3.L | Freitag, 9. Dezember 2016 (BKZ)
Marlon Krause kehrt an alte Wirkungsstätte zurück

18. Spieltag  |  3. Liga 2016/17
Samstag, 10. Dezember  |  14:00 Uhr  |  Holstein-Stadion

Holstein Kiel - SG Sonnenhof Großaspach

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Ex-Kapitän nimmt Kurs auf die alte Liebe

Für Marlon Krause ist es kein Spiel wie jedes andere, geht es für ihn morgen doch zu dem Klub, „bei dem ich im Aktivenbereich meine schönste und erfolgreichste Zeit hatte“. Ab 14 Uhr gastiert der Innenverteidiger mit Großaspach bei Holstein Kiel. Der 26-jährige Defensivexperte kehrt zu dem Verein zurück, bei dem er vergangene Saison noch Kapitän war.

Von Uwe Flegel - Schon die ersten Worte beim Treffen am Abend machen klar, woher das 1,80 Meter große Kraftpaket stammt: „Moin, moin.“ Sprachlich offenbar noch nicht ganz, dafür aber sportlich ist der Kerl von der Ostsee im Süden der Republik angekommen. Seit Wochen ist der kantige und zweikampfstarke Defensivexperte Stammkraft bei den Drittligakickern aus dem Fautenhau. Vergangenen Freitag war er gar gefeierter Mann. Kurz vor Schluss bewies der Verteidiger Torjägerqualitäten, als er den 2:1-Siegtreffer gegen den SV Wehen erzielte. Sein erstes Tor für den neuen Klub. Entsprechend waren Jubel und Kommentare der Mitspieler.

Es war der vorläufige Höhepunkt einer positiven Entwicklung. Der Routinier hat sich durchgebissen. „Nicht aufzugeben, das ist eine meiner Stärken“, sagt der gebürtige Hamburger. Gelegenheit, diese Qualität zu beweisen, hatte er im Lauf seiner Karriere mehrfach. Während seiner vier Jahre in Kiel riss er sich zweimal das vordere Kreuzband im linken Knie. Zwischen der ersten und zweiten schweren Verletzung stand im Juni 2015 der Fastaufstieg in die Zweite Bundesliga. Erst in letzter Minute scheiterten die Kieler Störche in der Relegation an den Münchner Löwen. Was folgte, war zwei Monate später der zweite Kreuzbandriss und im Sommer nun der Wechsel von der Ostsee ins Schwabenland.

Hier lief es für den früheren Jugendspieler des FC St. Pauli, der sich dort in der zweiten Mannschaft auch seine ersten Sporen im Aktivenfußball verdiente, zunächst gut, ehe sich Krause dann zusehends immer öfter auf der Ersatzbank wiederfand. Mit der Umstellung auf die Dreierkette in Osnabrück war er wieder zurück und antwortet, ob die Probleme zwischendurch auf fehlende Spielpraxis und Nachwirkungen der schweren Knieverletzungen zu tun hatten: „Nein. Ich kannte die Situation vom ersten Kreuzbandriss her schon. Außerdem brauche ich keine lange Anlaufzeit. Es haben einfach andere gespielt. Das muss man akzeptieren.“ Und man muss sich reinhängen. So wie Marlon Krause, der bei seiner Rückkehr ins Holstein-Stadion zur gegnerischen Startelf gehören wird.

Logisch, dass sich viele Freunde und die Familie angesagt haben, um das Gastspiel des Kieler Ex-Kapitäns in der alten Heimat mitzuerleben. Eine besondere Motivation für Krause, dessen Vertrag in Kiel im Sommer nicht verlängert wurde. Ein Wiedersehen im Groll? Für Krause nicht. Erstens, weil er in Kiel seine „schönste und erfolgreichste Zeit hatte“. Zweitens, weil er dort immer noch „sehr, sehr gute Freunde wie Mittelfeldspieler Tim Siedschlag“ hat. „Nach meinem Tor hat noch am Freitag das Telefon geklingelt und Tim Siedschlag war dran. Ich habe ihm gleich gesagt, dass er sich was abschauen kann. Prompt haut er einen Tag später einen Elfer rein“, erzählt Krause lachend. Und: „Weil ich in Kiel meine Frau Laura kennengelernt habe.“

Sie ist mittlerweile ebenfalls im Süden angekommen und das ist sicher auch ein Grund, weshalb sich der Defensivmann einen Stammplatz erobert hat. Denn nachdem er zunächst im Hotel gewohnt und an freien Tagen den Stress auf sich nahm, um zu seiner Frau an die Ostsee zu fahren, wohnen beide mittlerweile in Aspach. Ein wichtiger Aspekt, weshalb der Kämpfer aus dem hohen Norden tief im Süden glücklich zu sein scheint. „Risiko hast du immer“, sagt er zu seinem Wechsel und stellt nach den ersten 17 Spielen zufrieden fest: „Ich hatte mir ein Ziel gesteckt, das habe ich erreicht.“

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Haut sich mittlerweile für Großaspach rein: Marlon Krause.
Der Kieler Ex-Kapitän kehrt mit den Schwaben morgen
in die alte Heimat hoch oben im Norden zurück. Foto: A. Becher

Quelle: Backnanger Kreiszeitung am 9.12.2016