3.L | Montag, 6. Mrz 2017 (BKZ)
"Dominant, kreativ und fußballerisch sehr stark"

25. Spieltag  |  3. Liga 2016/17
Samstag, 4. März  |  14:00 Uhr  |  mechatronik Arena

SG Sonnenhof Großaspach - FSV Frankfurt   3:1 (0:0)

[Die BKZ, unser Medienpartner mit SG-TV-Videobericht]
[Aus der SWR-Mediathek "Sport am Samstag"]

Dorfklub pirscht sich an die Spitze ran

Kurz vor Schluss standen fast alle Besucher und klatschten. Großaspachs Fußballer hatten die Fans in Stimmung gebracht und Ex-Zweitligist FSV Frankfurt nach Toren von Lucas Röser, Sebastian Schiek und Shqiprim Binakaj 3:1 besiegt. Dank des Dreiers kletterte der Drittligist auf Rang fünf und baute den Vorsprung auf die Abstiegsplätze auf neun Punkte aus.

Von Uwe Flegel - Mit einer Viererkette in der Abwehr und dem noch leicht angeschlagenen Kapitän Daniel Hägele zunächst nur auf der Bank startete die Elf aus dem Fautenhau. Dabei wartete SG-Trainer Oliver Zapel mit einer unerwarteten Variante auf den hinteren Außenbahnen auf. Der eigentliche Rechtsverteidiger Sebastian Schiek spielte links und Jeremias Lorch, der sonst normalerweise die Abwehrposition dort einnimmt, übernahm die Position rechts. Ein Grund für die Maßnahme, Lorch ist einen Tick schneller als Schiek und passte in Zapels Augen besser zu Frankfurts offensiv- und spurtstarkem Linksverteidiger La Vere Corbin Ong.

Die Maßnahme fruchtete. Nicht nur weil die Kreise des FSV-Abwehrmanns wirksam eingeengt wurden, sondern vor allem weil Schiek auf der anderen Seite groß auftrumpfte. „Er war der überragende Mann auf dem Platz“, lobte Aspachs Trainer seinen Kicker. In der Tat war der 26-jährige Defensivexperte mitentscheidend für den Erfolg. Hinten ließ er nichts anbrennen und vorne war er an allen drei Toren der Hausherren beteiligt. Beim 1:0 kurz nach der Halbzeit, als Schiek von Frankfurts Innenverteidiger Christoph Schorch im Strafraum gefoult wurde. Den Elfmeter nutzte Lucas Röser zum 1:0. Das 2:0 machte Schiek selbst, als er einen Eckball von Pascal Sohm aus sechs Metern einköpfte (65.). Und beim 3:1 sieben Minuten vor Schluss leitete der Verteidiger den Konter ein, den der eingewechselte Mario Rodriguez mit einem tollen Trick an der Seitenlinie gegen Steffen Schäfer sowie einem genau getimten Zuspiel an den Fünfmeterraum klasse weiter führte. Für die Krönung sorgte dann der ebenfalls eingewechselte Shqiprim Binakaj, der den Ball in aller Seelenruhe einschob.

Damit hatten die Schwaben einen Vergleich gewonnen, in dem sie dem Gegner vor allem in Sachen Laufleistung und Willen deutlich überlegen waren. „Wir wussten genau, dass das Tempo ein entscheidender Faktor sein wird“, erzählte Aspachs Trainer, dessen Elf schon in der Vorrunde in Frankfurt 3:1 gewonnen hatte. Damals hatten der Coach und seine Elf darauf gebaut, dass der Zweitligaabsteiger am Ende konditionell abbaut. So wie auch diesmal. Als die Gäste nach einem indirekten Freistoß am Fünfmeterraum auf 1:2 verkürzten (Yannick Stark, 75.), drohte die Partie doch noch spannend zu werden. Die Gefahr war rasch vorbei. Aspach schaltete einen Gang hoch. Frankfurt, das zuvor außer zwei Standardsituationen sowie einer Chance für den Ex-Heidenheimer Smail Morabit (70.) keine gelungenen Offensivaktionen gehabt hatte, trabte hinterher.

Wenn es bei den Hausherren überhaupt etwas zu kritisieren gibt, dann die Großzügigkeit vor dem gegnerischen Tor in der ersten Halbzeit. Da war entweder das letzte Zuspiel oder der Torabschluss etwas ungenau und unkonzentriert. Wie beim Kopfball von Pascal Sohm (12.), bei den zwei Möglichkeiten für Lucas Röser (19. und 22.) sowie einem Konter, bei dem sich Joseph-Claude Gyau und Röser in guter Position verzettelten (29.). Nach der Pause machte die SG das dann besser und hat nun die große Chance, den Klassenverbleib in naher Zukunft vollends unter Dach und Fach zu bringen.

Aspachs Kicker überraschen gar den eigenen Coach

Zapel-Elf geht in Sachen Ligaverbleib einen guten und kerzengeraden Weg

(uwe). Nur noch acht Zähler, dann haben die Kicker aus dem Fautenhau die vor der Saison angepeilten 45 Punkte und damit das dritte Mal den Verbleib in der Dritten Liga erreicht. 37 Zähler sind nach dem 3:1 gegen Frankfurt bereits gesammelt. Kein Wunder, dass 13 Spieltage vor Schluss im Fautenhau so mancher in der Tabelle nicht mehr nach unten, sondern immer öfter nach oben blickt. Nur noch zwei Punkte trennen die SG Sonnenhof vom Zweiten Magdeburg. Trainer Oliver Zapel weiß das und wehrt trotzdem alle Fragen oder Andeutungen in diese Richtung lachend ab. Allerdings anerkannte er nach der starken Leistung und dem souveränen Erfolg gegen den Ex-Zweitligisten aus Hessen: „Das war ein sehr großer Schritt in Richtung Klassenverbleib.“ Wohl auch, weil der Dorfklub gegen die mit der Erfahrung von gefühlten 2000 Erst- und Zweitligaeinsätzen angetretenen Gästen völlig verdient gewonnen hatte. Aspach war besser, „bis auf eine kurze Sequenz kurz vor und nach dem 1:2-Anschlusstor“, anerkannte FSV-Coach Roland Vrabec, der weiß, dass beim Viertletzten die Diskussionen um seine Person nun nicht weniger werden.

Sein Aspacher Widerpart hat es dagegen deutlich besser. Erstens weil Zapel im Gegensatz zu Vrabec keine offensichtlich lustlosen Ex-Bundesligakicker im Team hat. Zweitens, weil dieser Samstag selbst für den SG-Coach eine neue Erfahrung mit sich gebracht hatte. „Ich habe nicht damit gerechnet, dass wir ein so tolles Fußballspiel auf den Platz kriegen“, anerkannte Zapel. Er erinnerte daran, dass seine Elf bisher dazu neigte, nach einem beeindruckenden Auftritt wie in Halle, im folgenden Spiel doch das eine oder andere Problem zu haben. Diesmal nicht. „Das war dominant, kreativ und fußballerisch sehr stark“, lobte Zapel und schob die Belohnung gleich hinterher: „Die Mannschaft bekommt einen Tag trainingsfrei.“

Quelle: Backnanger Kreiszeitung am 6. März 2017

Impressionen aus der mechatronik Arena

Fotos von Uwe Ehrlich


"Gut gemacht, Jungs!"