3.L | Mittwoch, 5. April 2017 (BKZ/Uwe Flegel)
Eine Dorfklub-Legende, die erst 27 ist

31. Spieltag  |  3. Liga 2016/17
Mittwoch, 5. April  |  19:00 Uhr  |  mechatronik Arena

SG Sonnenhof Großaspach - VfL Osnabrück

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Heute um 19 Uhr Heimspiel gegen Osnabrück mit "Ships"

Shqiprim Binakaj ist der noch einzig verbliebene Fußballer, der mit der SG von der Ober- bis in die Dritte Liga marschierte

Ob Shqiprim Binakaj heute ab 19 Uhr in der Aspacher Startelf steht, ist nicht klar. Wenn der 27-Jährige im Drittliga-Heimspiel gegen den Tabellendritten VfL Osnabrück aber am Ball ist, dann bringt er seinen 303. Pflichtspieleinsatz im SG-Trikot hinter sich. Seit neun Jahren kickt Binakaj im Fautenhau, ging den Weg mit von der Ober- bis in die Dritte Liga.

Von Uwe Flegel - Beim 2:0 zu Hause gegen Lotte war es eine Viertelstunde vor Schluss so weit: Großaspachs dienstältester noch aktiver Spieler kam zu seinem 83. Drittliga- und seinem 300. Pflichtspiel für die SG. Flugs erhob Stadionsprecher Tankred Volkmer den Mittelfeldmann zur „Dorfklub-Legende“. Eine, die gerade mal 27 Jahre alt ist und die selten großes Aufhebens um ihre Person macht. Shqiprim Binakaj gehört nicht zu den Lauten im Lande. Er ist nicht eingeschnappt, wenn er darauf angesprochen wird, dass er den Ruf genießt, ein schlampiges Talent zu sein. „Ein wenig ist das schon so. Ich mach es manchmal zu kompliziert.“ Die Geradlinigkeit vor dem gegnerischen Tor fehlt ihm manchmal. Da ein Schlenker zu viel, dort etwas verspielt. „Das war schon immer mein Problem“, gesteht Binakaj ruhig und fügt sachlich an: „Trotzdem mache ich im Schnitt jede Saison vier bis fünf Tore.“ Für einen Mittelfeldmann ist das beileibe keine schlechte Quote.

Überhaupt ist der technisch beschlagene Binakaj zufrieden mit dem, was er bisher geschafft hat. „Als ich damals als 19-Jähriger von der TSG Backnang nach Großaspach in die Oberliga wechselte, hätte ich mir nicht erträumen lassen, mit der SG mal in der Dritten Liga zu spielen.“ Klar galt der als B-Jugendlicher von der SV Winnenden zur TSG gekommene Offensivmann als Talent, kickte beim Etzwiesen-Klub unter Trainer Jürgen Rapolder schon mit 18 Jahren in der Ersten in der Landesliga. Doch als ihn SG-Sportdirektor Janni Koukoutrigas damals ins Training der SG einlud, da war „ich überrascht. Mit so etwas hatte ich mich bis dahin gar nicht beschäftigt“.

Das hinderte ihn nicht, sich unter Trainer Thomas Letsch sofort einen Stammplatz zu erkämpfen. Am Ende seiner SG-Saison standen der Gewinn des WFV-Pokals sowie die Meisterschaft und der Aufstieg in die Regionalliga. Letsch verabschiedete sich nach Portugal, Binakaj blieb Stammkraft. Nun in der Regionalliga und mit Ex-Bundesligaprofi Jürgen Hartmann als Trainer. Auf den folgten in den nächsten Jahren Alex Zorniger und Rüdiger Rehm sowie der nächste Aufstieg. Nun von der Regional- in die Dritte Liga. „Ich hatte immer Trainer, die viel mit jungen Leuten gearbeitet haben“, blickt Binakaj zurück und gesteht: „Alex Zorniger hat mich geprägt. Ihm habe ich viel zu verdanken. Schade, dass ich ihm sein Vertrauen nicht mit Toren zurückzahlen konnte.“ Wie erwähnt: Manchmal war und ist es halt ein Schlenker zu viel.

Vielleicht ist dieses kleine Manko in Sachen Effektivität der Grund, weshalb Shqiprim Binakaj in fast jeder Runde immer mal wieder Phasen hatte, in denen er nicht zur ersten Elf zählte. Das gilt auch für den derzeitigen Coach Oliver Zapel. Den Kopf steckte Binakaj deshalb nie in den Sand. „Ich lasse mich nie hängen, kämpfe im Training weiter um meine Chance“, nennt er eine Charaktereigenschaft, die ihn weit gebracht hat.

„Das alles ging rucki-zucki, als wäre es erst gestern gewesen“, blickt Binakaj auf die neun Jahre mit zwei Aufstiegen im Fautenhau zurück und fügt an: „Ich bin sehr stolz auf das, was ich erreicht habe.“ Hat er nicht mal wenigstens von der Zweiten Liga geträumt? Eher nein, sagt der 27-Jährige, der mit vier Jahren vom Kosovo nach Winnenden kam. „Wenn’s passt, dann passt’s“, lautet sein Motto und „vielleicht klappt’s ja mit dem Sonnenhof noch.“ Dort läuft sein Vertrag bis zum Sommer. Geht es nach Binakaj, dann bleibt er, wo er ist. Demnächst soll es Gespräche mit Koukoutrigas geben, dem Mann, der ihn vor neun Jahren in den Fautenhau geholt und für den der vielseitig verwendbare und beidfüßige Mittelfeldmann nur Lob übrig hat: „Es ist unglaublich, was er leistet. Der Verein kann stolz sein, so jemanden zu haben. Ich schätze ihn nicht nur als Manager, sondern auch als Mensch. Janni schafft und stellt sich nie in den Mittelpunkt. Dabei gehört er eigentlich dahin.“ Wenn es einer beurteilen kann, dann der mit Abstand dienstälteste SG-Kicker im Aspacher Drittligakader. Der Spieler, der beim 2:1 in Paderborn 90 Minuten lang zeigte, dass er weiterhin eine echte Alternative für die Startelf ist. Auch für die heute im Heimspiel des Tabellenachten gegen den Dritten Osnabrück.

Quelle: Backnanger Kreiszeitung am 5. April 2017

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Die Abfahrtszeiten:

  • ZOB Backnang -> mechatronik Arena
    18:15 Uhr   Abfahrt ZOB Backnang
    18.16 Uhr   Abfahrt Etzwiesenbrücke
    18.17 Uhr   Abfahrt Roßbergstaffel

  • mechatronik Arena -> ZOB Backnang
    21:15 Uhr   Rückfahrt zum ZOB Backnang