3.L | Montag, 20. Februar 2017 (BKZ)
„Wir waren in den Zweikämpfen nicht präsent“

23. Spieltag  |  3. Liga 2016/17
Samstag, 18. Februar  |  14:00 Uhr  |  Preusßen-Stadion

SC Preußen Münster - SG Sonnenhof Großaspach   3:0 (2:0)

[Die BKZ, unser Medienpartner mit SG-TV Videobericht]
[Aus der SWR-Mediathek "Sport am Samstag"]

Großaspachs Serie reißt im Münsterland

Die Serie der Fußballer der SG Sonnenhof Großaspach ist beendet. Nach zuletzt sechs Drittliga-Spielen ohne Niederlage zog die Mannschaft von Trainer Oliver Zapel beim SC Preußen Münster mit 0:3 den Kürzeren. Dabei wirkten die Schwaben zeitweise etwas überfordert.

Von Heiko Schmidt - Großaspach trat stark ersatzgeschwächt bei den Westfalen an. Ein Platz im Kader blieb sogar frei. „Das sagt schon alles darüber aus, mit welcher Mannschaft wir gespielt haben“, stellte Coach Zapel fest. Er bot nach den Ausfällen unter anderem von den verletzten Daniel Hägele und Timo Röttger sowie dem gesperrten Jeremias Lorch eine veränderte Formation gegenüber dem 1:1 zuletzt gegen Rostock auf. Eine Dreier-Abwehrkette, ein Fünfer-Mittelfeld und ein Doppelsturm sollten es richten. Doch der Sonnenhof kam überhaupt nicht ins Spiel und sah sich von Beginn an einem starken Druck der Gastgeber ausgesetzt. Folgerichtig ging Münster zwölf Minuten mit 1:0 in Front.

Nach einem Angriff über die linke Seite der SG, auf der Michael Maria und Manfred Osei Kwadwo in der Defensive oft überfordert waren, kam der Ex-Aspacher Tobias Rühle an den Ball. Er flankte zu Preußen-Kapitän Adriano Grimaldi. Dieser zog aus sieben Metern ab. Zwar war SG-Schlussmann David Yelldell noch dran, doch der Ball war zu hart geschossen. Die Hausenherren bestimmten weiterhin die Partie, ohne sich zunächst zwingende Torchancen zu erspielen.

Nach einer halben Stunde stellte Zapel auf eine Vierer-Abwehrkette, die Sebastian Schiek, Julian Leist, Kai Gehring und Maria bildeten, um. Marlon Krause rückte ins defensive Mittelfeld zu Nicolas Jüllich. Die SG war nun auf Augenhöhe mit dem Gegner. Den ersten Warnschuss gab Pascal Sohm (32.) aus 25 Metern ab. Doch aus dem Nichts heraus erzielte Münster in der Nachspielzeit der ersten Halbzeit den zweiten Treffer. Schiek kam bei einer Abseitsfalle zu spät heraus, Münsters Mirkan Aydin vollendete frei ins rechte untere Eck zur 2:0-Führung.

Großaspach steckte den Nackenschlag recht gut weg und begann mit viel Elan den zweiten Abschnitt. In der 49. Minute wäre Sohm fast der Anschlusstreffer gelungen. Seinen wuchtigen Kopfball aus zehn Metern beförderte Münsters Lion Schweers aber gerade noch per Kopf an den Pfosten des Preußen-Gehäuses. Eine Minute später traf Mario Rodriguez lediglich das Außennetz. Lucas Röser köpfte in der 61. Minute freistehend nach einer Krause-Flanke am Preußen-Kasten vorbei. Zwischendurch hätte Martin Kobylanski für die Hausherren alles klar machen können, doch von der linken Seite verfehlte er das Aspacher Gehäuse. Die Entscheidung fiel in der 64. Minute. Nach einem 25-Meter-Freistoß von der linken Seite vom Ex-Großaspacher Michele Rizzi stand Aydin am langen Pfosten goldrichtig und erzielte das 3:0.

In den letzten 20 Minuten gab es auf beiden Seiten weitere klare Möglichkeiten. Während die eingewechselten Christian Müller (75.) freistehend und Tobias Warschewski (78.) aus sieben Metern am glänzend reagierenden Yelldell scheiterten, versiebten auf der Gegenseite Shiqprim Binakaj (71.) mit einem abgefälschten Zehn-Meter-Schuss und Maria (84.) mit einem 15-Meter-Schlenzer. Am deutlichen 3:0-Erfolg von Münster gab es aber nichts mehr zu rütteln.

Zapel: „Wir waren in den Zweikämpfen nicht präsent“

Großaspachs Trainer hat einen Grund für die Niederlage ausgemacht

(hes). Großaspachs Trainer Oliver Zapel ordnete die Niederlage richtig ein und sprach von „einem verdienten Preußen-Sieg“. Mehrere Gründe hat er dafür ausgemacht: „Wir waren von Anfang an nicht in der Lage, dem Angriffsdruck von Münster standzuhalten.“ Zapel schob auch gleich nach: „Wir waren in den Zweikämpfen nicht präsent.“ Ins gleiche Horn stieß SG-Kapitän Kai Gehring. Der Defensivmann sagte: „Wir haben kaum Zweikämpfe gewonnen. Münster war uns meist einen Schritt voraus.“ Gehring formulierte es dann noch etwas härter als sein Coach: „Vom Anfang bis zum Ende sind wir nicht ins Spiel gekommen, es war eine schlechte Leistung von uns.“

Zapel drückte sich etwas sanfter aus: „Wir waren nicht in der Lage, eine solide Energieleistung zu bringen. Zudem hatte ich heute nicht den Eindruck, dass sich alle Spieler bedingungslos zerreißen.“ Allerdings lobte der Trainer einen Spieler: Marlon Krause. „Er ist vorweg marschiert und hat die Akzente gesetzt.“ Der Defensivmann wurde aber nur deswegen ausgewechselt, weil er Gelb-Rot gefährdet war. Allerdings wird Krause den Großaspachern am kommenden Samstag um 14 Uhr beim Gastspiel beim Halleschen FC fehlen. Er hatte nämlich in Münster seine fünfte Gelbe Karte gesehen. Die personelle Situation beim Sonnenhof wird also nicht besser sein als bei der Begegnung bei Preußen Münster.

Den Westfalen hingegen gelang ein wichtiger Dreier im Kampf um den Verbleib in der Dritten Liga. „Ich bin froh, dass wir das Spiel für uns entschieden haben“, wirkte Münsters Trainer Benno Möhlmann erleichtert. Er hatte lediglich zu bemängeln: „Wir haben das Ergebnis zu früh verwaltet und hatten dann immer weniger Zugriff zum Spiel.“

Quelle: Backnanger Kreiszeitung am 20. Februar 2017

Impressionen aus Münster

Fotos: MB