SG1 | Montag, 13. Januar 2014 (BKZ)
SG verpasst sich eine breitere Aufstellung

Fußball-Regionalligist stellt Weichen für möglichen Aufstieg Ein Baustein: Michael Ferbers Ernennung zum Sportmanager

Als die SG Sonnenhof Großaspach 2009 den Sprung in die Fußball-Regionalliga schaffte, eilte der sportliche Erfolg den Vereinsstrukturen ein Stück weit davon. Damit das beim möglichen Aufstieg in die Dritte Liga nicht noch mal passiert, trifft der Klub nun Vorsorge. Ein Baustein: Michael Ferber wurde im Laufe der Vorrunde zum Sportmanager ernannt.

Wir wollen die Aufgaben auf mehreren Schultern verteilen, erklärt Sportdirektor Joannis Koukoutrigas, was hinter der Berufung von Michael Ferber steckt. Ähnlich drückt sich der 28-Jährige nach wenigen Monaten in Amt und Würden aus: Wir wollen als Verein vorankommen, uns weiterentwickeln und breiter aufstellen.

Wer zwischen Sportdirektor und Sportmanager ein Kompetenzgerangel wittert, der irrt gewaltig, betonen die Protagonisten: Wir kennen uns schon lange und haben viele Berührungspunkte. Wir wissen, dass wir miteinander arbeiten können. Koukoutrigas ergänzt: Wir haben dieselbe Spielphilosophie. Jede Meinung ist mir wichtig, um die richtige Entscheidung für den Verein zu treffen. Es sei vielmehr sogar sein spezieller Wunsch gewesen, einen weiteren Verantwortlichen an der Seite zu haben, der mich unterstützt und im Präsidium vertritt. Michael Ferber sieht sich an einer Schnittstelle: Ich bewege mich zwischen Präsidium und sportlichem Bereich inklusive Jugend. Zum Aufgabenprofil des jüngeren Sohnes von Klubgründer Uli Ferber zählen zudem organisatorische Dinge wie die Organisation von Trainingslagern, die anschließend vom Präsidium abgesegnet werden sollen. Kurzum: Koukoutrigas wird entlastet, hat im sportlichen Bereich aber unverändert das Sagen. Einig ist sich das Tandem schon einmal darin, den zweiten Saisonabschnitt in der Regionalliga etwas offensiver anzugehen als das noch zu Beginn der Runde der Fall war. Wir sind Erster. Wir können nicht sagen, dass wir Achter werden wollen. Wir wollen Erster oder Zweiter werden, sagt Michael Ferber. Koukoutrigas pflichtet ihm bei: Das Ziel, das unsere Mannschaft hat, haben wir auch. Also sollen es die Aufstiegsspiele sein, ohne den Druck zu haben, aufsteigen zu müssen.

Wollen ein harmonisches Tandem bilden: SG-Sportdirektor Joannis Koukoutrigas (links) und Sportmanager Michael Ferber.Foto: A. Becher

Wollen ein harmonisches Tandem bilden: SG-Sportdirektor Joannis Koukoutrigas (links) und Sportmanager Michael Ferber.Foto: A. Becher

Das Augenmerk der beiden Verantwortlichen richtet sich aber nicht nur auf die Regionalligatruppe. Da ist auch die Zweite, die sich in der Verbandsliga noch nahe der Abstiegszone befindet. Zunächst stellt Koukoutrigas klar, dass Trainer Norbert Gundelsweiler nie infrage stand. Denn: Wir sind überzeugt von seiner Arbeit. Ein Abstieg wäre kein Beinbruch, betont der Sportdirektor, der heute den 39. Geburtstag feiert. Verhindert werden soll der Absturz in die Landesliga trotzdem. Priorität hat aber die Ausbildung von Kickern für die Erste. Ein Paradebeispiel ist Robin Binder, sagt Koukoutrigas über das Talent, das vor der Winterpause bereits mit dem Regionalligateam trainierte, nun die Vorbereitung mitmacht und den Vertrag im Fautenhau bis 2016 verlängert hat.

Bitterer als ein Abstieg der Zweiten aus der Verbandsliga wäre ein Abstieg der A-Jugend aus der Verbandsstaffel. Den soll ein neuer Trainer abwenden: Oliver Munz ersetzt Roland Stampfl (wir berichteten). Grundsätzlich gilt für den gesamten Jugendbereich, dass wir uns professioneller aufstellen wollen, sagt Koukoutrigas und nennt das Ziel, weitere lizenzierte Trainer einzusetzen. All das, um dem eigenen Anspruch gerecht werden zu können und irgendwann hoffentlich auch den einen oder anderen Spieler für die erste Mannschaft auszubilden. Zu tun ist also genug. Koukoutrigas, Ferber und die anderen Mitarbeiter nehmen die Herausforderung an.

Quelle: Backnanger Kreiszeitung am 11.01.2014