaus nicht verraten, wann sie ihren ersten Bundesliga-Einsatz an der Pfeife haben wird. Hingegen äußerte sie sich zu den Video-Assistenten in der Bundesliga und zu ihrer Person. Zum Abschluss trat sie als Prominente an der Torwand an, auf die unter anderem als Herausforderer auch schon Mario Marinic von der TSG Backnang sowie Mergim Collaku und Marek Zeich vom Stadtrivalen FC Viktoria geschossen hatten. Die drei Backnanger konnten ihr Duell gegen den jeweiligen Promi nicht für sich entscheiden. Dies war nun anders, denn Steinhaus zog gegen Christian Karrer, der beim SV Beuren in der Bezirksliga Bodensee kickt, mit 0:3 den Kürzeren. Mit diesem Auftritt nach Mitternacht endete der lange Tag von Bibiana Steinhaus, der mit dem herzlichen Empfang beim Drittliga-Spiel in Großaspach begonnen hatte.


Impressionen aus der mechatronik Arena

Unserem Daniel Hägele zum 200. SG-PFlichtspiel:

Danke Dorfklub-Capitano!

Fotos: Tai