3.L | Samstag, 22. April 2017 (tai)
Die BKZ vor dem Gastspiel in Magdeburg und über die Situation in der 3. Liga

34. Spieltag  |  3. Liga 2016/17
Samstag, 22. April  |  14:00 Uhr  |  MDCC-Arena

1. FC Magdeburg - SG Sonnenhof Großaspach

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Mittendrin im Kampf um die Spitzenplätze

Aspachs Drittliga-Fußballer zählen vor dem Magdeburg-Spiel zu den mindestens acht Teams, die ganz nach vorne schielen dürfen

Der Endspurt in der Dritten Liga nimmt Fahrt auf. Hinter dem eindeutigen Meisterschaftsfavoriten aus Duisburg tobt der Kampf um den zweiten Aufstiegs- und den Relegationsplatz sowie um den vierten Rang, der das DFB-Pokal-Ticket bedeutet. Großaspach ist als Fünfter vor dem heutigen Verfolgerduell in Magdeburg (14 Uhr, MDCC-Arena) mittendrin.

Von Steffen Grün -  Vom „Schneckenrennen“ schrieb der Kicker in der Donnerstag-Ausgabe und stellte die Frage in den Raum: „Will keiner in die Zweite Liga?“ Aalen würde wohl gerne und wäre sogar Zweiter, wenn dem Verein nicht wegen des eingereichten Insolvenzantrages neun Punkte abgezogen würden. Obwohl der VfR weiterhin Rechtsmittel einlegt, ändert sich daran mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit auch nichts mehr. Zweiter ist daher Regensburg, für den Jahn spricht nach zuletzt drei Siegen in Serie die aktuelle Formkurve. Kiel ist seit acht Partien ungeschlagen, darunter waren allerdings vier Unentschieden. Auch Magdeburg teilt die Punkte zu oft, ganz anders Großaspach: Ein Remis gab es für die SG Sonnenhof in den vergangenen elf Duellen nicht mehr, das ist die längste Serie dieser Art in der Dritten Liga. Sechs Siegen stehen aber auch fünf Niederlagen gegenüber, wie so vielen Rivalen geht auch den Schwaben die Konstanz ziemlich ab. Zwickau – mit 32 Punkten aus 14 Partien mit Abstand das beste Rückrundenteam – hat keine Zweitliga-Lizenz beantragt, weil die Verantwortlichen des klammen Klubs nach 17 Zählern in der Vorrunde dachten, das wäre nur rausgeschmissenes Geld.

Sollte die SG im Endspurt höhere Ziele verkünden?

PRO: Viel zu gewinnen, nichts zu verlieren

Was habt ihr denn zu verlieren, will man Großaspachs Verantwortlichen, dem Trainer Oliver Zapel und allen SG-Fußballern zurufen. Es war lange Zeit richtig und nachvollziehbar, keine großen Töne spucken zu wollen und den Großkopfeten der Dritten Liga die Favoritenrolle im Kampf um die vorderen Plätze zu überlassen. Schließlich rangiert der Klub aus dem Fautenhau in der Etat-Tabelle nach wie vor in den hintersten Regionen und hat nicht den geringsten Druck, aufsteigen zu müssen. Doch genau das sollte nun auch der Grund sein, alle Zurückhaltung fahren zu lassen und fünf Spieltage vor dem Pro und Contra Sollte die SG im Endspurt höhere Ziele verkünden? Saisonende noch mal neue Ziele ins Auge zu fassen. Während die riskanten Geschäftsmodelle einiger Rivalen ohne den Zweitliga-Aufstieg über kurz oder lang nicht funktionieren und dieses Wissen wie Blei auf den Schultern der Spieler lastet, können die SG-Kicker befreit aufspielen. Sie haben viel zu gewinnen, einige andere können nur verlieren. Sollten intern schon neue Ziele ins Visier genommen worden sein, darf das ruhig auch die Öffentlichkeit wissen – vielleicht lockt das in den letzten zwei Heimspielen ein paar zusätzliche Zuschauer in die Mechatronik-Arena. Sollte aus der Sensation des Zweitliga-Aufstiegs oder dem überraschenden DFB-Pokal- Einzug über Platz vier in der Liga am Ende nichts werden, ist die Fallhöhe gering. Niemand, der auch nur einen Funken Ahnung von der geleisteten Arbeit aller Beteiligten in Aspach hat, wird auf die Idee kommen, einen fünften, sechsten oder siebten Platz zur Enttäuschung zu deklarieren. Also: Was habt ihr zu verlieren?

CONTRA: Nicht schwätzen, sondern schaffen

Warum große Reden schwingen? Der Dorfklub lebt doch sehr gut damit, den Ball flach zu halten. Während andere Klubs tief in den Miesen stecken, Insolvenz anmelden, oder mit öffentlichen Geldern gerettet werden müssen, fährt die SG Sonnenhof mit ihrer Marschroute hervorragend: Nicht Schulden machen, sondern Punkte sammeln. Sollen doch weiterhin andere Drittligisten mit völlig überteuerten Kadern große Töne spucken und kleine Leistungen bringen. Mir ist schwäbische Genügsamkeit hundertmal lieber. Nicht das Ballyhoo neben dem Platz zählt. Was gilt, sind die Fakten auf dem Rasen. Auch weil selbstverständlich jeder Kicker, jeder Verantwortliche und jeder Fan selbst die Tabelle lesen kann. Da braucht es keinen Trainer, keinen Präsidenten, keinen Schaumschläger, der auf dicke Hose macht. Wie weit die zwei Aufstiegsplätze, Relegationsrang drei sowie DFB-Pokal- Platz vier entfernt sind, wissen alle Beteiligten. Eines dieser Ziele erreichen zu können, ist Motivation genug und muss nicht ständig öffentlich verkündet werden. Wer weiterkommen will, packt an und hat keine Zeit fürs Schwätzen. Großaspach tut gut daran, in Ruhe seinen Weg zu gehen. Zumal die SG in der Vergangenheit damit klasse gefahren ist. Sowohl beim Aufstieg in die Regionalliga, wie beim Sprung in die Dritte Liga. Andere produzierten Schlagzeilen, der Verein aus dem Fautenhau erarbeitete sich Erfolg. Und wer glaubt, dass mit flotten Sprüchen deutlich mehr Zuschauer angelockt werden, der irrt. Fans, die noch nicht kapiert haben, dass in Aspach attraktiver Fußball geboten wird, die begreifen es sowieso nie.

Quelle: Backnanger Kreiszeitung am 22. April 2017

Die Partie live erleben

Der MDR überträgt die Partie zwischen der SG Sonnenhof Großaspach und dem 1. FC Magdeburg ab 14.00 Uhr live im TV und im Livestream in einer Konferenzschaltung zusammen mit der Partie Holstein Kiel gegen den Chemnitzer FC. Wie gewohnt, bieten wir auch wieder einen ausführlichen Liveticker über twitter.com/sgaspach an.