3.L | Samstag, 4. Mrz 2017 (PM)
Lukas Hoffmann im Portrait vor dem heutigen Duell gegen den FSV

25. Spieltag  |  3. Liga 2016/17
Samstag, 4. März  |  14:00 Uhr  |  mechatronik Arena

SG Sonnenhof Großaspach - FSV Frankfurt

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Ein 19-Jähriger, der sich selbst die Zeit gibt

Trotz des gelungenen Startelfdebüts in Halle weiß Aspachs Lukas Hoffmann, dass die Bäume nicht in den Himmel wachsen

Ob aufs gelungene Startelfdebüt die Heimpremiere in der Anfangsformation folgt? Lukas Hoffmann hofft, dass er heute ab 14 Uhr im Heimspiel der SG Sonnenhof gegen den FSV Frankfurt das zweite Mal in dieser Saison von Beginn an ran darf. Wobei der 19-jährige Fußballer auch sagt, dass seine Entwicklung wichtiger sei als die Frage, ab wann er auf dem Platz steht.

Von Uwe Flegel - Vergangene Woche war der Schlaks gleich zweimal Großaspachs positive Überraschung. Erstens weil er trotz einer Bänderverletzung im Sprunggelenk doch parat stand, als es in Halle los ging. Zweitens weil der aus Hoffenheim gekommene Verteidiger auch auf dem Platz seinen Mann stand. In der Anfangsphase hatte er bei Standardsituation gar zwei Kopfballchancen, mit denen er seine Elf früh in Führung hätte bringen können. Die Tore vorn machte er nicht, dafür half der gebürtige Saarländer hinten tatkräftig mit, den Laden dicht zu halten. „Ich denke, ich habe gut gespielt und meine Chance genutzt“, blickt er zurück und erklärt, wie es gehen konnte, dass er trotz der Trainingsverletzung zu Beginn der Woche mit an Bord war: „Am Tag nachdem ich im Training umgeknickt bin, war es richtig schlecht. Tags drauf war es schon wesentlich besser.“ Und der Freitag machte Hoffnung, dass es doch noch gehen könnte. Auch weil das Debüt in der Startelf winkte: „Da dachte ich mir, da lasse ich mich von der Verletzung nicht aufhalten.“ Schließlich musste sich Hoffmann lange gedulden, bis er die Chance bekam. Dank Tape und Schmerztablette packte er sie beim Schopf.

Lukas HoffmannLogisch, dass der gute Einstand mit 90 Minuten am Stück, nachdem es in der 23 Punktspielen zuvor gerade mal vier Ganz-Kurzeinsätze waren, Lust auf mehr gemacht haben. Das verneint Hoffmann auch gar nicht erst. Doch er weiß, dass auf seiner Position die Konkurrenz mit Kai Gehring, Julian Leist und Marlon Krause mächtig ist. Deshalb steht für den 19-Jährigen fest: „In meinem Alter geht es immer um die Entwicklung.“ Und dort sieht er sich auf einem guten Weg. Auch dank der drei zuvor erwähnten Routiniers: „Von ihnen kann ich viel lernen.“ Hört sich sympathisch bescheiden an für einen, der vergangenen Sommer mit den Hoffenheimer A-Junioren deutscher Vizemeister hinter Borussia Dortmund geworden ist. Allerdings hat Lukas Hoffmann nach einem halben Jahr Dritte Liga erkannt: „Im physischen Bereich ist das zwischen U-19-Bundesliga und der Dritten Liga eine 180-Grad-Drehung.“

Zweifel am Wechsel von der Jugend aus dem Kraichgau zum Drittligisten in den Fautenhau hat er dann trotz der bisher sehr überschaubaren Einsatzminuten keine. „Es war auf jeden Fall der richtige Weg“, sagt der vom FC Homburg stammende 1,89 Meter große Abwehrspieler. Zumal er sich am Rand des Schwäbischen Waldes durchaus wohlfühlt, obwohl Freundin Nathalie daheim im Saarland geblieben ist. Eine Fernbeziehung, die die beiden jungen Menschen mittlerweile seit fast vier Jahren führen und „die natürlich nicht immer einfach ist.“ Obwohl Hoffmann im Sommer 2013 die Heimat verließ und erst nach Hoffenheim, dann nach Aspach wechselte funktioniert es. Auch dank der Unterstützung aus der Heimat. „Meine Eltern und meiner Freundin kommen zu jedem Heimspiel. Egal ob ich spiele“, erzählt er und fügt an, dass auch er sich immer mal wieder im Saarland blicken lässt: „Das sind mit dem Auto ja nur zwei Stunden.“ Für manche eine arg lange Zeit. Für Geduldige wie Lukas Hoffmann ein Weg, an dessen Ende noch was Positives wartet.

Quelle: Backnanger Kreiszeitung am 4. März 207