U23 | Mittwoch, 11. Dezember 2013 (BKZ)
Zufrieden und doch auch wieder nicht

Ein Rückblich der BKZ auf die Großaspacher Verbandsliga-Hinrunde

Zufrieden und doch auch wieder nicht

Trainer Norbert Gundelsweiler zieht eine durchwachsene Bilanz für die ersten 17 Saisonspiele der Aspacher Verbandsligaelf

Rang 9, 22:32 Tore, 23 Punkte: Eine durchschnittliche Bilanz. Allerdings war es alles andere als Mittelmaß, was die Verbandsligafußballer der SG Sonnenhof Großaspach in den bisherigen 17 Saisonspielen ablieferten. Meist war es entweder richtig schlecht, oder richtig gut.

Die Platzierung an sich ist nicht aussagekräftig, urteilt Trainer Norbert Gundelsweiler und begründet: In der Tabelle ist alles dicht beieinander. Nach hinten haben die Kicker aus dem Fautenhau gerade mal zwei Punkte Vorsprung auf den Relegationsplatz, den derzeit der SV Böblingen einnimmt. Nach vorne sinds auf den Tabellenzweiten FSV 08 Bissingen acht Zähler. Auch nicht die Welt. Ebenso wenig wie der Unterschied zur Vorsaison, mit der die Regionalligareserve absolut zufrieden war. Damals hatte sie mit 25 Zählern nur zwei Punkte mehr.

Dennoch sagt Gundelsweiler nun: Was die Punktausbeute anbelangt können wir nicht zufrieden sein. Einerseits. Andererseits erklärt er: Sieht man unseren miserablen Start, müssen wir zufrieden sein. Fünf der ersten sechs Saisonspiele endeten für GroßaspachII mit einer Niederlage und sorgten dafür, dass die Mannschaft, die in der Vorsaison als Aufsteiger lange um den Titel mitgespielt hatte, einige Zeit Schlusslicht war. Dabei hatte sie vor dieser Runde mit dem ehemaligen Kapitän des Regionalligateams Dennis Grab eine enorme Verstärkung für die Defensivabteilung verzeichnet.

Warum also die Schwierigkeiten zu Beginn Die Probleme seien vielschichtig, sagt Gundelsweiler, im Hauptberuf Erster Beigeordneter der Stadt Steinheim, diplomatisch. Fakt ist: In keinem der 17 Spiele lief die SG mit derselben Aufstellung wie in der Partie zuvor auf. Sicher ist für Gundelsweiler auch: In dieser Saison hat es sich bislang noch nicht als Vorteil entpuppt, dass wir eine zweite Mannschaft sind. Soll heißen, dass Verstärkungen aus dem Regionalligakader das Niveau der Reserve eher selten angehoben haben. Oft waren die Kicker zuvor wochen- oder monatelang verletzt und brauchten einige Anlaufzeit, um einigermaßen ihr Leistungsvermögen abzurufen. Eine Hilfe wie Angreifer Michael Renner, der zum Beispiel beim wichtigen 4:3 über Böblingen alle vier Treffer schoss, kam von oben kaum. Bezeichnend ist auch, dass eben jener Renner mit 6 Toren bester Schütze war. Dabei war der vor der Saison vom Ligarivalen Frickenhausen gekommene Stürmer nur viermal in der Zweiten am Ball.

Hinzu kommt das Verletzungspech. Angreifer Sidi Niang zum Beispiel ist nach seinem Patellasehnenriss noch ohne Einsatz. Mit Oguz Dogan fiel der Torjäger der Vorjahre ebenfalls lange aus. Und dann kam noch der Faktor, wenn du hinten stehst, fehlt das Glück, wie Gundelsweiler mit Blick auf Spiele wie beim bitteren 0:1 in Albstadt berichtet.

Doch wie schon erwähnt, nach dem miesen Auftakt wurde es im Lauf der Vorrunde besser. Die Mannschaft hat sich ein Stück weit gefunden, erkennt der Coach an und sagt: Wenn wir die Grundtugenden des Fußballs abrufen, dann ist es schwer gegen uns. Beim Vorrundensieg über Spitzenreiter AalenII, den Erfolgen gegen die Titelaspiranten Bissingen und Hall sowie dem Unentschieden gegen Neckarsulm stimmten Einsatz, Wille und Zweikampfverhalten. Bei den Pleiten gegen Neuling Berg (1:3), gegen Wangen (3:6) und gegen Frickenhausen (0:6) fehlten diese Eigenschaften weitgehend.

Für die Rückrunde hofft Gundelsweiler, dass wir im März nicht alles gleich wieder verpennen. Deshalb will er sich mit seinen Co-Trainern Manuel Wengert und Dennis Grab noch vor Weihnachten zusammensetzen, um den ersten Saisonabschnitt kritisch zu reflektieren. Inwieweit dann personelle Veränderungen anstehen, kann und will der Coach nicht sagen. Fakt ist: Neben Niang kehren mit Marius Güra (Kreuzbandriss), Dominik Gallert und Timo Marx (Auslandsstudium) vier lange Fehlende zurück. Gundelsweiler: Das sind praktisch vier Neue.

Sahen vor allem zu Saisonbeginn viele Dinge, die kritisch waren: Coach Norbert Gundelsweiler (links) und Co-Trainer Manuel Wengert.Foto: privat

Sahen vor allem zu Saisonbeginn viele Dinge, die kritisch waren: Coach Norbert Gundelsweiler (links) und Co-Trainer Manuel Wengert. (Foto: privat)

Quelle: Backnanger Kreiszeitung am 11.12.2013