3.L | Montag, 3. April 2017 (BKZ)
Röser & Co. weiter im Vorwärtsgang

30. Spieltag  |  3. Liga 2016/17
Samstag, 1. April  |  14:00 Uhr  |  Benteler-Arena

SC Paderborn - SG Sonnenhof Großaspach   1:2 (1:2)

[Die BKZ, unser Medienpartner mit SG-TV Videobericht]
[Aus der SWR-Mediathek "Sport am Samstag"]

Zwei Strafstöße sorgen für die Wende

Nach dem frühen 0:1 schießt Lucas Röser Aspachs Drittliga-Fußballer mit seinen Saisontoren 13 und 14 zum 2:1-Sieg in Paderborn

Den Start in die Partie in Paderborn hatten Großaspachs Drittliga-Fußballer verpennt. Sie durften froh sein, nur mit 0:1 hinten zu liegen, ehe sich das Blatt mit zwei Elfmetern zugunsten der SG Sonnenhof wendete. Der 2:1-Sieg der Gäste war am Ende absolut verdient, mit 43 Punkten ist der dritte Rang viel näher als die Abstiegszone. Dagegen wird die Lage für den SCP so langsam aussichtslos.

Von Steffen Grün - Paderborn – vor knapp zwei Jahren noch im Oberhaus – droht stärker denn je der Sturz in die Viertklassigkeit. Dabei hatte das Remis zuletzt in Rostock nach zuvor sechs Pleiten in Serie als Mutmacher fürs Duell mit Aspach gedient. Die Stimmung im Stadion war gut, nach 180 Sekunden noch viel besser. Die Gäste bekamen den Ball nach dem Abschlag von Keeper Kevin Broll nicht, gingen zwar sofort drauf, doch dann fehlte die Staffelung. Mit einem Pass hebelte Robin Krauße die komplette SG-Defensive aus. Ben Zolinski lief allein auf Broll zu und schloss aus etwa 18 Metern zum 1:0 ins rechte Eck ab.

Aspach war völlig von der Rolle, verlor die Bälle viel zu schnell und kam kaum in die Zweikämpfe. Den Eindruck konnte auch der Warnschuss von Jeremias Lorch (6.) nicht kaschieren. In der 14. Minute hatten Paderborns Anhänger zum zweiten Mal den Torschrei auf den Lippen. Einen Eckball von Christian Bickel erwischte Kapitän Thomas Bertels mit dem Kopf. Die Kugel segelte in Richtung linker Winkel, dort stand aber noch der bei Ecken als Bewacher des zweiten Pfostens eingeteilte Shqiprim Binakaj. Er sprang hoch und köpfte den Ball von der Linie.

„Das war der Wachmacher für uns, der eigentlich schon das frühe 0:1 hätte sein müssen“, sagte Aspachs Stürmer Lucas Röser später, „vielleicht haben wir diese Situation noch gebraucht“. Spätestens nach dem Elfmeterpfiff in der 19. Minute waren die Lebensgeister wieder da. Röser war nach Lorchs Zuspiel von Christian Strohdiek gefoult worden, zum Strafstoß trat er selbst an. „Nicht zum ersten Mal“ trotzte der Torjäger der ungeschriebenen Regel, „darüber mache ich mir keine Gedanken“. Der Ball zappelte links im Netz, SCP-Keeper Lukas Kruse war in die andere Ecke gehüpft – 1:1. Beinahe hätte Paderborn in der 24. Minute erneut vorgelegt, doch Roope Riski bugsierte das Leder nach einem Zuspiel von Sebastian Heidinger mit dem Außenrist nicht nur am Keeper, sondern auch am Tor vorbei. Röser baute seine Führung in der Drittliga-Torschützenliste mit dem 2:1 (41.) aus. Den zweiten Elfer versenkte er im anderen Eck, sein 14. Treffer. Der Pfiff war jedoch umstritten. Beim Unterlaufen der Flanke von Sebastian Schiek hatte Heidinger die Arme hochgerissen und war vom hinter ihm stehenden Marlon Krause angeköpft worden. Paderborn meinte, der Ball habe nur den Rücken erwischt. Die Bilder des SWR-Fernsehens stützten eher die Sichtweise des Unparteiischen.

120 Sekunden später hätte Aspach erhöhen müssen. Pascal Sohm setzte sich auf der rechten Seite durch, doch seine präzise Flanke köpfte der völlig freie Röser aus fünf Metern vorbei. Böse Zungen würden von einem dritten, in diesem Fall versiebten Elfmeter sprechen. Ein 3:1 für die SG Sonnenhof zur Pause wäre in diesem abwechslungsreichen Drittligaduell jedoch auch des Guten zu viel gewesen. Das Paderborner Pfeifkonzert galt weniger dem Team als Referee Robert Kempter, der als böser Bube ausgemacht war.

Nach der Pause war nicht mehr so viel los, die SG verwaltete ihre Führung meist souverän. Nur einmal hatten die Gäste Glück, als Riski nach einer Kombination über Zlatko Dedic und Bickel den Ball in aussichtsreicher Position nicht richtig traf (67.). Nach 73 Minuten herrschte im Stadion dann kollektive Schockstarre. Paderborns Bickel war im Luftkampf von Lorch, der dafür Gelb sah, gefoult worden und knallte mit voller Wucht auf den Boden. Er verschluckte seine Zunge und es spielten sich dramatische Szenen ab, bevor die akute Gefahr gebannt war und der Spieler abtransportiert wurde. Paderborn hatte sein Wechselkontingent erschöpft und musste zu zehnt weitermachen. Aspach hatte nun Platz, machte aber nichts Zählbares mehr daraus. Beim Pfostenschuss von Joseph-Claude Gyau war Pech dabei, den Nachschuss von Daniel Hägele wehrte Kruse bravourös ab (85.). Fast ein Kunststück war es von Hägele, nach Binakajs Vorarbeit am leeren Tor vorbeizuschießen. Was hätte sich die SG wohl geärgert, wenn noch das 2:2 gefallen wäre. So war es zu verschmerzen.

Quelle: Backnanger Kreiszeitung am 3. April 2017

Impressionen aus Paderborn

Fotos: Tai